modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Nichtoffener Wettbewerb | 07/2007

Zentrum Wilhelmsburg

Blick in die Bahnhofspassage

Blick in die Bahnhofspassage

1. Preis

Wiggenhorn & van den Hövel Landschaftsarchitekten BDLA

Landschaftsarchitektur

JKL Junker + Kollegen Landschaftsarchitektur und Stadtplanung

Landschaftsarchitektur

APB. Schneider Andresen Pommée Architekten und Stadtplaner PartG mbB

Architektur

Erläuterungstext

IDEE
Das Zentrum Wilhelmsburg zeichnet sich durch großmasstäbliche Gebäudestrukturen aus den 70er Jahren aus, die dem gesamten Gebiet in Verbindung mit undefinierten Freiräumen einen verwahrlosten und anonymen Charakter verleihen.
Der Entwurf schlägt eine Strategie der arrondierenden Maßnahmen vor, die das strukturell defizitäre Wohnumfeld verbessern, die Ladenstruktur stärken und zu einem robusten Stadtquartier umbauen. Leitprinzipien sind dabei:
- Formulierung des öffentlichen Raumes als eine Sequenz von klar identifizierbaren städtischen Räumen mit hohem Identifikations- und Nutzungswert.
- Transformierung der undefinierten Stadträume zwischen den Wohngebäuden in eindeutig zonierte Bereiche mit halbprivaten Gartenhöfen
- Nutzung der städtebaulichen Potenziale durch Einbindung der vorhandenen Strukturen in masstäblich überschaubare Nachbarschaften
- Klare Wegebeziehungen zur Stärkung der neuen Mitte durch die Anbindung des Umfeldes.


BUSBAHNHOF
Bus- und S-Bahnhof werden zu einem städtischen Entree für Wilhelmsburger und IGA-Besucher umgestaltet. Zur besseren Anbindung des Zentrums an Alt-Wilhelmsburg und IGA dient eine „landschaftlich“ geprägte Fußgängerbrücke über den Schienenkörper in Westen. Diese mündet mit einer großzügig ausgebildeten Freitreppe in die Bahnhofspassage ein. Südlich davon versammelt ein hohes, freitragendes Glasdach die Bussteige und Taxen auf dem neuen „Bahnhofsplatz“ und inszeniert das Ankommen und Abfahren als städtisch-belebendes Moment. Darunter entstehen neue Park + Ride-Stellplätze im „Parkplatz der Exoten“ mit Gehölzen aus aller Welt. Im Norden bildet ein 4-geschossiges Geschäftshaus mit Media-Store und Fitness-Center die räumliche Fassung.

WEZ
Das Einkaufszentrum wird von seinem unattraktiven „Asteroiden-Gürtel“ aus eingeschossigen Pavillons befreit und erhält eine 3-geschossige Mantelbebauung. Ein Gitter aus vorgestellten Stützen interpretiert das Thema der Arkaden neu und lässt spannungsvolle Zwischenräume entstehen die zum Flanieren und Aneignen laden. Über zwei neue Entrees ist das Einkaufszentrum sowohl am Bahnhofsvorplatz als auch dem Berta-Kröger-Platz präsent welche gleichzeitig Eingangsfunktion für Park + Ride, Kino und Dienstleistungsfunktionen in den oberen Geschossen übernehmen. Der Kassenbereich des Einkaufszentrums verlagert sich somit von der Westseite nach Süden.

BASAR
Vor dem Einkaufszentrum unter den Arkaden liegt der „Basar“, eine kleinteilig-flexible Ladenstruktur, die je nach Bedarf auch 2-geschossig erweiterbar ist. Dieses Angebot für ethnisch geprägte Läden rundet das Laden-Spektrum sinnvoll in spezifischer Weise ab und stärkt die neue Fußgängerverbindung zum Berta-Kröger-Platz. Über den Läden liegen ein Sprachinstitut und Kultureinrichtungen. Auf dem Dach wird geparkt.
Im Süden der Bahnhofspassage bildet eine Ladenzeile mit größeren Ladeneinheiten das räumliche Vis-a-vis und schafft somit einen spannenden städtischen Raum auf dem Weg zum Berta-Kröger-Platz. Darüber liegen 3 Geschosse mit besonderen Wohnformen: Service-Wohnungen oder aber „Junges Wohnen“ ist in drei Gebäudewinkeln organisiert. Die Gebäudeausrichtung reagiert in besonderer Weise auf die Lärmsituation und schafft zum Gartenhof im Süden eine kleinteilige Raumbildung durch Vor- und Rücksprünge.

