Nichtoffener Wettbewerb | 08/2025
Umnutzung Hospitalgut mit Kirche in Zittau
©Rohdecan Architekten GmbH mit RSP Freiraum GmbH
Isometrie
1. Preis
Preisgeld: 16.000 EUR
Architektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Erläuterungstext
„Spittelgut“ - altes Hospitalgut Zittau
Das historische Hofgefüge des Hospitalgutes und die vorhandenen feingliedrigen, historisch gewachsenen Strukturen sind von überragender Qualität.
Ziel der Planung ist es, diese Qualitäten nicht allein passiv zu sichern, sondern zusammen mit der behutsamen Neustrukturierung und partiellen Ergänzung weiter zu entwickeln und dabei ebenfalls auf die Schutzziele des angenzenden Landschaftsschutzgebietes einzugehen.
Dazu gehören neben der Sicherung und Erhaltung der Kleinstrukturen und der charakteristischen Landschaftszüge, ebenso wie die Erhaltung der Baudenkmäler und der ländlichen und gewachsenen orts- und regionaltypischen Siedlungsstrukturen.
Die Qualitäten des historischen Hofes werden erhalten, gestärkt und die Bebauung der Hofstruktur „wächst” in die Landschaft.
Die behutsam angeordnete neue Bebauung entwickelt sich aus den vorhandenen Strukturen und wird als eine Chance der Ergänzung für den über die Jahre gewachsenen Ort begriffen.
Konzept (Bausteine/Phasen/Nutzung)
Unser Konzept sieht vier Phasen vor, in welchen das „Spittelgut” nach und nach zu einem pulsierenden Mittelpunkt für die Stadt und die Region weiterentwickelt wird. Wir haben uns bewusst für mehrere Bausteine entschieden, da nur so eine nachhaltige Durchmischung und Belebung gelingen wird. Auch steigt die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung durch mehrere engagierten Akteure, welche für Teilbereiche zuständig sind. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, das vorhandene große Potential des Bestandsensembles zu einem lebendigen Ort zu tranfomieren, an welchem sich Zittauer, ebenso wie nationale und internationale Gäste wohl fühlen.
Das neue Nutzungskonzept ermöglicht es, dass an diesem Ort vielfältige Kultur-veranstaltungen wie Konzerte und Lesungen, große Feiern mit über hundert Gästen sowie kreative Arbeitsplätze, Ateliers und gastronomische Angebote realisiert werden können.
In Phase I sollen die leicht umnutzbaren Bereiche bearbeitet und so die Bausubstanz gesichert und geordnet werden. Unserer Einschätzung nach umfasst dies die Kirche, sowie den Ausbau der Campinginfrastruktur für die Gäste der Stadt.
Die Kirche soll unter dem Namen „Kulturkirche“ als Veranstaltungsort für Konzerte und private Feiern erhalten bleiben. Der besondere Charakter des Raumes und ihre schöne historische Orgel sollen der Öffentlichkeit als prägende Landmark zugänglich sein und durch regelmäßige Nutzung vor dem Verfall bewahrt werden. Für die Barrierefreiheit wird mit einer mobilen Rampe für Rollstuhlfahrer gesorgt. Wenige nötige Instandhaltungsmaßnahmen bewahren in dieser Phase die historische Bausubstanz.
Der neue „Campingplatz am Spittelgut“ nutzt die Freifläche im Süden des Entwurfsgebiets, durch das verweben der Zeltwiese und den Caravan-Stellplätzen entstehet eine lockere Mischung. Die Camping Infrastruktur wird in den südlichen Gebäudeteilen untergebracht. Das Gebäude bietet moderen Annehmlichkeiten wie ein Self-Check-In, Waschplätze, Sanitäranlagen, einen Aufenthaltsraum für den Fall des schlechten Wetters, sowie einen Schlafsaal. Letztere sind besonders für Bikepacking-Touristen, die den Oder-Neiße Radweg nutzen, oder Pilgerer, welche auf dem Jacobsweg unterwegs sind, interessant.
Dieser Gebäudeteil wird über die neu geöffenten Torbögen im Süden direkt über den Hof erschlossen. Bei geschlossenen Veranstaltungen auf dem Hof besteht die Möglichkeit, die Räume auch direkt durch einen Nebeneingang an der Friedensstraße von Außen zu betreten.
Zusätzlich soll in dieser Phase der Hof beräumt, entsiegelt sowie der zentral angeordnete und Schatten spendende Hofbaum gepflanzt werden.
