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Offener Wettbewerb | 01/2009

Umstrukturierung und Neugestaltung Neckaruferpromenade

Perspektive Schiffsanleger

Perspektive Schiffsanleger

5. Preis

stadt landschaft plus Landschaftsarchitekten GmbH

Landschaftsarchitektur

Planfabrik SPS

Architektur

ErlÀuterungstext

Die Stadt Heidelberg gewinnt mit der Inwertsetzung ihres Neckarufers stadtrĂ€umlichen Zusammenhang. Der Reiz ihrer einzigartigen landschaftsrĂ€umlichen Situation erschließt sich fĂŒr Besucher und Bewohner wieder unmittelbar.
Die bislang introvertierten grĂ¶ĂŸeren und kleineren PlĂ€tze entlang des Nordrandes der Altstadt öffnen sich zum Neckartal. Sie bieten fĂŒr die jeweiligen alltĂ€glichen Nutzungen Raum und können bei Veranstaltungen bespielt werden. Die PlĂ€tze prĂ€gen abschnittsweise den Charakter des Uferboulevards.
Versetzte Baumreihen begleiten die Neckaruferpromenade und geben den Blick auf markante GebĂ€ude Heidelbergs frei. Wie durch geöffnete Fenster kann die historische Altstadt von der anderen Seite des Flusses erlebt werden. Aus den Altstadtgassen ist der Blick auf den Neckar und die gegenĂŒberliegende Hanglage offen.
Der Neckarstaden ist auf zwei Ebenen erlebbar. Der Uferboulevard verlĂ€uft ca. 2-3 m ĂŒber dem normalen Wasserspiegel, in Abschnitten unter BĂ€umen, entlang der Ufermauer. Direkt am Wasser wird eine durchgehende Uferpromenade angelegt. Ihr Höhenverlauf ist differenziert ausgebildet und bringt die prĂ€genden Ufermauern an der Stadthalle und am Marstall zur Geltung. Am JubilĂ€umsplatz und an der Alten BrĂŒcke verbinden sich die Niveaus zu großzĂŒgigen Platzsituationen.
Das gesamte Neckarufer ist verkehrsberuhigt. Der Uferboulevard wird von Bussen, Radfahrern, FußgĂ€ngern sowie den Anliegern genutzt. Alle Verkehrsteilnehmer nehmen RĂŒcksicht aufeinander. Die ParkhĂ€user sollen nach Möglichkeit direkt an den Tunnel angeschlossen werden. FĂŒr den Individualverkehr soll die Strecke einmal, beispielsweise am Marstall, unterbrochen werden, damit Durchgangsverkehr verhindert wird.

Über dem Tunnelmund der Theodor-Heuss-BrĂŒcke soll ein neuer Auftakt- und Zielpunkt der Neckaruferpromenade entstehen - das Merianeum mit Galerie, Cafe und Aussichtsterrasse. Pyramidenpappeln am BrĂŒckenkopf bilden zudem das Pendant zu den TĂŒrmen der Alten BrĂŒcke am anderen Ende der Neckaruferpromenade.
Ein schmaler Steg fĂŒhrt vom Bismarckplatz zum Neckar.

Im FrĂŒhling wird man - von Westen kommend - von einer Reihe blĂŒhender Magnolien empfangen. Sie begleiten am Neckarstaden die bunt bepflanzten VorgĂ€rten der WohnhĂ€user. GrundstĂŒcks- und Garagenzufahrten werden durch Pergolen und RankgerĂŒste ĂŒberspielt.
Entlang der abschĂŒssigen verkehrsberuhigten Straße begleiten geschnittene Platanen die StĂŒtzmauer. Dahinter befinden sich die Anlegestelle der Kabinenschiffe, der Uferweg und Kioske mit Servicefunktionen.

