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Nichtoffener Wettbewerb | 07/2024

Umgestaltung Marktplatz-Bergstraße-Lange Straße in Lage

perspektive
6

perspektive

1. Preis

Preisgeld: 30.000 EUR

RB+P Landschaftsarchitektur Bauermann Otto Ludwigs

Stadtplanung / Städtebau

Erläuterungstext

AUSZUG AUS DEM PREICHGERICHT:

"Das Herzstück von Lage wird mittels zweier Platzgeschwister und dem Kirchpodest zu einem offenen, gut proportionierten und vielfältig bespielbaren innerstädtischen Ort, der durch einen grünen Filter und den Kirchgarten sorgfältig räumlich gefasst wird. Die Bedeutung von Marktkirche und historischem Rathaus wird auf diese Weise hervorgehoben, der Stadtraum maßstäblich gegliedert.

Der Entwurf zeichnet sich durch angenehm proportionierte Räume mit einer robusten Grundausstattung im Lagenser Maßstab aus und gibt insbesondere auf das Regenwas-sermanagement zukunftsfähige Antworten. Die Arbeit überzeugt insgesamt durch ihren unaufgeregten und angemessenen Umgang mit dem Ort, mit der deutlichen Erhöhung des Grünanteils sowie den einfachen, aber präzise gesetzten Maßnahmen für die Teilbereiche des Wettbewerbs (..) ."



„LAGE - STADT DER ZIEGLER, STADT DES SPORTS, STADT DES ZUCKERS UND STADT DER ZUKUNFT.“

Unsere Gestaltungsphilosophie und Haltung beschreibt die moderne Interpretation einer sehr klassischen Entwurfsaufgabe.
In all seinen gegenwärtigen Funktionen und Bedürfnissen, denken wir den Ort in die Zukunft weiter und übersetzten ihn, im Spannungsbogen klimaresilienter und gestalterisch-nachhaltiger Fragestellungen und Problemen von Morgen, in zeitgemäßer Landschaftsarchitektur. Durch das Zusammenspiel von ökologisch-klimatologischen, sowie auch sozioökonomischen und landschaftsästhetischen Belangen entwickelt der Entwurf eine progressive Strategie, welche das klassische Abbild mittelalterlich geprägter Raumstrukturen (hoher Versieglungsgrad im innerstädtischen Bereich) hinterfragt, verändert und für eine zukunftsorientierte und klimagerechte Planung sensibilisiert, anregt und ermutigt.

MOTTO: HISTORISCHER STADTKERN - “DER MARKTPLATZ DAS HERZ, DIE STRASSEN (BERG-/ LANGESTRASSE) DIE LEBENSADERN DER STADT“

Im Zentrum unserer Betrachtung steht der Marktplatz. Im Zusammenwirken mit der Fußgängerzone (Bergstrasse) erkennen wir einen sehr lebendigen Stadtraum, welcher durch seine Geschäftstüchtigkeit (Versorgungsmeile Bergstrasse/ Langestrasse) als ein Ort der Begegnung und der Bewegung – als ein Ort städtischen Treibens und Handelns geprägt ist. Der Marktplatz, als Impulsgeber und Entwicklungsmotor der Stadt, wird mit eine Herzen versinnbildlicht, welches sich durch seine angrenzenden Verbindungsräume (Berg- u. Langestrasse), arterienartig mit der Stadt verbindet und als gesamträumliche und zusammenhängende Raumstruktur verstanden wird. Deren Orientierung und Lesbarkeit im Dialog mit unterschiedlichen Entwurfsparametern herausgearbeitet wird:

Einheitliches Oberflächen- (Stadtparkett + Intarsien) und Ausstattungskonzept (Stadtmobiliar)
Baumkompositionen (Leit- und Akzentgehölze)
Spiel von Licht (Beleuchtungskonzept) und Wasser (Wassermomente)

Das langfristige Ziel ist die Etablierung eines neuen Grünraumprofils der Stadt Lage, welches sowohl auf die, durch den Klimawandel bedingten, Extremwetterereignisse reagieren kann, gleichwohl der Schaffung eines lebendigen, innerstädtischen Freiraums mit hoher Aufenthaltsqualität und Nutzungsflexibilität.


Das Gestaltungskonzept gliedert den Raum in drei übergeordnete Typologien, welche im Dialog zueinander eine abwechslungsreiche und spannungsvolle Choreografie aus unterschiedlichen Atmosphären und Raumbildern, von naturnahen und urbanen Grünraumstrukturen generiert.