In Phase II wird das Augenmerk vor allem auf die Belebung, Durchmischung und dauerhafte Nutzung des Ensembles gelegt. Sie besteht aus den Bausteinen „Atelierhaus“, „Hofladen, Hofcafé und Catering“, sowie der „Feierscheune“.
Die „Feierscheune“ schafft die Räumlichkeiten für große Veranstaltungen jeder Art und wird in der östlichen Scheune realisiert. Sie soll mit einfachen mobilen Trennwänden in bis zu drei verschieden großen Räumen unterteilt werden können, aber auch im Ganzen nutzbar sein.
So ist sie flexibel nutzbar, von z. B. kleinen Seminare, Chorproben, Verbandstreffen bis hin zu Hochzeiten mit über hundert Gästen.
Das „Atelierhaus“ wird in den Gebäuden auf der Westseite des Spittelguts entstehen. Es enthält einige Co-Working-Arbeitsplätze, sowie Ateliers für lokale Kunsthandwerkerinnen. Ersteres nimmt die im Ensemble bereits untergebrachten Co-Working-Plätze auf. Nach der Revitalisierung des Hofgutes glauben wir, dass die Nachfrage nach Plätzen dieser Art deutlich steigen kann.
Auch das Handwerk soll wieder in das Ensemble einziehen und einen festen Platz erhalten.
Die entstehenden Ateliers verweisen auf die reiche Industriekultur Zittaus und tragen in Kombination mit der geplanten Nutzung als Ort für Feiern, Hochzeiten und Urlaube zur nachhaltigen Belebung des Areals bei. So können sowohl Workshops für Touristinnen und Touristen, ebenso wie für Feiergesellschaften angeboten werden, um so das Ausrichten von großen Feiern und Hochzeiten aktiv und welchselseitig zu unterstützen. Denkbar sind beispielsweise eine Goldschmiedwerkstatt, in welcher die Brautpaare ihre Eheringe selbst schmieden, eine Blumengalerie zur floralen Gestaltung von Feiern oder eine Töpferwerkstatt, in der gemeinsamme Erinnerungstücke entstehen.
Der „Hofladen, Hofcafé und Catering“ ist der abschließende Baustein dieser Phase. Im Hofladen sollen regionale Lebensmittel aus lokaler Erzeugung angeboten werden. Dies bietet sowohl für die Zittauer, als auch für die Gäste im Campingbereich und bei Feiern einen Mehrwert. Die Zittauer können so direkt vor der Tür lokal erzeugte Lebensmittel einkaufen, die Campinggäste bekommen frische Brötchen und Eier zum Frühstück und die Gäste der Feiern können die regionalen Spezialitäten vom Buffet nachkaufen. Das Hofcafé bietet Frühstück und Kaffee und Kuchen an, um so dauerhaft und tageszeitunabhängig Gäste ins Ensemble zu locken. Zusätzlich wird das „Catering” bei Veranstaltungen Gäste versorgen. Idealerweise werden diese drei Nutzungen von einem Betreiber geführt, es ist aber durch die Anordnung im Quartier auch möglich diese getrennt zu vergeben.
Zusätzlich stehen dem Catering und dem Hofcafé der Kirchenraum zu besonderen Anlässen für Gastronutzung mit Eventcharakter zur Verfügung. Denkbar ist z.B. das gemeinsame Zubereiten und Verkostung von Martinsgans und Sorbischer Hochzeitssuppen.
Auch die Hofgestaltung wird in dieser Phase vorangetrieben. Der beräumte Hof bekommt seine Struktur durch Grünbereiche, Baumpflanzungen und Wegen aus wassergebundener Decke.
Wir glauben, dass die Bausteine in Phase II Synergien schaffen um Gäste anzuziehen und so das „Spittelgut“ nachhaltig zu beleben.
