Offener Wettbewerb | 01/2025
Umgestaltung Hauptplatz in Linz (AT)
5
Blick über den Hauptplatz
©3:0 Landschaftsarchitektur
1. Preis
Preisgeld: 22.400 EUR
Landschaftsarchitektur
Marina Mohr | Verkehrs- und Infrastrukturplanung
Verkehrsplanung
Erläuterungstext
Der Linzer Hauptplatz als zweitgrößter Platz Österreichs gilt als unverzichtbarer Begegnungsraum für die Bewohner:innen und Besucher:innen der Stadt. Zudem ist er ein wichtiges Bindeglied zwischen der Linzer Innenstadt und Urfahr.
Seine Umgestaltung erfordert einerseits einen sorgsamen Umgang mit dem Bestand andererseits die Implementierung neuer, zukunftsorientierter Maßnahmen. Das Konzept verfolgt mit punktuellen, aber maßgeblichen Eingriffen, den Platz aufzuwerten, die Verbindung zur Umgebung zu stärken und die einzigartige Identität des Ortes hervorzuheben. Das gestalterische und ökonomische Grundprinzip beruht darauf, die beständige Mitte des Platzes zu erhalten und durch einen neuen Saum zu ergänzen. Die ursprüngliche Zonierung des Bestands-Pflasters wird fast vollständig aufgelöst und erscheint nun wie ein „Muster“-Teppich, der die Spuren der Vergangenheit bewahrt. Die Mitte, als Zeugnis der Vergangenheit, geht mit dem neugestalteten Saum eine Symbiose aus Alt und Neu ein.
Promenadensaum
Der großzügige Promenadensaum besteht aus zwei Bändern aus langlebigem Granitsteinpflaster, die sich beidseitig entlang der Fassaden erstrecken und bis zu den Brücken-Plateaus reichen. Dieses identitätsstiftende Gestaltungselement lenkt den Bewegungsstrom von der Inneren Stadt über die Nibelungenbrücke und stärkt zugleich die Verbindung zum gegenüberliegenden Donauufer. Der großzügige Saum greift die ursprünglichen Strukturen auf, sorgt für eine klare Zonierung und schafft Raum für vielfältige Nutzungsfunktionen wie Gastronomie, Mobilität (Fahrräder, Scooter, Stellplätze), nutzungsoffene Zonen für Kunstausstellungen oder Pop-Up-Schattenelemente und Baumneupflanzungen. Freibleibende Korridore bieten Platz zum Flanieren. Dank der glatten Oberfläche wird eine durchgehende Barrierefreiheit gewährleistet.
Punktuelle Maßnahmen zur Attraktivierung des Platzes
Stadt-Plateaus vor den Brückenkopfgebäuden beidseitig entstehen durch die Anhebung des Geländeniveaus Stadtplateaus, die als Vorplätze und Verbindungselemente zu den Brückenkopf-Terrassen dienen. Sie sind integraler Bestandteil des Saumes und werden über Rampentreppen erschlossen. Durch die Niveauanhebung wird zusätzlicher Wurzelraum für Baumneupflanzungen über der Tiefgarage geschaffen. Von einer Sitztreppe aus können Besucher:innen das Geschehen am Platz überblicken.
Bänder aus Granit
Verkehr
Nachhaltigkeit und ökonomische Aspekte
Baumneupflanzungen
Die großflächige Unterbauung des Hauptplatzes sowie das historische Ensemble aus Fassaden und Denkmälern, die es zu berücksichtigen gilt, erfordern eine gezielte Platzierung der Baumpflanzungen:
In der entsiegelten Oase werden drei große Platanen mit Schwammstadtaufbau auf einem zentralen Erdkern gepflanzt. Im westlichen Saum sorgen fünf Hopfenbuchen für Schatten in den Gastrobereichen. Auch diese Bäume wachsen auf Erdkernen und profitieren von einem erweiterten Wurzelraum, der durch das Schwammstadtprinzip geschaffen wird.
Durch die Anhebung des Geländeniveaus können auf den beiden Stadtplateaus über der Tiefgarage größere Wurzelräume entstehen, die zusätzliche Pflanzungen ermöglichen. Auf beiden Seiten des Platzes wird jeweils eine Gruppe von Zitterpappeln gepflanzt, die symbolisch die Verbindung zum Wasser unterstreichen.
Seine Umgestaltung erfordert einerseits einen sorgsamen Umgang mit dem Bestand andererseits die Implementierung neuer, zukunftsorientierter Maßnahmen. Das Konzept verfolgt mit punktuellen, aber maßgeblichen Eingriffen, den Platz aufzuwerten, die Verbindung zur Umgebung zu stärken und die einzigartige Identität des Ortes hervorzuheben. Das gestalterische und ökonomische Grundprinzip beruht darauf, die beständige Mitte des Platzes zu erhalten und durch einen neuen Saum zu ergänzen. Die ursprüngliche Zonierung des Bestands-Pflasters wird fast vollständig aufgelöst und erscheint nun wie ein „Muster“-Teppich, der die Spuren der Vergangenheit bewahrt. Die Mitte, als Zeugnis der Vergangenheit, geht mit dem neugestalteten Saum eine Symbiose aus Alt und Neu ein.
