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Offener Wettbewerb | 09/2018

Umgestaltung Platz der Luftbr├╝cke in Berlin

Gestaltungsplan

Gestaltungsplan

Anerkennung

Preisgeld: 4.000 EUR

capattistaubach urbane landschaften

Landschaftsarchitektur

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit wurde in der B├╝rgerversammlung besonders positiv bewertet, jedoch in der Jury sehr kontrovers diskutiert - der sehr klaren und praktikablen Gestaltung der Pl├Ątze westlich des Tempelhofer Damms werden auf der ├Âstlichen Seite zwei provokante Ma├čnahmen gegen├╝ber gestellt: Die Fahrspuren der S├╝dumfahrung werden zu sehr breiten, fl├Ąchigen Regeng├Ąrten umgestaltet, die den Geb├Ąuden vorgelagert sind. Die zentrale Gr├╝nfl├Ąche erf├Ąhrt zwar eine gartendenkmalpflegerische ├ťberarbeitung und Wiederherstellung, wird jedoch gleichzeitig von einer axial ausgerichteten Steganlage als "zeitgen├Âssischer Schicht" ├╝berlagert.

Die Steganlage bedeutet einen Eingriff in das Denkmal, der intensiv diskutiert wird. Aus einer Perspektive wurde es als interessante Option gesehen, das Denkmal zu ├Âffnen und mit zwei direkten neuen Wegeverbindungen zu erg├Ąnzen - dies vor allem, wenn man die zuk├╝nftige Bedeutung des Flughafengeb├Ąudes ber├╝cksichtigt. Die zu erwartende starke Frequentierung w├╝rde sich auf dem Steg b├╝ndeln und f├╝r eine neue Belebung und damit Funktionalit├Ąt des Raumes sorgen.

Aus denkmalpflegerischer Perspektive wird der Eingriff als vollst├Ąndig unvertretbar bewertet. Dies betrifft zum einen den deutlichen Eingriff in die Denkmalsubstanz und zum zweiten die aufgenommenen Achsbez├╝ge des Wegekreuzes. Nicht denkbar sind sowohl die geradlinige Verbindung zischen U-Bahn-Ausgang und Ehrenhof sowie die direkte Verbindung zwischen der Terrasse am Tempelhofer Damm und dem Luftbr├╝ckendenkmal. Damit w├╝rden die bewusst nicht axialen Setzungen der Nachkriegszeit konterkariert. Auch die Umsetzung der Stege in Aluminium ist nicht angemessen.

Die Ma├čnahmen zum Regenwassermanagement sind in der S├╝dumfahrung besonders pr├Ągnant ausgebildet. Sie scheinen aber in der Dimensionierung ├╝berzogen und im sp├Ąteren kaum multifunktional nutzbar. Aus verkehrlicher Sicht wird die Gestaltung der S├╝dumfahrung positiv gewertet, insbesondere die Reduktion auf zwei Fahrspuren. Gut scheint auch, dass eine Ausweitung an den jeweiligen Einm├╝ndungsbereichen m├Âglich ist. Problematisch ist die einseitige F├╝hrung von Zweirichtungsradwegen, insbesondere an den Einm├╝ndungen an der Nord- wie S├╝dumfahrung.

Auf der Westseite schlagen die Verfasser eine klare Differenzierung in einen dicht bepflanzten, schattigen "Baumsaal" mit wassergebundener Platzfl├Ąche am Kaiserkorso vor und einen einheitlich gepflasterten und mit zwei asymmetrischen Baumgruppen gegliederten westlichen Platz der Luftbr├╝cke. Erg├Ąnzt mit einem Kiosk entsteht mit den Baumgruppen ein lichter, vielf├Ąltig nutzbarer Platzraum. Wenige langgestreckte B├Ąnke auf allen westlichen Platzfl├Ąchen sind in Lage und Dimension plausibel. Die Positionierung von PKW-Stellpl├Ątzen direkt an beiden Seiten des "Baumsaals" wird kritisch gesehen.

Insgesamt stellt die Arbeit in ihrer Kontroversit├Ąt einen wertvollen Beitrag f├╝r das Verfahren dar.
Perspektive Platz der Luftbr├╝cke

Perspektive Platz der Luftbr├╝cke

Perspektive Quartiersplatz

Perspektive Quartiersplatz

Schnitt Quartiersplatz

Schnitt Quartiersplatz

Phasen

Phasen

Wassermanagement

Wassermanagement