Die durchgÀngige Uferpromenade direkt am Wasser wird sicher nicht nur zum Promenieren, sondern auch zum Aufenthalt gern genutzt werden. Hier zeigt sich das Neckartal von seiner schönsten Seite.
Großformatige Platten markieren ein zusammenhĂ€ngendes Band in der Mitte der Promenade. Sie sind gut und sicher begehbar, auch und besonders fĂŒr Behinderte. Entlang des Neckars und an der Ufermauer verbleibt Großpflaster. Es wird auch in den neu angelegten Bereichen fortgefĂŒhrt. Damit bleibt der Hafencharakter wie an den SchiffslĂ€nden erhalten. An geeigneten Stellen verbinden Treppen Promenade und Boulevard. Eine Rampe am JubilĂ€umsplatz und der ebenerdige Übergang an der Alten BrĂŒcke ermöglichen einen barrierefreien Zugang. Eine direkte unterirdische Anbindung des geplanten Erweiterungsbaus der Stadthalle an die Uferpromenade ist erwĂŒnscht. Ein Restaurant, das sich hier zum Tiefkai des Neckars öffnet, erfĂŒllt diese Anbindung optimal.

Die Stadthalle wird aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt. Der JubilĂ€umsplatz wird zum Neckar geöffnet. Rampe, Geh- und Sitzstufen fĂŒhren direkt zum Wasser. Eine große, freie, hochwertig befestigte PlatzflĂ€che ist vielfĂ€ltig nutzbar, insbesondere fĂŒr kulturelle Veranstaltungen, so wie es einmal war.

Am AltstÀdter Neckarufer wird durch die abschnittsweise ErgÀnzung eines robusten Tiefkais eine zusammenhÀngende Promenade geschaffen. Ansonsten gilt: Keine zusÀtzlichen Einbauten in den Neckarfluss. Am Marstall könnte ein Badeschiff liegen.

Die Kioske/ServicegebĂ€ude werden vom Hochwasser an FĂŒhrungspylonen angehoben.

Wie in den Straßen der Altstadt ist Reihenpflaster im Bereich der MischflĂ€chen der Neckarpromenade prĂ€gend. Reine FußgĂ€ngerbereiche sind in großformatigen Sandsteinplatten gehalten.

An der Alten BrĂŒcke entsteht eine große PlatzflĂ€che direkt am Neckar. Die mĂ€chtigen BrĂŒckenbögen kommen hier eindrucksvoll zur Wirkung und rahmen den Blick ins Neckartal. Die geneigten FlĂ€chen entlang der Mauer werden flach terrassiert. Sie können bewirtschaftet werden - Stadt am Fluß.

Am Karlstor treffen Stadt und Landschaft aufeinander. Die FlĂ€chen fĂŒr FußgĂ€nger, KFZ- und Schienenverkehr sowie kulturelle Nutzung werden miteinander und mit der Umgebung verwoben.

Die wichtigsten Bauwerke der Stadt werden nachts angestrahlt. Die Straßenbeleuchtung ist entsprechend untergeordnet. Die Leuchten des Boulevards sind wie eine Perlenschnur aufgereiht. Die Uferpromenade erhĂ€lt ihr stimmungsvolles Licht aus Bodenstrahlern, welche die Sandsteinmauern beleuchten.

Die entscheidende Aufwertung des Heidelberger Neckarufers wird mit der Fertigstellung des Tunnelbauwerks und einer vom Verkehr befreiten, großzĂŒgigen Uferpromenade erreicht sein. Doch wesentliche Bausteine können im Vorfeld realisiert werden. Der gesamte Tiefkai von der Stadthalle bis zur Alten BrĂŒcke einschließlich einer Treppe auf Höhe des Krahnenplatzes kann bereits gebaut und genutzt werden. Hier wird die QualitĂ€t erlebbar, die insgesamt erreicht werden kann. Auch eine Öffnung der Stadthallenerweiterung zum Tiefkai, die Realisierung kleiner Servicepavillons fĂŒr die Bootstouristen sowie der Bau einer zum Wasser orientierten Plattform unterhalb der Bastion sind im ersten Realisierungsabschnitt möglich.
Grundriss

Grundriss

Perspektive BrĂŒcke

Perspektive BrĂŒcke

Perspektive Stadthalle Nacht

Perspektive Stadthalle Nacht

Perspektive Stadthalle

Perspektive Stadthalle

Konzept Tag

Konzept Tag