BERTA KRĂ–GER PLATZ
Der Berta-Kröger-Platz wird als zentraler Ort von Wilhelmsburg zu einem offenen multifunktionalen Quartiersplatz umgestaltet. Die Bäume werden auf zwei Baumdächer im Norden und Süden reduziert, was die Bespielbarkeit erhöht und den Platz als räumlich zusammenhängende Fläche erlebbar macht. Das Belagsthema, welches sich über versprengte großformatige Platten in der Bahnhofspassage andeutet, verdichtet sich auf dem Platz zu einer zusammenhängend parkettartigen Platzfläche. Feine Fugenbänder gliedern die Fläche und künden von der Marktfunktion des Platzes. Der „Stadtbalkon“ im Norden hebt sich als Tableau mit Baumdach und Sitzstufen und Cafenutzung über die Platzfläche. Eine neue Straßenverbindung in Nord-Süd-Richtung im Osten des Platzes schafft eine selbstverständliche Anbindung des Platzes an die umgebenden Quartiere, sowie das Schul- und Gemeindezentrum im Osten.
Die Neubauten am Platz geben klare Kanten vor und stärken den Stadtraum in seiner Gesamtproportion. Das Einkaufszentrum erhält über seinem Entree im Westen mit dem Kino eine 4-geschossige Präsenz. Nach Norden hin zieht sich die Erweiterung mit Restaurants und Läden in der Höhe der 2-geschossigen Arkade. Die 4-geschossige neue SAGA-Zentrale im Norden des Platzes bringt mit einem Cafe weitere belebende Funktionen an die neue Quartiersmitte. Die beiden Hochhausscheiben bleiben als städtische Dominanten bestehen und erhalten durch eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade aus großformatigen, silbern eloxierten Aluminiumtafeln sowie kubische Loggien und Erker eine freundlich-individuelle Anmutung.
.

ALGERMISSENSTRASSE
Der RĂĽckbau der KrieterstraĂźe erlaubt eine sinnvolle Arrondierung des Quartiers nach SĂĽden.
Das Quartier kann sich hier mit Familienfreundlichen Wohnangeboten erweitern. Die Algermissenstrasse wird so zu einer wohlproportionierten Achse umgebaut die als Binnenraum zu den Wohngebieten im SĂĽden funktioniert.
Durch eine Reihung aus Wohnpunkten entsteht zur Straße eine durchlässige Kante. Mit dem Bestand werden durch ein leichtes Anheben auf einen Gartensockel geschützte halbprivate und private Gärten geschaffen, die eine klare Zuordnung in Nachbarschaften ermöglichen.
Die Dienstleistungsangebote (Penny, Haspa) im Süden der Algermissenstrasse sollten zur längerfristigen Konsolidierung des Zentrums an den Berta-Kröger-Platz verlagert werden.

BAUSTEINE
Die arrondierenden Maßnahmen lassen sich in mehrere Bausteingruppen untergliedern die inhaltlich und räumlich zusammenhängende Bereiche umfassen. Die Reihenfolge ist dabei flexibel handhabbar. Zu empfehlen ist, die Freiraumgestaltung bei den Gruppen Bahnhofspassage und Berta Kröger Platz am Ende zu realisieren. Bei der Algermissenstrasse, sollte die Freiraumgestaltung der Maßnahme vorweg gehen.

BAHNHOFSPASSAGE
- BUSBAHNHOF / S-BAHNHOF / LANDSCHAFTSBRĂśCKE
- GESCHÄFTSHAUS nördlich des Busbahnhofes ´(1.BA WEZ)
- BASAR – Neuordnung der Zugänge zum EKZ mit Ladenflächen Sprachinstitut, Kultureinrichtungen, Kino, Praxen (2.BA WEZ)
- GESCHĂ„FTS und WOHNHAUS sĂĽdlich der Bahnhofspassage mit Servicewohnen
- NEUE BAHNHOFSPASSAGE – Freiraumgestaltung
-
BERTA KRĂ–GER PLATZ
- WEZ –Erweiterung im Osten mit Gastronomie Praxen (3.BA WEZ)
- SAGA-ZENTRALE im Norden des Berta-Kröger Platzes
- WOHNSCHEIBEN – Sanierung
- BERTA-KRÖGER-PLATZ – Freiraumgestaltung mit neuer Strasse im Osten
-
ALGERMISSENSTRASSE
- ALGERMISSENSTRASSE – Rückbau der Krieterstrasse Freiraumgestaltung
- Quartierserweiterung nach Süden durch, Wohnpoints mit Gartenhöfen
Blick in die Bahnhofspassage

Blick in die Bahnhofspassage

Umgebungsplan

Umgebungsplan

Umgebungsplan

Umgebungsplan

 Blick auf den Berta-Kröger-Platz

Blick auf den Berta-Kröger-Platz

Blick auf den Berta-Kröger-Platz

Blick auf den Berta-Kröger-Platz