modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Offener Wettbewerb | 03/2018

Wohnen in Potsdam Krampnitz

Perspektive Zentralpark

Perspektive Zentralpark

1. Preis

Machleidt GmbH

Stadtplanung / Städtebau

SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH

Landschaftsarchitektur

SHP Ingenieure GbR

Verkehrsplanung

performative architektur

Energieplanung

werk3 architekturvisualisierungen

Visualisierung

Erläuterungstext

STADT UND LANDSCHAFT | WILDNIS UND STRENGE

Welche Eigenarten wird diese neue Stadt in Krampnitz haben? Wir finden einen Genius loci vor, in dem die funktionale, orthogonale Strenge der Kasernenfigur l√§ngst atmosph√§risch √ľberlagert ist vom Vordringen von Wald und Wildnis. Es ist schon das Gebot einer angemessenen √Ėkonomie mit den vorhandenen Stra√üen- und Baustrukturen weiterzuarbeiten. Dar√ľber hinaus bietet sich aber auch die Chance der Entwicklung einer ortsspezifischen Unverwechselbarkeit in der Formulierung des Wechselspiels zwischen der Strenge der gebauten und der Wildnis der gr√ľnen Stadt.

F√ľr Krampnitz entwickelt sich dabei eine signifikante Grundfigur die sich aus den Relikten der historischen Kaserne selbstverst√§ndlich weiterentwickelt. Im Mittelpunkt steht dabei die Fortf√ľhrung der ost-westlichen Doppelachsen der Kaserne. Die neue Stadt wird so gepr√§gt vom √§u√üeren Alleenring als Haupterschlie√üung und dem zentralen Kiefernpark der den verwilderten gro√üen Reitplatz als urbanen Park erweitert.

Es ist dieses zentrale Ringmotiv, entlang dem sich auch die urbane Kernzone entwickelt, mit der gr√∂√üten Dichte und attraktiven Nutzungsmischung. Hier entsteht bildnerisch und programmatisch eine gesamtst√§dtische Identit√§t. Demgegen√ľber entfalten sich die Stadtbausteine zu den Landschaftsr√§ndern hin zu differenzierten Teilquartieren mit individueller Atmosph√§re, die auf die unterschiedlichen Landschaftsr√§ume sensibel eingeht.

Die Aktivierung von Krampnitz ist nichts weniger als die Neubegr√ľndung einer Stadt ‚Äď als Insel in der Landschaft. Damit geht die Verantwortung einher, eine effiziente, kompakte Stadt als kraftvolles Statement in der Debatte zur Zersiedelung der Landschaft zu schaffen. Es besteht die Chance, eine neue, modellhafte Balance zu schaffen, zwischen den Qualit√§ten st√§dtischer Dichte mit ihrer vielf√§ltigen Lebendigkeit und der entspannten Sch√∂nheit der inneren und √§u√üeren Landschaften.

Beurteilung durch das Preisgericht

Das st√§dtebauliche Konzept erm√∂glicht es ein Quartier mit eigener Identit√§t zu schaffen: Dazu definiert es eine gro√üe Parkfl√§che im Innern, die den Baumbestand in Wert setzt und dem neuen Quartier eine starke Freiraum-Mitte gibt. Die Zentrierung wird durch die in einiger Entfernung von der gr√ľnen Mitte umrahmenden Bebauungsfelder verst√§rkt. Hier sorgen Blockrandtypologien f√ľr die n√∂tige Dichte, bieten jeweils zur Allee hin an den wichtigen Schnittstellen mit Nord-S√ľd-Durchwegungen Orte f√ľr Versorgungs- und Gemeinschaftseinrichtungen und zum Park hin gute Wohnqualit√§ten. Die Solit√§re (Stadtvillen) im Park sind aus Gr√ľnden der baulichen Verdichtung zur Tramachse hin nachvollziehbar, √ľberzeugen typologisch jedoch noch nicht. Besonders im Hinblick auf die Abgrenzung √∂ffentlicher und privater Freir√§ume. In der Nord-S√ľd-Spange W√§schereispange) am westlichen Ende des Parks sorgen √∂ffentliche und private publikumsorientierte Nutzungen f√ľr einen das neue Quartier zusammenhaltenden zentralen Bereich, der an der Tramstra√üe einen angemessenen √∂ffentlichen Raum erh√§lt und nach S√ľden mit Schulhaus und Sportfeld einen gelungenen √úbergang in die Landschaft bildet. Gleichzeitig bietet die Lage des Sportplatzes eine konfliktfreie Nutzung desselben. Die Baufeldzuschnitte der Quartiere Schau-ins-Land und Heide vermitteln zur angrenzenden Landschaft und grenzen das Gesamtquartier gleichzeitig √ľberzeugend
davon ab. Einige Freiraumnutzungen (z. B. Kleinspielfl√§chen) greifen hier allerdings in den Landschaftsschutzraum ein. Die Gr√∂√üe der Baufelder erm√∂glicht die visualisierte bauliche Entwicklung mit unterschiedlichen Typologien und sorgen entsprechend f√ľr eine robuste Grundstruktur f√ľr die Entwicklung. Dabei wird auf die sorgf√§ltige Ausgestaltung und Nutzungsm√∂glichkeiten gemeinschaftlicher Freifl√§chen zu achten sein. Die Andeutung der Freiraumqualit√§ten zeigen die Notwendigkeiten aber auch die M√∂glichkeiten der
Abgrenzung von privaten und √∂ffentlichen Freir√§umen auf. Das Management des Oberfl√§chenwassers ist durch entsprechende Profile angedacht. Die Ideen zur CO2 neutralen Energienutzung m√ľssen in geeignete st√§dtebauliche und architektonische Regeln in die n√§chste Planungsstufe √ľbersetzt werden. Die Umsetzbarkeit der Idee der mehrgeschossigen Parkh√§user im R√ľcken an strategischen Orten liegender Bauten ist mit dem Hinweis auf Mantelnutzungen noch nicht gegeben. Hier k√∂nnte die Anordnung von gewerblichen Nutzungen gepr√ľft werden. Die Verkehrserschlie√üung samt dem Prinzip der ‚ÄěVersickerung‚Äú des Individualverkehrs zum Rand hin √ľberzeugt. F√ľr das dargestellte Mobilit√§tskonzept bestehen die r√§umlichen M√∂glichkeiten. Die Funktionsf√§higkeit bzw. Gr√∂√üe der P+R Anlage ist zu √ľberpr√ľfen. Die 1. Ausbaustufe kann plausibel in 3 Phasen entstehen, wobei schon in der 1. Phase eine die wesentlichen Merkmale des neuen Quartiers entstehende Gesamtfi gur entsteht. Die 2. Ausbaustufe dient dann der Arrondierung des Gesamtquartiers.
Lageplan

Lageplan

Städtebaulich-freiräumliches Leitbild

Städtebaulich-freiräumliches Leitbild

Schwarzplan

Schwarzplan

Vertiefungsbereich Deutsche Wohnen

Vertiefungsbereich Deutsche Wohnen

Vertiefungsbereich Landschaftsfenster

Vertiefungsbereich Landschaftsfenster