Baulich werden in den denkmalgeschützen Gebäuden sensibel Eingriffe vorgenommen um ihren Charakter zu erhalten und sie gleichzeitig nutzbar zu machen. Das Atelierhaus arbeitet mit der bestehenden Struktur. Hier werden große Tore mit dahinterliegender Verglasung eingebaut. So sieht man sofort ob geöffnet ist, hat ein Schaufenster, sowie den thermischen Abschluss geschaffen. Die Feierscheune erhält neue Eingänge im alten Stil. Der besondere Dachstuhl soll erhalten werden und als Zeugnis seiner handwerklichen Qualität sichtbar bleiben. Es liegt hier der Schwerpunkt auf einer Nutzung in den warmen Monaten. Denkbar ist, dass der zukünftige Betreiber im Teilbereich der kleinen Räume eine Decke einzuziehen um diese ganzjährig zu nutzen. Der Hofladen wird lediglich durch einige wenige neue Einbauten ertüchtigt. Das Catering zieht in die überformte ehemalige Garage neben dem Trafo ein und erhält seine Küche, da hier kein Denkmalschutz besteht und diese Nutzung größere Eingriffe erwarten lässt. Es wird ein Fettabscheider und eine Abluftanlage nötig, um für größere Feiergesellschafen Essen zuzubereiten. Die notwendige Lüftungstechnik wird auf dem Dach untergebracht. Um Sie zu kaschieren wird ein Holzgerüst errichtet, welches zusätzlich einen Roof-top-Kräutergarten aufnimmt.
In Vorbereitung auf die Phase III wird das DDR-Funktionsgebäude abgetragen um Platz für die ergänzenden Baumaßnahmen zu schaffen.
In Phase III wird als Ersatz für das Funktionsgebäude aus DDR-Zeiten ein neues Hotel in vorgefertigter Holzbauweise mit Wellnessbereich auf dem Dach entstehen. Dies ergibt vor allem eine Fokusierung auf Verbandstreffen, Unternehmensklausuren, Bildungsseminaren, Chor-Probelagern und Hochzeiten Sinn. Die Gäste können so nach dem Feiern oder bei mehrtägigen Veranstaltungen bequem direkt vor Ort übernachten. Frühstück wird es im angrenzenden Hof-Café geben, eine Verbindung von Alt- und Neubau soll hergestellt werden. Der Gastraum des Hofcafés wird so zeitweise zum Frühstücksraum. Auf der Dachterrasse des Hotels wird es einen Wellnessbereich mit Hotpot und Sauna geben.
Auch die Hofgestaltung erhält in dieser Phase ihren Abschluss. Als Remineszenz an das ehemalige Schutzdach wird eine Pergola mit temporärer Bar als zusätzliche Veranstaltungsfläche in Betrieb genommen. Hier können Gesellschaften unter einem leichten und transparenten Schutzdach im Freien feiern. Unter der Woche ist hier Raum für beispielsweise Yoga, Hofkonzerte und Lesungen. Der Abschluss nach Oben erfolgt duch eine leichte und flexibele Membran, die je nach Bedarf geöffnet oder geschlossen werden kann.
In Phase IV soll das jetzige Wohnhaus als „Gutshaus“ umgebaut werden. Hier können sich Brautpaare für ihren Honneymoon einmieten, um sich auf ihre Hochzeit vorzubereiten und hinterher ausklingen zu lassen. Im Erdgeschoss wird es Platz für einen Sektempfang geben, sowie einen luxuriösen Ankleidebereich. Im Obergeschoss entsteht ein Master-Bedroom mit Bad en Suite, sowie weiteren Zimmer für die engsten Freunde und Familie des Paars. Auch eine Nutzung für Geschäftsführerklausuren oder ähnliche Anlässe bieten sich hier hervorragend an.
Durch unsere minimalinvasiven Eingriffe im Bestand, sowie das pointierte überformen der nicht denkmalgeschützen Gebäude wird der Charakter des Ensembles gestärkt und ein belebter Ort für Zittauer und Gäste aus der ganzen Welt geschaffen. Es wird niederschwellige Angebote wie Kunsthandwerkateliers, Arbeitsorte, Café und den Hofladen, sowie die Kulturkirche, Feierscheune und Hotel für ein breites Spektrum an Veranstaltungen geben. Mit der offenen Hofgestaltung, sowie der Pergola wird ein spanender Ort für Open-Airs, Sport oder zum simplen Verweilen geschaffen. So kann es gelingen, dass das „Spittel-Gut” nicht nur an Wochenenden zu Veranstaltungen, sondern ganzheitlich auch unter der Woche genutzt wird.
Bezüglich des Klimaschutzes wird bei den baulichen Ergänzungen des Holzhotels und der Küche ein sehr niedriger CO2-Fußabdruck erreicht. Die wesentlichen Maßnahmen beinhalten die großen PV-Flächen auf dem Dach, die optional mögliche Nutzung einer Geothermie für Heizen und Kühlen sowie der Einsatz von Holz für Konstruktion und Gebäudehülle.
Für eine weitere Optimierung kann der Einsatz von CO2-reduzierten Zementen geprüft werden. Diese reduzieren die Umweltwirkungen der Betone um über 50%.
Im weiteren Betrachtungsraum schlagen wir vor, das Gebiet in eine lockere Parklandschaft mit vielen Bäumen umzuwandeln. Neben dem Ausbau des Campingsplatzes, der mit im Süden locker verteilten Caravan-Stellplätzen zwischen Bäumen, sowie einer Zeltwiese am südlichen Rand des Gebiets, besticht die Aktivwiese mit angrenzender Grill- und Feuerstelle, das Beachvollyballfeld, Boulefeld und der Waldspielplatz tragen weiter zur Aufwertung bei. Jenseits der Friedensstraße ist eine Streuobstwiese geplant, welche durch den Hofladen bewirtschaftet werden kann und zur Biodiversität und zum Naturerlebnis beträgt. Generell ist die Freiraumgestaltung mit ihren vielen Nahrungsbäumen, der großen Verschattung und Retentionsmulden an die Herausforderungen des Klimawandel angepasst und wertet diese im Moment biologisch tote Fläche auf. Die zur Straße hin neu entstehenden Hügel bieten Lärmschutz für das Gebiet und steigern die Aufenthaltsqualität. Um den Durchgangsverkehr auf der Friedensstraße zu verlangsamen und verträglicher für das Gebiet zu machen, schlagen wir eine Verschmälerung des Straßenquerschnittes vor. Die Bushaltestellen bleiben bei dieser Betrachtung bestehen, denn die sind wichtig für die Anbindung des Spittelgutes.
Beurteilung durch das Preisgericht
Idee / Architektur
Das Spittelgut wird durch die Öffnung im Norden und Süden durchlässiger.
Der unprätentiöse, städtebaulich weitgehend am Bestand orientierte Entwurfsansatz überzeugt die Jury.
Die Autoren gliedern den Entwurf in drei sehr schlüssige Entwicklungsphasen, die in einem ausgewogen stimmigen Raum- und Nutzungskonzept als multifunktionales Hofensemble als Handels-, Veranstaltungs- und Übernachtungsort münden.
Das historische Hofgefüge bleibt gewahrt, die neuen Elemente des Holzhotels sowie der eher leichte Bau des Cateringwürfels fügen sich selbstbewusst in die Hofstruktur ein.
Positiv hervorgehoben wird die Wiederaufnahme einer sakralen Nutzung der Spittelkirche zu Hochzeiten.
Die vorgeschlagene saisonale Nutzung der Scheune als Feierscheune lässt die besondere Konstruktion des Bohlendaches vollumfänglich erlebbar machen.
Die sehr offene und multifunktionale Feierhalle überzeugt daher, weist jedoch keinerlei Funktionsflächen wie Lager-, Vorbereitungs- und Sanitärräume auf.
Der östliche Stallriegel rundet mit der vorgeschlagenen Nutzung als Atelierhaus das Angebot des Spittelgutes ab und kommt ohne zusätzliche Öffnungen der Außenwände aus.
Idee / Wirtschaftlichkeit
Der Nutzungsmix aus kultureller, touristischer, gastronomischer und Handelsnutzung lässt sich mit dem Charakter des Gesamtensembles gut vereinbaren und erlaubt eine gemeinschaftliche Entwicklungsperspektive durch öffentliches und privates Engagement.
Die Einordnung der Maßnahmen im Kontext vorhandener kultureller und touristischer Angebote in Zittau wird als realistisch eingeschätzt.
Die Nutzung und Entwicklung stehen vollständig im Einklang mit den Entwicklungszielen des InSEK.
Das stufenweise Entwicklungsmodell erscheint realistisch.
Ein behutsamer Umgang mit der Bausubstanz ist möglich.
Das Vorhaben ist eine bestandsorientierte Verbindung denkmalpflegerischer und klimaangepasster Weiterentwicklung der Bausubstanz im Kontext einer dem mittelfristigen Bedarf gerechten städtebaulichen Entwicklung der Platzsituation.
Die baulichen Ergänzungen/Veränderungen könnten ein Anstoß für klimaangepasstes, zukunftsorientiertes Bauen im Denkmalbestand sein und ein neues Bewusstsein in Zittau schaffen.
Freiraum
Der Freianlagengestaltung ist die detailreich und für die jeweiligen Orte prägnant entwickelt.
