Nichtoffener Wettbewerb | 05/2026
Umgestaltung Innenstadt von Burloer Straße bis Rathausplatz in Rhede
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Visualisierung
©Paul Trakies
1. Preis
Preisgeld: 23.400 EUR
Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH
Landschaftsarchitektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Sebastian Rinke, Johanna König, Anna Klaus, Luise Wuttig, Dimitri Dyck, Felix Ridder, Max Erdmann
Freie Planungsgruppe Berlin GmbH
Stadtplanung / Städtebau, Verkehrsplanung
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Lichtplanung
Visualisierung
Modellbau
Beurteilung durch das Preisgericht
Freiraum
Als Leitbild für die künftige Ausgestaltung der Rheder Innenstadt definieren die Verfassenden vier charakteristische Freiräume,
die unter Erhalt bzw. Wiederverwendung des traditionellen Klinkerbelags mit einem lockeren Baumdach aus Bestandsbäumen
und Neupflanzungen überstellt und so ganz selbstverständlich verbunden werden.
Zentraler Freiraum für das Stadtleben ist dabei nach wie vor der Kirchplatz bzw. Markt, dessen Ränder stärker beschattet werden,
während die Mitte mit einem ausgesuchten Naturstein-Pflasterteppich und Wasserspiel unaufgeregt und nutzungsoffen akzentuiert wird. Die große Stadtbank für diesen Ort ist stimmig, ihr Standort verstellt aber ggf. die Zufahrt zum Platz bei Veranstaltungen und die Sichtachse Richtung Burloer Straße.
Auf der Südwestecke der Kirche St. Gudula entsteht am Kinderbrunnen mit einer Magnoliengruppe und bespielbaren Steinen ein
weiterer kleiner, eigenständiger und sinnvoll genutzter Platz.
Der Gildekamp behält seine Funktion als Parkplatz bei, wird aber räumlich geordnet und mit neuen Baumsetzungen deutlich
grüner. Das hebt die Aufenthaltsqualität und unterstützt die gewünschte stadträumliche Verbindung zu Pastors Busch bzw.
Rheder Bach. Der hier angedachte Sprühnebel erscheint in Anbetracht der Laubdächer verzichtbar, die ungehinderte Zufahrt
für Anlieger und Rettungsfahrzeuge über die Hohe Straße nach Osten wird vermisst. Die Jury diskutiert auch kritisch, dass die
schmalen Straßen zwischen den wichtigen Plätzen wegen der historischen Fassaden bei den hier intendierten Baumpflanzungen
besonders behutsam behandelt werden müssen.
Der Rathausplatz schließlich wird aber passend ebenfalls mit Bäumen belebt und bietet einen vielseitig nutzbaren, offenen
Raum.
Insgesamt besticht die Arbeit in der Freiraumgestaltung durch die Angemessenheit der eingesetzten Mittel, durch ihre Ruhe und
Zurückhaltung, mit der die prägenden Freiräume des Stadtkerns von Rhede »aufgeräumt« werden und gleichzeitig eine effiziente und deutlich bessere Durchgrünung erfahren. Ausgeprägt gärtnerische oder zu formale, bauliche Elemente werden dabei
dankenswerter Weise nicht bemüht.
Städtebau
Die Schaffung einer geschlossenen straßenbegleitenden Raumkante entlang der Burloer- und Gartenstraße in angemessener
Höhe wird von der Jury gewürdigt. Ihre Körnigkeit ist richtig gewählt, so dass sich die Neubebauung harmonisch in die Umgebung
einfügt und nicht fremd wirkt. Leicht versetzte Fluchten der Baukörper werden zwar kontrovers diskutiert, nach allgemeiner Meinung fügen sie sich gut in die historisch nicht unbedingt fluchtenden Konturen der Rheder Parzellenstruktur ein und schaffen
in Abschnitten für die Burloer Straße ein gewünscht breiteres Straßenprofil.
Zu kritisieren ist die Stellung der beiden Einzelbaukörper mit Flachdach, die Bezug auf die Seitenflügel des Klosters zu nehmen
scheinen. Auch wenn dieser Gedanke zunächst nachvollziehbar erscheint, wirkt die Fortführung der klösterlichen Anlage für
Wohnnutzung sowie ihre unentschieden wirkende Verknüpfung mit der Randbebauung unangemessen und nicht passend, auch
wenn ein höheres Maß an Dichte durchaus angemessen ist.
Die vorgeschlagenen Wohntypologien sind gut gewählt und flexibel nutzbar. Das Angebot wird durch gastronomische Nutzung
zum Markt hin sinnvoll ergänzt. Die Dichtewerte liegen unterhalb des Durchschnitts. Dies schafft räumliche Großzügigkeit und
weitere quartiersbezogene Angebote für Spiel- und Aufenthaltsflächen. Sowohl unter wirtschaftlicher Betrachtung als auch aus
städtebaulicher Sicht könnte die Dichte angemessen höher sein.
Insgesamt leistet die Arbeit einen wertvollen Beitrag zur Wettbewerbsaufgabe. Ihre Robustheit und Flexibilität kommt den Erwartungen der Rheder Stadtgesellschaft in besonderem Maße entgegen.
Lageplan
©Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH
Übersichtsplan
©Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH