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Nicht offenes, zweiphasiges, städtebaulich-freiraumplanerisches Werkstattverfahren mit begleitenden öffentlichen Veranstaltungen und Online-Dialog | 06/2020

Zukunftsbild Stadtraum Horner Geest 2030 in Hamburg

Teilnahme / 2. Phase

LRW Architektur und Stadtplanung

Stadtplanung / Städtebau

RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

LRW Architekten, RMPSL.LA
Die Progressive Geest

Die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung bietet der Horner Geest die einmalige Chance, in Hamburg Vorreiter fĂĽr zukunftsweisende Konzepte zu werden.

Unter Respektierung der prägenden Nachkriegsbauten soll aus dem heutigen Nebeneinander von Monostrukturen ein lebendiges und nutzungsgemischtes Miteinander werden. Neue „updates“ für mehr Gemeinschaft, Wohnen und Arbeiten stärken die Quartiere, insbesondere für Jung und Alt. Die Quartiere erhalten dafür maßgeschneiderte Nachverdichtungen mit Wohnungen und einem nutzungsoffenem Erdgeschoß in Form von freistehenden Bausteinen oder Anbauten an die Brandwände.

Das Zentrum bekommt durch einen Nutzungsmix aus Versorgung, Praxen, Bibliothek, Seniorenwohnen, Gewerbe und Wohnen neues Leben. Die Philippuskirche mit ihrem erweiterten Gemeindezentrum erhält einen Marktplatz. An den neuen U-Bahn Stationen wird Wohnen unter der Prämisse der Mobilitätswende, kurzen Wegen und Nachhaltigkeit vorgeschlagen.Der hohe Grünbestand, heute häufig nur „Abstandsgrün“, wird als Grüner Ring attraktiver programmiert für Schule, Sport und Freizeit.

Beurteilung durch das Preisgericht

Seitens des Gremiums wird die pragmatische Herangehensweise mit sehr guten und nachvollziehbaren Ideen, wie an dem Standort urbane Qualitäten geschaffen werden können, positiv hervorgehoben, ebenso auch die Überlegungen, welche Nutzungen den heutigen Bestand sinnvoll und nachhaltig ergänzen können.

• Positiv gewürdigt wird ebenfalls der wertschätzende Umgang mit dem Bestand, der aus Sicht der SAGA und der HANSA gute Voraussetzungen für die Akzeptanz der Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort bietet. Aus Sicht der SAGA erfolgt hier lediglich der Hinweis, dass die Ergänzungsbauten südlich des zentralen Platzes (Zentrum Horner Geest) nicht realistisch erscheinen (Überbauung öffentliche Wegeverbindung); dies ist zu überprüfen.
• Die Ideen zum Umgang mit den Brandwänden werden sehr positiv bewertet; hierzu wird eine weitere Vertiefung gewünscht.
• Die Neubebauung am Horner Moor wird - mit Blick auf die Lagegunst an der neuen U-BahnStation und die Wirkung auf den Park erörtert: Seitens des Gremiums wird im Kontext der Lage an der neuen U-Bahn-Station eine weiterführende Verprobung gewünscht; hierbei sind die Durchlässigkeit zu den Grünstrukturen der nördlich der Manshardtstraße gelegenen Wohnbebauung sowie eine stärkere Verknüpfung mit dem Park zu prüfen (gemeinschaftliche/öffentliche vs. private Nutzung). In diesem Zusammenhang wird der große EG-Sockel kritisch angemerkt.
• Die vorgeschlagenen kräftigen Bebauungsstrukturen an der Horner Rennbahn werden grundsätzlich positiv beurteilt, vor dem Hintergrund der spezifischen Lage(qualitäten) dieses Ortes umgeben von weitläufigen Freiräumen wird jedoch angeregt, stärker darüber nachzudenken, welcher Wohntypus sich an diesem Ort anbietet. Es wird auf den Konflikt mit vorhandenen Sportstätten durch die weite Ausdehnung nach Norden/Nordwesten hingewiesen. Hier sind Kompensationsflächen einzuplanen bzw. Kompensationsmöglichkeiten mitzudenken.
• Die verwendeten Anglizismen für die urbanen Stadtbausteine erschließen sich noch nicht als Bild für den Ort und sind weitergehend zu plausibilisieren. Die Zwischenschritte des Transformationsprozesses „von Siedlung zu Stadt“ sind aufzuzeigen. Es wird festgehalten, dass robuste, flexible Stadtbausteine zu entwickeln sind, die sich inhaltlich entsprechend der jeweiligen Bedarfe über die Jahrzehnte verändern können.
• Das Thema Urban Farming wird kontrovers diskutiert. Die Idee im Sinne einer Kombination von Wohnen mit anderen Nutzungen / mit Produktion kann weiterverfolgt werden, es wird aber darauf hingewiesen, dass hierfür die richtige Fläche und ein gutes Konzept benötigt werden (ggf. offener in der Nutzung, z.B. auch Sport/Freizeit o.ä.). Etwaige Ideen zu möglichen Betreibermodellen werden begrüßt.
• Hinsichtlich der Themen Sport/Mobilität/soziale Infrastruktur und der Verknüpfung von Angeboten im Zuge der weiteren Stadtteilentwicklung wird auf den „Zukunftsplan Soziales Horn“ verwiesen. Ebenfalls wird darauf hingewiesen, dass aus dem Prozess des Beteiligungsverfahrens „Zukunftsplan Soziales Horn“ der Wunsch aller Generationen nach Treffpunkten mit Sportmöglichkeiten in öffentlichen Freiräumen hervorgegangen ist.
• In der weiteren Bearbeitung wird ein Aufbrechen der aktuell – aufgrund der Maßstabsebene – schematisch wirkenden Strukturen hin zu prägnanten Räumen und „sinnlicher“ Architektur gewünscht.
• Die Identitäten der Freiräume in den Quartieren sind stärker herauszuarbeiten.
• Es wird darum gebeten, die Ausbildung der Erdgeschosszonen/Sockel – insbesondere am Horner Moor (s.o.) – zu überprüfen.
• Die Überbauung der Kleingärten nördlich des EKZ Manshardtstraße wird kritisiert. Mit Blick auf die starke Nutzung der Parkanlage Horner Moor wird die Reduzierung von Flächen der Parkanlage kritisiert (Bebauung am Horner Moor), ist zu überprüfen; ebenso wird die Verkleinerung des Schulgeländes an der Speckenreye moniert.