Nichtoffener Wettbewerb | 02/2009
Zentrales Jugendhaus Bietigheim-Bissingen
6
Modellbild
Ankauf
Preisgeld: 1.000 EUR
Kauffmann Theilig & Partner / Freie Architekten BDA Partnerschaft GmbB / Generalplaner GmbH
Architektur
Erläuterungstext
Städtebauliche Einbindung
Das Grundstück für das neue Jugendhaus ist nach Norden und Osten an die bestehende Bebauung an Sporthalle und Gymnasium angebunden, nach Süden und Westen hat es Anschluss an die (offene) Landschaft.
Das neue Jugendhaus vervollständigt also den südlichen Abschluss des Schul- und Sportgeländes Ellental. Die bestehende Nordsüdwegeverbindung wird zur Haupterschließung für das neue Jugendhaus. Die ostwestgerichtete Hof- und Platzfolge von den Freisportanlagen des Gymnasium zur Sporthalle wird mit dem neuen Jugendhaus ebenfalls attraktiviert.
Städtebauliche und freiräumliche Bezüge
Form und Lage des Gebäudes gliedern das Grundstück in drei Freiraumqualitäten und nutzen dabei die von West nach Ost fallende Hangsituation:
Der Eingangsbereich auf der Ebene +297,5m bildet den einladenden öffentlichen Auftakt für das neue Jugendhaus. Er orientiert sich nach Nordosten und ist um drei Stufen aus dem Gelände herausgehoben.
Der Café-Freibereich ist nach Süden orientiert und lädt zum Verweilen mit Blick auf die offene Landschaft ein. Er befindet sich ebenfalls auf der Erschließungsebene.
Der Sport- und Spielbereich ist nach Westen orientiert und wird vom Obergeschoss des Gebäudes erschlossen. Er ist zum Eingangsbereich, allein schon durch den Höhenversprung der Topografie, abgeschirmt und entwickelt sich ungestört in die offene Landschaft.
Funktionen
Dementsprechend sind die Funktionen im Gebäude angeordnet. Der Treppen- und Sanitärkern trennt Veranstaltungsbereich und Café von Werkstatt und Musikwerkstatt im Inneren. Jeder Teilbereich ist von außen erschlossen:
Jugendinformation, Jugendcafé, Veranstaltungsraum befinden sich leistungsfähig auf einer Ebene im Zugangsbereich. Die zugeordnete Küche kann ebenerdig angeliefert werden.
Die Werkstätten orientieren sich nach Norden und Osten, sind ebenfalls präsent zum Eingangsbereich, ohne diesen zu stören. Dem Werkstattbereich zugeordnet befinden sich Lager und Stellplätze: Es ist in die Hangfalte eingeschoben und übergrünt und gewährleistet so die notwendige Erschließung der bestehenden Sporthalle in zwei Ebenen.
Dem Obergeschoss sind neben der Verwaltung, die Schulung sowie das Tonstudie vorbehalten.
Material und Gestalt
Das Konzept der gut definierten Freiräume für das Jugendhaus prägt seine räumlichen und gestalterischen Absichten:
Das Gebäude hat eine harte Schale, welche sich als steinverkleidete Massivkonstruktion mit differenzierter Fassadenlochung zeigt.
In diesen zunächst massiven Baukörper sind im Sinne und zum Anlass der Freiräume großformatige Einkerbungen in den Baukörper geschnitten. Diese sind weitgehend verglast und gewährleisten so den jeweiligen Übergang zwischen innen und außen. Die raumhohe Verglasung mit einer Holzpfostenriegelkonstruktion (mit Aluabdeckleisten) unterstützt die beabsichtigte Raumwirkung.
Die beiden Geschosse sind über eine großzügige Luftraumverbindung verknüpft, gewährleisten aber dennoch ungestört funktionierende Teilbereiche. Zwei Kerne schaffen die funktionale und formale Verknüpfung der Geschosse.
Tragwerk
Alle tragenden und erdberührenden Bauteile bestehen aus Stahlbeton. Die moderat gewählten Spannweiten sowie eine Aussteifung über die Kerne lassen eine sehr wirtschaftliche Bauweise erwarten.
Klima und Energie
Der Anschluss an das örtliche Fernwärmenetz ist gewährleistet. Alternative Energiekonzepte sind weitgehend von dieser Vorgabe abhängig und werden bei Bedarf ergänzt. Das günstige AV-Verhältnis sowie ein überdurchschnittlicher Wärmedämmungsstandard lassen günstige Verbrauchskosten für das Gebäude erwarten.
Der sommerliche Wärmeschutz wird mit individuell steuerbarem außen liegenden Sonnenschutz erreicht.
Das bereits vorhandene Klimagerät kann gegebenenfalls für die Lüftung des Saals eingesetzt werden.
Resümee
Es entsteht ein Jugendhaus, welches das bestehende Schulzentrum ergänzt und abrundet, dennoch aber eine eigene Identität für die jugendlichen Nutzer schafft:
Die Lage im Landschaftsraum, das Angebot von großzügigen Freibereichen, die fließenden Übergänge zwischen innen und außenund ein großzügiges interpretierbares Grundrissangebot schaffen einen besonderen Ort, der aber genügend Freiraum für die Nutzer lässt, das Haus und den Ort „in Besitz“ zu nehmen.
Bearbeitung:
Sebastian Pajakowski
Achim Birnbaum
Velina Nacheva
Das Grundstück für das neue Jugendhaus ist nach Norden und Osten an die bestehende Bebauung an Sporthalle und Gymnasium angebunden, nach Süden und Westen hat es Anschluss an die (offene) Landschaft.
Das neue Jugendhaus vervollständigt also den südlichen Abschluss des Schul- und Sportgeländes Ellental. Die bestehende Nordsüdwegeverbindung wird zur Haupterschließung für das neue Jugendhaus. Die ostwestgerichtete Hof- und Platzfolge von den Freisportanlagen des Gymnasium zur Sporthalle wird mit dem neuen Jugendhaus ebenfalls attraktiviert.
Städtebauliche und freiräumliche Bezüge
Form und Lage des Gebäudes gliedern das Grundstück in drei Freiraumqualitäten und nutzen dabei die von West nach Ost fallende Hangsituation:
Der Eingangsbereich auf der Ebene +297,5m bildet den einladenden öffentlichen Auftakt für das neue Jugendhaus. Er orientiert sich nach Nordosten und ist um drei Stufen aus dem Gelände herausgehoben.
Der Café-Freibereich ist nach Süden orientiert und lädt zum Verweilen mit Blick auf die offene Landschaft ein. Er befindet sich ebenfalls auf der Erschließungsebene.
Der Sport- und Spielbereich ist nach Westen orientiert und wird vom Obergeschoss des Gebäudes erschlossen. Er ist zum Eingangsbereich, allein schon durch den Höhenversprung der Topografie, abgeschirmt und entwickelt sich ungestört in die offene Landschaft.
Funktionen
Dementsprechend sind die Funktionen im Gebäude angeordnet. Der Treppen- und Sanitärkern trennt Veranstaltungsbereich und Café von Werkstatt und Musikwerkstatt im Inneren. Jeder Teilbereich ist von außen erschlossen:
Jugendinformation, Jugendcafé, Veranstaltungsraum befinden sich leistungsfähig auf einer Ebene im Zugangsbereich. Die zugeordnete Küche kann ebenerdig angeliefert werden.
Die Werkstätten orientieren sich nach Norden und Osten, sind ebenfalls präsent zum Eingangsbereich, ohne diesen zu stören. Dem Werkstattbereich zugeordnet befinden sich Lager und Stellplätze: Es ist in die Hangfalte eingeschoben und übergrünt und gewährleistet so die notwendige Erschließung der bestehenden Sporthalle in zwei Ebenen.
Dem Obergeschoss sind neben der Verwaltung, die Schulung sowie das Tonstudie vorbehalten.
Material und Gestalt
Das Konzept der gut definierten Freiräume für das Jugendhaus prägt seine räumlichen und gestalterischen Absichten:
Das Gebäude hat eine harte Schale, welche sich als steinverkleidete Massivkonstruktion mit differenzierter Fassadenlochung zeigt.
In diesen zunächst massiven Baukörper sind im Sinne und zum Anlass der Freiräume großformatige Einkerbungen in den Baukörper geschnitten. Diese sind weitgehend verglast und gewährleisten so den jeweiligen Übergang zwischen innen und außen. Die raumhohe Verglasung mit einer Holzpfostenriegelkonstruktion (mit Aluabdeckleisten) unterstützt die beabsichtigte Raumwirkung.
Die beiden Geschosse sind über eine großzügige Luftraumverbindung verknüpft, gewährleisten aber dennoch ungestört funktionierende Teilbereiche. Zwei Kerne schaffen die funktionale und formale Verknüpfung der Geschosse.
Tragwerk
Alle tragenden und erdberührenden Bauteile bestehen aus Stahlbeton. Die moderat gewählten Spannweiten sowie eine Aussteifung über die Kerne lassen eine sehr wirtschaftliche Bauweise erwarten.
Klima und Energie
Der Anschluss an das örtliche Fernwärmenetz ist gewährleistet. Alternative Energiekonzepte sind weitgehend von dieser Vorgabe abhängig und werden bei Bedarf ergänzt. Das günstige AV-Verhältnis sowie ein überdurchschnittlicher Wärmedämmungsstandard lassen günstige Verbrauchskosten für das Gebäude erwarten.