Promenadensaum
Der großzügige Promenadensaum besteht aus zwei Bändern aus langlebigem Granitsteinpflaster, die sich beidseitig entlang der Fassaden erstrecken und bis zu den Brücken-Plateaus reichen. Dieses identitätsstiftende Gestaltungselement lenkt den Bewegungsstrom von der Inneren Stadt über die Nibelungenbrücke und stärkt zugleich die Verbindung zum gegenüberliegenden Donauufer. Der großzügige Saum greift die ursprünglichen Strukturen auf, sorgt für eine klare Zonierung und schafft Raum für vielfältige Nutzungsfunktionen wie Gastronomie, Mobilität (Fahrräder, Scooter, Stellplätze), nutzungsoffene Zonen für Kunstausstellungen oder Pop-Up-Schattenelemente und Baumneupflanzungen. Freibleibende Korridore bieten Platz zum Flanieren. Dank der glatten Oberfläche wird eine durchgehende Barrierefreiheit gewährleistet.
Punktuelle Maßnahmen zur Attraktivierung des Platzes
Stadt-Plateaus vor den Brückenkopfgebäuden beidseitig entstehen durch die Anhebung des Geländeniveaus Stadtplateaus, die als Vorplätze und Verbindungselemente zu den Brückenkopf-Terrassen dienen. Sie sind integraler Bestandteil des Saumes und werden über Rampentreppen erschlossen. Durch die Niveauanhebung wird zusätzlicher Wurzelraum für Baumneupflanzungen über der Tiefgarage geschaffen. Von einer Sitztreppe aus können Besucher:innen das Geschehen am Platz überblicken.
Kühle Oase rund um den Neptunbrunnen Etwa 370 m² rund um den Neptunbrunnen werden entsiegelt, und eine grüne Oase mit drei großen Platanen entsteht. Ein Schwammstadtaufbau unter der wassergebundenen Oberfläche versorgt die Bäume nachhaltig mit Luft und Wasser. Abnehmbare Sitzgelegenheiten und ein Trinkbrunnen (Verlegung) schaffen einen angenehmen Ort des Verweilens und Austausches.
Die Platzmitte wird mit neuen Granitstufen versehen, die sich wie Bänder um die Dreifaltigkeitssäule legen. Durch die klare Führung der neuen Treppenanlage verbreitert sich die offene Mitte um bis zu 2,5m für Nutzungen wie Märkte oder Feste. Das alte Kleinsteinpflaster rund um die Dreifaltigkeitssäule wir mit dem reihigen „Schuhplattenbelag“ ersetzt, um sich besser in das neu geordnete Gefüge einzugliedern. Die verwendeten Steine stammen aus dem Bestand und werden wiederverwendet.
Modernisierte Straßenbahnhaltestellen
Die Haltestellenbereiche der Straßenbahnen werden durch großzügigen Flugdächern aufgewertet, welche den Eindruck von Leichtigkeit und Offenheit vermitteln, ohne den Raum darunter einzuengen. Sie schützen vor Witterungseinflüssen, bieten Schatten und ausreichend Platz für Sitzgelegenheiten zum Warten auf die nächste Bim.
Brückenkopf-Terrassen – Das Tor zum Hauptplatz (Ideenteil)
Die Brückenkopf-Terrassen sind durch den einheitlichen Saum mit dem Hauptplatz verbunden. Gleichzeitig werden die Terrassen verbreitert, da je eine Fahrspur pro Fahrtrichtung entfällt. Dieser neu gewonnene Raum bietet Platz für einen großzügigen Fahrradstreifen, Aufenthaltsflächen und Baumpflanzungen. Durch die Auflösung der Unterführung entsteht ein großzügiger Wurzelraum. Zwei Zitterpappeln akzentuieren die Torsituation zum Hauptplatz.
Die Umgestaltung berücksichtigt den von der Stadt Linz vorgeschlagenen Verordnungsplan zum Verkehr. Mit dem Wegfall einer Fahrspur auf der östlichen Rampe wird vorgeschlagen, an dieser Stelle eine zusätzliche Taxizone einzurichten, um den motorisierten Verkehr weiter zu verringern. Die Freihaltekorridore, Stellplätze für Fahrräder und Scooter, barrierefreien Stellplätze und die Ladezone wurden im geforderten Ausmaß berücksichtigt und im Saum integriert.
