Einladungswettbewerb | 02/2025
Wohnen am Volkspark in Flensburg
8
Perspektive Nord
©RendeRisch Architekturvisualisierungen
3. Preis
Preisgeld: 7.500 EUR
Stadtplanung / Städtebau
Erläuterungstext
Eingebettet zwischen Volkspark und Gärten – Förde und Innenstadt fußläufig erreichbar – sollen auf dem Gelände einer ehemaligen Kleingartenkolonie in Flensburg bis zu 400 hochwertige zum Teil geförderte Wohnungen entstehen. Wir schlagen eine nord-süd-gerichtete Grünachse vor, an der sich östlich durchlässige Zeilenbauten als Fortführung des Bestands anschließen und westlich quer zur Achse drei Wohnhöfe angeordnet werden, die das nachbarschaftliche Miteinander fördern. Begleitet werden die Erschließungen von vielfältigen Grünzügen, die nicht nur die einzelnen Bereiche miteinander und das Quartier mit der Umgebung verbinden, sondern gleichzeitig der Regenrückhaltung und Verbesserung des Klimas dienen. Das Quartier wird fußläufig oder mit dem Rad erschlossen, die Pkw werden eingangs in einem Mobility-Hub untergebracht. Gemeinschaftliche Wohnnutzungen, die auch genossenschaftlich errichtet werden können, Einzelhandel sowie eine Kindertagesstätte runden das Angebot ab. Die vorrangig drei bis viergeschossigen Wohngebäude können dank Variationen wiederkehrender Module wirtschaftlich errichtet werden. Anknüpfend an die vorhandene Nachbarschaft werden die Gebäude durch hellrotes Ziegelmauerwerk geprägt. Von privaten Loggien schweift der Blick, ebenso wie von gemeinschaftlichen Spiel- und Erholungsbereichen, stets ins Grüne.
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Entwurfsverfasser:innen schlagen eine solide und robuste städtebauliche Struktur mit einer Mischung aus Zeilen und Punkthäusern vor, die leicht ablesbar ist und eine hohe Wirtschaftlichkeit verspricht. Sie bietet außerdem eine gute Grundlage für die Freiraumgestaltung, die in diesem Entwurf jedoch weitgehend oberflächlich bleibt und vom Preisgericht als ausbaufähig bewertet wird. Auch die Konzeption der Baukörper bleibt etwas schematisch und die Bezüge und Übergänge zum städtebaulichen Umfeld sind stellenweise unklar. Erschlossen werden die Wohneinheiten konsequent über die Wohnhöfe, was sich positiv auf die Orientierung und Vernetzung innerhalb des Quartiers auswirkt. Die Anordnung der zentralen Nutzungen am Auftakt des Quartiers wird positiv bewertet und auch die Lokalisierung der Kita in direkter Nähe zum Volkspark bietet spannende Potenziale. Jedoch ist die Erreichbarkeit insbesondere für externe Nutzer:innen eingeschränkt und die Erschließung der Kita ist voraussichtlich mit wiederkehrenden Verkehren im Quartier verbunden. Der Sonderbaukörper im Norden wird ambivalent gesehen und kann in seiner Funktionalität nicht vollends überzeugen. Auch die Überlagerung der Versickerungsgräben mit den Aufstellflächen der Feuerwehr wird als problematisch angesehen. Ein dauerhafter Wasserstand ist bei dem Untergrund nicht zu erwarten, so dass nur eine Nutzung als Entwässerungsmulden denkbar ist. Dafür erscheint der Aufwand aber deutlich zu hoch.
Die Quartiersgarage dient als Auftakt in das Quartier und verfügt über eine angemessene Größe. Aufgrund der Nähe zum Einleitpunkt und der topografischen Begebenheiten ist der Standort jedoch nicht unkritisch. Insgesamt verfügt der Entwurf über viele Potenziale und gute Ansätze, die jedoch nicht vollends entfaltet werden und deren Umsetzung oftmals etwas oberflächlich bleibt. Damit bleibt die Arbeit etwas hinter der Spitzengruppe zurück.
Perspektive Süd
©RendeRisch Architekturvisualisierungen
Lageplan 1:500
©arbos landscape + ppp architekten + stadtplaner
Ansicht Ost
©ppp architekten + stadtplaner
Sprengaxo
©ppp architekten + stadtplaner
Mobilityhub
©ppp architekten + stadtplaner
Erschließung
©ppp architekten + stadtplaner
Freiraum
©ppp architekten + stadtplaner