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Nichtoffener Wettbewerb | 02/2016

Wohnen am Campus II

Perspektive Humboldt-Weg

Perspektive Humboldt-Weg

1. Preis

Preisgeld: 20.500 EUR

roedig . schop architekten

Architektur

plancontext gmbh landschaftsarchitektur

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH plant in Berlin Johannisthal Adlershof Neubauten mit preisg√ľnstigen Mietwohnungen. Die Umgebungsbebauung im Wohngebiet ‚ÄěWohnen am Campus‚Äú ist durch klare st√§dtebauliche Zielsetzungen √ľber einen Bebauungsplan gestaltet. Sie wird durch eine Mischung aus Zeilen und Punktbauen entlang von vorgebebenen Baulinien gepr√§gt, die als Solit√§rbauk√∂rper r√§umlich
Hofsituationen bilden, aber durchl√§ssig und aufgelockert gestaltet sind. Das Gesamte Wohnquartier ist mit Gr√ľnz√ľgen durchsetzt. Die zu erwartenden L√§rmimmissionen vom s√ľdlichen Gewerbe und von der Herman-Dorner-Allee erfordern besondere Ber√ľcksichtigung bei der st√§dtebaulichen Setzung.

Leitidee: 3 Baufelder
Die im St√§dtebau vorgefundenen Baustrukturen werden in unser Konzept √ľbernommen und auf dem Grundst√ľck der HOWOGE in 3 Baufeldern modifiziert. Mit verschiedenen Erschlie√üungstypen und einer differenzierten Antwort auf die jeweiligen Lagen entsteht ein breiter Mix an Wohnungstypen. Die verschiedene K√∂rnung der Bauk√∂rper bietet verschiedene Bauformen, aber auch die M√∂glichkeit, in kleineren Bauvolumen
experimentelle Wohn- und Bauweisen, z.B. Holzbau, zu untersuchen.

Städtebaulich-freiraumplanerisches Konzept
Die mehr geschlossene Hofstruktur der Gebäude entlang der Karl-Ziegler-Straße nimmt Bezug zu den angrenzenden Gewerbebauten und zeigt geschlossene aber strukturierte Baukörper. Diese identische Baustruktur wird im zweiten Bebauungsstreifen
am Alexander-von-Humboldt-Weg aufgelockert. Hier wird der Bezug zu den solit√§ren Bausteinen √∂stlich der Bahntrasse genommen. Damit entstehen, wie auch auf dem Baufeld der Holzcubes, Sichtbez√ľge parallel zum Oktogon. Auf dem n√∂rdlichen Baufeld bildet das Atriumhaus einen markanten Solit√§r an der Teilung Hermann-Dorner-Allee und der Tramtrasse. Die st√§dtebauliche Idee gro√üz√ľgiger flie√üender Freir√§ume wird weitergef√ľhrt. In den geschlossenen und offenen Hofr√§umen wird mit verschieden Pocketparks ein Bezug zur Randgestaltung des Landschaftsparks hergestellt.

Die L√§rmimmission vom Gewerbe der Karl-Ziegler-Stra√üe wird √ľber die vorgelagerten Laubengangerschlie√üungen abgepuffert. Die Wohnr√§ume sind hier alle in die ruhigen Hofseiten orientiert. Zur Hermann-Dorner Allee wird die Immission des zu erwartenden motorisierten Verkehrs √ľber durchgesteckte Wohnungen oder nur nach S√ľd-Ost orientierte Wohnungen zur ruhigen Hofseite gel√∂st. Zur Bahntrasse sind die H√§user durch den gro√üen Abstand zur Tram und der niedrigen Fahrfrequenz ausreichend vor L√§rmimmissionen gesch√ľtzt. Die Verbesserung des Schallschutzes √ľber die Geb√§udeh√ľlle mit Fenstern h√∂herer Schallschutzklassen wird einen zus√§tzlichen Komfort bieten.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit zeigt eine klare und gut lesbare räumliche Struktur. Sie gliedert sich in drei Zonen, die in sich einen eigenen Charakter zeigen und eine Korrespondenz zu den Quartieren jenseits des Oktogons bzw. der Tramtrasse herstellen.

Der Geb√§udestreifen an der Karl-Ziegler-Stra√üe gliedert sich in gut proportionierte Wohnh√∂fe, die durch eine schmale differenzierte, gleichwohl geschlossene Randbebauung mit Laubeng√§ngen vor dem Gewerbel√§rm gesch√ľtzt wird.
Am Alexander-von-Humboldt-Weg folgt eine aus Einzelbauten zusammengef√ľgte Zone, die Motive aus dem s√ľd√∂stlichen Quartier (jenseits der Tramtrasse) zwar aufnimmt, aber r√§umlich zu offen gestaltet ist.

Schlie√ülich wird das neue Quartier an der nord√∂stlichen Ecke mit einem hohen und freigeformten Solit√§r abgeschlossen. Dieser Solit√§r, der multifunktional gedacht ist, bildet ein eindrucksvolles stadtr√§umliches Gelenk und zugleich ein markantes Merkzeichen an der richtigen Position zwischen den kompakten Wohnquartieren und dem weitr√§umigen Park. W√§hrend der Solit√§r an dieser Stelle sinnvollerweise f√ľr Gewerbe, Gastronomie und Einzelhandel ausgewiesen wird, erscheint die gro√üfl√§chige Ausweisung des Parkens im Erdgeschoss, insbesondere an der Herrmann-Dorner-Allee, fragw√ľrdig.

Die Jury beurteilt die Verkn√ľpfung der inneren Freir√§ume mit der umgebenden Landschaft positiv. Es entstehet im neuen Quartier eine Vielfalt nutzbarer und klar gefasster Freir√§ume, die zur Adressbildung beitragen werden und gute wohnungsnahe Aufenthaltsqualit√§ten versprechen. Im Detail lassen die Freir√§ume allerdings die gew√ľnschte gestalterische Qualit√§t vermissen. Dennoch verspricht das Gesamtkonzept ein hohes Ma√ü an Stabilit√§t und gleicherma√üen eine gute Anpassungsf√§higkeit. Die Bez√ľge zwischen den Grundrissen im Erdgeschoss und den angrenzenden Freir√§umen sind schl√ľssig beschrieben.
Die Arbeit schafft es, mit einer entspannten Geb√§udekonfiguration im oberen Bereich von Bruttogeschossfl√§che und Wohnungszahl zu liegen. Insgesamt wird die Arbeit als √ľberaus leistungsf√§hige Grundlage f√ľr die nachfolgende architektonische Realisierungsplanung gew√ľrdigt, sowohl konzeptionell wie auch √∂konomisch.
Perspektive Ziegler-Straße

Perspektive Ziegler-Straße

Schwarzplan

Schwarzplan

Erdgeschoss

Erdgeschoss

Dachaufsicht

Dachaufsicht

Konzept

Konzept

Durchwegung

Durchwegung