Zukunftsszenario – Erweiterung FUZO:
Angesichts des künftig geringeren Verkehrs auf der Nibelungenbrücke wird eine nachhaltige Verkehrslösung vorgeschlagen:
Der motorisierte Verkehr wird über die östliche Rampe zur B129/Donaulände geleitet. Die westliche Rampe bleibt für Zufahrten zu Stellplätzen, der Tiefgarage, Lieferverkehr, Taxis sowie einer Kiss-&-Ride-Zone nutzbar. Der Bereich vom Hauptplatz bis zum östlichen Brücken-Plateau wird zur Fußgängerzone, was die Aufenthaltsqualität erhöht. Zugang haben nur Lieferverkehr, Radfahrende, Taxis und Fahrzeuge mit Behindertenausweis, was Sicherheit und Lebensqualität verbessert.
Entsiegelung, In-situ-Erhalt und Wiederverwendung Aufgrund von ökonomischen und ökologischen Aspekten bleibt das Pflaster in der Mittelzone erhalten (ca. 42%) und wird lediglich an erforderlichen Stellen saniert. Rund um den Neptunbrunnen werden ca. 370m² entsiegelt und mit einem Schwammstadtkörper unterbaut. Das Kleinsteinpflaster um die Pestsäule wird ersetzt und mit den Pflastersteinen aus dem ursprünglichen Saum an den historischen Schuhplattenbelag angebunden.
Die großflächige Unterbauung des Hauptplatzes sowie das historische Ensemble aus Fassaden und Denkmälern, die es zu berücksichtigen gilt, erfordern eine gezielte Platzierung der Baumpflanzungen:
In der entsiegelten Oase werden drei große Platanen mit Schwammstadtaufbau auf einem zentralen Erdkern gepflanzt. Im westlichen Saum sorgen fünf Hopfenbuchen für Schatten in den Gastrobereichen. Auch diese Bäume wachsen auf Erdkernen und profitieren von einem erweiterten Wurzelraum, der durch das Schwammstadtprinzip geschaffen wird.
Durch die Anhebung des Geländeniveaus können auf den beiden Stadtplateaus über der Tiefgarage größere Wurzelräume entstehen, die zusätzliche Pflanzungen ermöglichen. Auf beiden Seiten des Platzes wird jeweils eine Gruppe von Zitterpappeln gepflanzt, die symbolisch die Verbindung zum Wasser unterstreichen.
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Randbereiche des Platzes werden durch einen großzügigen Promenadensaum gefasst. Auf der Nordseite endet dieser in einem beidseitig der Kopfbauten vorgelagerten baumbestandenen kühlen Aufenthaltsraum. Eine großzügige Rampenanlage führt vom Platz in direkter Sichtbeziehung zu den Arkaden der Kopfbauten in Richtung der Donau. Auf der Südseite des Platzes wird als Pendant zu den neuen Aufenthaltsbereichen an der Uni eine großzügige Platzintarsie um den Neptunbrunnen vorgesehen, die ebenfalls eine hohe Aufenthaltsqualität mit ihren schattenspendenden Platanen verspricht. Die Baumpflanzungen sind aus klimatologischer und denkmalpflegerischer Sicht richtig gesetzt und können sich mit einem erdgebundenen Wurzelraum, teilweise im Schwammstadtprinzip, gut entwickeln.
Die bestehende Platztopografie mit einer Treppenanlage in der südlichen Mitte des Platzes wird im Wesentlichen beibehalten, die Stufenanlage jedoch im Bereich der Dreifaltigkeitssäule umgestaltet, um dem Denkmal mehr Raum zu geben. Die Nutzbarkeit der Marktfläche ist auch für Veranstaltungen weiterhin gegeben, auch wenn die Stufenanlage deren Flexibilität nicht unwesentlich einschränkt.
Auf der Westseite beschatten und kühlen weitere Baumpflanzungen den westlichen Platzbereich, ohne die Raumwirkung des gesamten Platzes von Fassade zu Fassade oder die Nutzung der Veranstaltungs- und Marktfläche wesentlich einzuschränken.
Leider fehlt der Arbeit auf der Ostseite eine überzeugende Antwort auf die Fragen der Klimaresilienz und Aufenthaltsqualität. Beschattende Schirme können hier keine wesentliche Verbesserung der vorhandenen Situation bewirken.
Die Mobilitätsaspekte werden von der Arbeit gut gelöst, insbesondere wird eine beidseitige Befahrbarkeit des Marktplatzes nachgewiesen. Die Arbeit verknüpft den Platz durch die Brückenkopfbauten hindurch weiter bis zum sogenannten Brückenplateau, indem der Pflasterbelag des Promenadensaums bis auf das Brücken-Plateau weitergesogen werden.
Fraglich bleibt, ob eine Neupflasterung in den Randbereichen, die als einzige im Bestand bereits gut funktionieren, aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Hervorzuheben ist jedoch, dass durch eine Neupflasterung eine Verbesserung der Barrierefreiheit in den stark frequentierten Randbereichen des Platzes zu erwarten ist.
Stadtbalkon
©3:0 Landschaftsarchitektur
Oase
©3:0 Landschaftsarchitektur
Lageplan
©3:0 Landschaftsarchitektur
Lageplan
©3:0 Landschaftsarchitektur