Der Hof des Hospitalgutes ist stark begrünt, und es bestehen Zweifel an einer vielfältigen Nutzung des Ortes. Hier sollte eine Fokussierung auf bestimmte Zonen vorgenommen werden.
Die leichte Konstruktion der Pergola sowie die Nutzung als Bar mit Freisitz ist bereichernd.
Der südlich anschließende „Wald“ bleibt mit seinem Baumbestand erhalten und wird als ein aktiver Ort mit unterschiedlichen Angeboten bereichert.
Die Freiraumgestaltung entlang der Friedensstraße enthält vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.
Baumreihen sowie Baumgruppen entwickeln einen städtebaulich klaren Raum und werten das Umfeld deutlich auf.
Das Spittelgut wird durch die Öffnung im Norden und Süden durchlässiger.
Der unprätentiöse, städtebaulich weitgehend am Bestand orientierte Entwurfsansatz überzeugt die Jury.
Die Autoren gliedern den Entwurf in drei sehr schlüssige Entwicklungsphasen, die in einem ausgewogen stimmigen Raum- und Nutzungskonzept als multifunktionales Hofensemble als Handels-, Veranstaltungs- und Übernachtungsort münden.
Das historische Hofgefüge bleibt gewahrt, die neuen Elemente des Holzhotels sowie der eher leichte Bau des Cateringwürfels fügen sich selbstbewusst in die Hofstruktur ein.
Positiv hervorgehoben wird die Wiederaufnahme einer sakralen Nutzung der Spittelkirche zu Hochzeiten.
Die vorgeschlagene saisonale Nutzung der Scheune als Feierscheune lässt die besondere Konstruktion des Bohlendaches vollumfänglich erlebbar machen.
Die sehr offene und multifunktionale Feierhalle überzeugt daher, weist jedoch keinerlei Funktionsflächen wie Lager-, Vorbereitungs- und Sanitärräume auf.
Der östliche Stallriegel rundet mit der vorgeschlagenen Nutzung als Atelierhaus das Angebot des Spittelgutes ab und kommt ohne zusätzliche Öffnungen der Außenwände aus.
Idee / Wirtschaftlichkeit
Der Nutzungsmix aus kultureller, touristischer, gastronomischer und Handelsnutzung lässt sich mit dem Charakter des Gesamtensembles gut vereinbaren und erlaubt eine gemeinschaftliche Entwicklungsperspektive durch öffentliches und privates Engagement.
Die Einordnung der Maßnahmen im Kontext vorhandener kultureller und touristischer Angebote in Zittau wird als realistisch eingeschätzt.
Die Nutzung und Entwicklung stehen vollständig im Einklang mit den Entwicklungszielen des InSEK.
Das stufenweise Entwicklungsmodell erscheint realistisch.
Ein behutsamer Umgang mit der Bausubstanz ist möglich.
Das Vorhaben ist eine bestandsorientierte Verbindung denkmalpflegerischer und klimaangepasster Weiterentwicklung der Bausubstanz im Kontext einer dem mittelfristigen Bedarf gerechten städtebaulichen Entwicklung der Platzsituation.
Die baulichen Ergänzungen/Veränderungen könnten ein Anstoß für klimaangepasstes, zukunftsorientiertes Bauen im Denkmalbestand sein und ein neues Bewusstsein in Zittau schaffen.
Freiraum
Der Freianlagengestaltung ist die detailreich und für die jeweiligen Orte prägnant entwickelt.
Der Hof des Hospitalgutes ist stark begrünt, und es bestehen Zweifel an einer vielfältigen Nutzung des Ortes. Hier sollte eine Fokussierung auf bestimmte Zonen vorgenommen werden.
Die leichte Konstruktion der Pergola sowie die Nutzung als Bar mit Freisitz ist bereichernd.
Der südlich anschließende „Wald“ bleibt mit seinem Baumbestand erhalten und wird als ein aktiver Ort mit unterschiedlichen Angeboten bereichert.
Die Freiraumgestaltung entlang der Friedensstraße enthält vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.
Baumreihen sowie Baumgruppen entwickeln einen städtebaulich klaren Raum und werten das Umfeld deutlich auf.
©Rohdecan Architekten GmbH mit RSP Freiraum GmbH
Lageplan
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Phasenplan
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Pergola
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Hofladen & Kulturkirche
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Feierscheune
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Grundriss
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Querschnitt