1. MARKTPLATZ – STADTBÜHNE IM HISTORISCHEN ENSEMBLE:
Besonderheiten und Schwerpunkte im Raumprogramm: KIRCHENPLATEAU (MIT SITZKANTE), ZIEGLERBRUNEN, BAUMHAIN, MARKTPLATZ als EVENTFLÄCHE

2. FUßGÄNGERZONE (Bergstrasse/ Langestrasse) – GRÜNE LEBENSADER DER STADT:
Besonderheiten und Schwerpunkte im Raumprogramm: NACHBARSCHAFTS-/ KLEINE PLATZNISCHEN, RETENSIONSMULDEN, GRÜNFLÄCHEN MIT GEHÖLZEN

3. ÜBERGÄNGE – GRÜNE FILTER
Besonderheiten und Schwerpunkte in der Gestaltung: KONTRASTPAARE:
ENGE/ WEITE – LICHT/ SCHATTEN – HELL/ DUNKEL - GRÜN/ GRAU, HISTORIE/ ZUKUNFT - ANTIK/ INNOVATIV – HART/ WEICH


Beurteilung durch das Preisgericht

Das Herzstück von Lage wird mittels zweier Platzgeschwister und dem Kirchpodest zu einem offenen, gut proportionierten und vielfältig bespielbaren innerstädtischen Ort, der durch einen grünen Filter und den Kirchgarten sorgfältig räumlich gefasst wird. Die Bedeutung von Marktkirche und historischem Rathaus wird auf diese Weise hervorgehoben, der Stadtraum maßstäblich gegliedert. Eine neue Treppenanlage im Umfeld der Kirche unterstützt dies und verspricht besonders für Veranstaltungen reizvolle Möglichkeiten.

Die Lage des Zieglerbrunnens und seine Ergänzung um ein Fontänenfeld wird als Aufwertung begrüßt.

Nach Westen fungiert ein neuer Baumhain als sinnvoll gesetzter Filter, lenkt den Verkehr um und schafft das Angebot eines beschatteten Bereichs mit weiteren Nutzungsmöglichkeiten. Die Erschließung und Erreichbarkeit der Geschäfte am Ort, wie auch die Veranstaltung von Märkten und Festen sind so gut gelöst. Von diesem Zentrum strahlen die beiden Räume von Lange Straße und Bergstraße aus; sie sind mit breiten, fast mittig angeordneten Grüninseln dem Thema Niederschlagswassermanagement zugewandt, bieten aber gleichzeitig Aufenthaltsqualität und Spielmöglichkeiten, unterbrochen durch kleine Platzsituationen, welche in der Abschnittsbildung richtig dimensioniert sind und die Querung der Straßen möglich machen.

Auf dem Marktplatz bleibt bei gedrehtem Gefälle ein Einstau als wirtschaftlichste Möglichkeit zur Wasserrückhaltung gesichert.

Zu funktionalen Aspekten wie Verkehrsführung, Rettungswege, Begegnung PKW und FußgängerInnen fehlen leider weitergehende Aussagen. Die Jury hat insbesondere für die Lange Straße Bedenken, ob der vergleichsweise enge Straßenraum die beabsichtigten Mehrfachnutzungen leisten kann.

Bezogen auf die angedachten Belagsmaterialien und die intendierte Farbgebung sind die Aussagen zwischen Perspektive und Vertiefungsbereichen leider widersprüchlich. Die Farbgebung auf den Plänen verstört. Aussagen zur Widerverwendung von Bestandsmaterial werden vermisst.

Funktional werden die von der Auslobung geforderten Ansprüche gut umgesetzt.

Der Entwurf zeichnet sich durch angenehm proportionierte Räume mit einer robusten Grundausstattung im Lagenser Maßstab aus und gibt insbesondere auf das Regenwassermanagement zukunftsfähige Antworten.

Die Arbeit überzeugt insgesamt durch ihren unaufgeregten und angemessenen Umgang mit dem Ort, mit der deutlichen Erhöhung des Grünanteils sowie den einfachen, aber präzise gesetzten Maßnahmen für die Teilbereiche des Wettbewerbs und leistet somit einen wertvollen Beitrag zur Lösung der gestellten Wettbewerbsaufgabe.
konzeptpiktogramme

konzeptpiktogramme

piktogramme + lageplan 500

piktogramme + lageplan 500

ausschnitte 200

ausschnitte 200

detail 50 + ausstattungssequenzen

detail 50 + ausstattungssequenzen

schnitte 100

schnitte 100