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Nichtoffener Wettbewerb | 02/2026

Umgestaltung Historische Mitte in Leinfelden-Echterdingen

Blick über den neuen Kirchplatz
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Blick über den neuen Kirchplatz

1. Preis / Ideenteil

Preisgeld: 12.500 EUR

bhm Planungsgesellschaft mbH

Landschaftsarchitektur

Spiecker Sautter Lauer

Stadtplanung / Städtebau

landstrich – zeichnung & visualisierung

Visualisierung

Erläuterungstext

STÄDTEBAU
Das historische Rathaus gewinnt durch die zentrale und freie Stellung auf dem neuen Platz seine ursprüngliche, ortsbildprägende Bedeutsamkeit zurück. Anstelle des bisher unmittelbar angrenzenden technischen Rathauses entsteht ein Neubau, der die städtebauliche Wahrnehmung dieses historischen Wahrzeichens durch Positionierung, Gliederung und Höhenentwicklung unterstützt. Gemeinsam mit dem zu erhaltenden Gebäude der früheren Sparkasse fasst es den Stadtraum der Bernhäuser Straße und reagiert mit seiner Körnung auf die umgebende Bebauung.
Für das östlich angrenzende Grundstück der Kirchengemeinde wird eine langfristige städtebauliche Perspektive entwickelt, die den Bereich neu ordnet.
Wichtig ist hierbei die Umsetzbarkeit in jeweils funktionstüchtigen Zwischenschritten, welche die freiraumplanerische und städtebauliche Neuordnung implizieren und Nutzungsalternativen ermöglichen.

Beurteilung durch das Preisgericht

Freianlagen
Die Konzeption der Freiräume und damit auch größtenteils der Stadträume besticht ob seiner klaren Haltung mit zusammenhängenden Grünflächen und einem homogenen Stadtboden. Das freigestellte historische Rathaus, das Pfarrhaus und das Gastronomiegebäude werden im denkmalgeschützten Kontext der historischen Mitte sehr wohltuend in die Neukonzeption integriert.
Die zusammenhängende Planung wird als sehr gelungen und dem Ort angemessen erkannt. Es entstehen keine Einzelräume, sondern gemeinsame Grünräume, die den Stadtpark integrieren. Die Ost-West-Wegeverbindungen werden gekonnt bespielt, genauso wie die Nord-Südverbindung von Burgstraße und östlichem Fußwegvernetzung, ohne überbordend zu wirken.
Die Freibereiche der Gastronomie werden sowohl an eine gut gestaltete Burgstraße mit unterschiedlichen Breiten und damit Räumen und im Osten an den Spielbereich des Parks
angebunden. Es entsteht dort ein attraktives Nutzungsgelenk mit freiräumlich guten Qualitäten. Die Lagerflächen unter dem Terrassendeck werden dabei zur Nebenfläche.
Der Kirchplatz wird zwischen Altbau Rathaus und nördlich des Neubaus richtigerweise gastronomisch belebt - hin zur verkehrsfreien Platzfläche.
Die Idee an der Wette, die Aufenthaltsbereiche mit Sitzstufen aus Naturstein eher vor der Kirchenmauer zu etablieren und die anderen Seiten als überwiegend begrünte Einfassungen
vorzuschlagen, kommt dem Gedanken des Dankmalschutzes sehr zugute, die Wette nicht als zugängliches „Badebecken“ zu begreifen.
Die vielen Baumsetzungen in der Bernhäuserstraße und in der Überleitung zum Kirchplatz sorgen für ein gutes Stadtklima. Bezüglich der Resilienz hinsichtlich klimatologischer Herausforderungen ist diese Arbeit mit einem hohen Grünflächenanteil und einem im Vergleich der Arbeiten niedrigeren Anteil an befestigten Flächen ein wichtiger Beitrag innerhalb urbaner Stadtstrukturen.
Die Bernhäuser Straße in die Platzstruktur miteinzubeziehen, entspricht auch dem bereits erwähnten einheitlichen Planungsprinzip und lässt eine robuste öffentliche Struktur erkennen.

Städtebau und Architektur
Die vorgeschlagene Wegeführung über die Grundstücke der evangelischen Kirchengemeinde (Ideenteil E) ist sparsam, erscheint durch die präzise gesetzte Führung aber völlig ausreichend. Es ergeben sich dadurch sinnvoll geschnittene und gut nutzbare Zwischenzonen, die auch eine zu erwartende abschnittsweise Umsetzung der Hochbauten verschiedener Träger problemlos möglich machen.
Anstelle des westlichen Teils des Technischen Rathauses wird ein Neubau vorgeschlagen, der insgesamt nur bedingt überzeugen kann. Dass er an der Bernhäuser Straße zurückspringt und ein tiefes Vorfeld ohne erkennbare Nutzung bildet, dadurch aber auf der Nordseite Platz verliert, ist schwer nachvollziehbar. Während die Fassaden mit dem Zeitgeist angepassten Motiven und Materialien gründlich bearbeitet sind, weisen die Grundrisse einige handwerkliche Fehler auf und nutzen die räumlichen Potenziale nur ungenügend aus, was sich im Rahmen einer Überarbeitung aber heilen ließe.
Der Erhalt des östlichen Bauteils des Technischen Rathauses (ehemaliges Kreissparkassen-Gebäude) wird ausdrücklich gewürdigt. Die dort vorgeschlagenen Nutzungen könnten ohne größere bauliche Eingriffe in die vorhandene Tragstruktur eingefügt und mit der bestehenden Fassade koordiniert werden. Dieser Vorschlag würdigt auch den Beitrag der 1970er Jahre zur Identität der historischen Mitte.
Die Bebauung des nördlichen Ideenteils (Gebiet Schafrain) überzeugt mit angenehmer Raumbildung und sinnvoller Durchwegung, auch wenn die dort vorgesehene Baumasse ein wenig überzogen erscheint.

Die Arbeit überzeugt und vor allem in der Gestaltung der Freianlagen. Leider erreicht die architektonische Durcharbeitung im Konzept-Teil keine vergleichbare Qualität.
Piktogramme Konzept

Piktogramme Konzept

Gesamtlageplan

Gesamtlageplan

Blick über die Bernhäuser Straße in Richtung des historischen Rathauses

Blick über die Bernhäuser Straße in Richtung des historischen Rathauses

Städtebauliche Abschnitte

Städtebauliche Abschnitte

Schwarzplan

Schwarzplan