Der sommerliche Wärmeschutz wird mit individuell steuerbarem außen liegenden Sonnenschutz erreicht.
Das bereits vorhandene Klimagerät kann gegebenenfalls für die Lüftung des Saals eingesetzt werden.
Resümee
Es entsteht ein Jugendhaus, welches das bestehende Schulzentrum ergänzt und abrundet, dennoch aber eine eigene Identität für die jugendlichen Nutzer schafft:
Die Lage im Landschaftsraum, das Angebot von großzügigen Freibereichen, die fließenden Übergänge zwischen innen und außenund ein großzügiges interpretierbares Grundrissangebot schaffen einen besonderen Ort, der aber genügend Freiraum für die Nutzer lässt, das Haus und den Ort „in Besitz“ zu nehmen.
Bearbeitung:
Sebastian Pajakowski
Achim Birnbaum
Velina Nacheva
Beurteilung durch das Preisgericht
Der städtebauliche Ansatz, den Schulkomplex nach Süden durch ein polygonal gegliederten und damit dem östlich benachbarten Gebäuden des Gymnasium verwandten Baukörper abzurunden, überzeugt und wird positiv gesehen. Ebenso überzeugt der Eingangshof im Nordosten. Die Gliederung des Baukörpers ist in einem solchen Gebäude angemessen und wird gut ergänzt durch die Lochfassaden mit unterschiedlichen Fensterhöhen und –größen.
Die Verteilung der einzelnen Raumgruppen auf 2 Ebenen ist funktionsgerecht und durch den zentralen Kern gut verbunden. Gleichzeitig trennt dieser Kern auch die lärmintensiven Bereiche von Veranstaltungsbereich, Schulung und Verwaltung. Gut ist das in 2 Ebenen erlebbare, relativ knapp bemessene, Foyer und eine wenigstens partielle Blickverbindung vom oberen Foyer in den Saal. Die polygonale Ausformung des Saals ist im Prinzip machbar und akustisch gut, der Zugang bei der Bühne wird kritisiert.
Der Küchenblock müsste verbessert werden hinsichtlich direkterer Ausgabe in Saal und Cafe. Der KFZ-Bereich im Norden ist in Ordnung, die Zufahrt nicht dargestellt. Auch Ausformung und Orientierung von Cafebereich sowie Schulung und Verwaltung (nach Süden) werden positiv gesehen.
Bezüglich der Kennzahl liegt der Entwurf im günstigen Bereich, ebenso – energetisch gesehen-, durch die Ausbildung der Fassaden und eines großen Teils der Außenwände im Eingansgeschoss gegen Erdreich, im günstigsten Bereich.
Insgesamt gesehen, ein Entwurf, der eine gute städtebauliche Abrundung des Schulgebiets schafft – und ein charakterisches Gebäude erwarten lässt – das durch gute Verteilung und Ausformulierung seiner Raumgruppen der gestellten Aufgabe gerecht wird.
Die Verteilung der einzelnen Raumgruppen auf 2 Ebenen ist funktionsgerecht und durch den zentralen Kern gut verbunden. Gleichzeitig trennt dieser Kern auch die lärmintensiven Bereiche von Veranstaltungsbereich, Schulung und Verwaltung. Gut ist das in 2 Ebenen erlebbare, relativ knapp bemessene, Foyer und eine wenigstens partielle Blickverbindung vom oberen Foyer in den Saal. Die polygonale Ausformung des Saals ist im Prinzip machbar und akustisch gut, der Zugang bei der Bühne wird kritisiert.
Der Küchenblock müsste verbessert werden hinsichtlich direkterer Ausgabe in Saal und Cafe. Der KFZ-Bereich im Norden ist in Ordnung, die Zufahrt nicht dargestellt. Auch Ausformung und Orientierung von Cafebereich sowie Schulung und Verwaltung (nach Süden) werden positiv gesehen.
Bezüglich der Kennzahl liegt der Entwurf im günstigen Bereich, ebenso – energetisch gesehen-, durch die Ausbildung der Fassaden und eines großen Teils der Außenwände im Eingansgeschoss gegen Erdreich, im günstigsten Bereich.
Insgesamt gesehen, ein Entwurf, der eine gute städtebauliche Abrundung des Schulgebiets schafft – und ein charakterisches Gebäude erwarten lässt – das durch gute Verteilung und Ausformulierung seiner Raumgruppen der gestellten Aufgabe gerecht wird.
Piktogramme
Lageplan
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Obergeschoss
Schnitte + Ansichten