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Award / Auszeichnung | 08/2024

ZV Bauherr:innenpreis 2024

Die Auenweide - St. Andrä-Wördern

AT-3423 St. Andrä-Wördern, Etzelstraße 5

Preis

einszueins architektur ZT GMBH

Architektur

Elisa Millonig – Naturnahes Grünraumdesign

Landschaftsarchitektur

Verein Wohnprojekt Wördern

Bauherren

KPZT GmbH | DI Kurt Pock

Tragwerksplanung

Projektdaten

  • Objekttyp:

    Wohnungsbau

  • Projektgröße:

    5.538m² (geschätzt)

  • Status:

    Realisiert

  • Termine:

    Baubeginn: 11/2020
    Fertigstellung: 04/2022

Projektbeschreibung

Eine neue Art von Miteinander
Das Wohnprojekt „Die Auenweide“ ist ein alternativ mit Vermögenspool finanzierter, leistbarer und naturnaher Wohnraum in Niederösterreich, 30 km von Wien entfernt. Die BewohnerInnen erproben hier nachhaltige Lebensstile und regen zum Umdenken an.
Ausgedehnte Gemeinschaftsflächen wie ein Co-Working-Space, eine Gästewohnung und das Gemeinschaftshaus ermöglichen ein Miteinander durch alltägliche Begegnungen.
Genügend Raum für Individualität bieten die acht um das grüne Herz der Grundstücksmitte angeordneten Privathäuser mit Wohnungsgrößen von 35 bis 115 m². Die Vielschichtigkeit der BewohnerInnen spiegelt sich durch die Vor- und Rücksprünge in den einzelnen Baukörpern wider.
Die ökologische Bauweise, das Nutzen alternativer Energiequellen und das Erhalten natürlicher Lebensräume stehen für den achtsamen Umgang mit der Natur. Die Niedrigstenergiehäuser sind ressourcenschonend im vorgefertigten Holzständerbau gebaut und mit Stroh und Jute gedämmt. Die Außenwände sind von innen mit Lehmbauplatten und Lehmfeinputz beplankt.

Beurteilung durch das Preisgericht

Für gemeinschaftliches Wohnen im ländlichen Raum ist die „Auenweide“ ein Präzedenzfall, der beweist, dass leistbarer Wohnraum, typologische Vielfalt und höchste ökologische Standards kein Widerspruch sein müssen. Die um einen kleinen Grünraum gruppierte Siedlung aus acht Mehrfamilienhäusern und zwei organisch geformten Gemeinschaftshäusern erinnert in ihrer lockeren Formation an historische Dorfstrukturen. „Wir haben mit diesem Projekt auf vielfache Weise Neuland betreten, denn die Siedlung sollte etwas Wildes, Organisches ausstrahlen – das sind wir als an der Moderne geschulte Architekten nicht gewöhnt.“ einszueins Architekten entwickelten für die insgesamt 24 Wohneinheiten zwei Haustypen, die durch Verdrehung und Spiegelung eine erstaunliche Vielfalt zuließen; kein Haus gleicht dem anderen und dennoch folgt jedes demselben effizienten Strukturprinzip. Die Stellung der Baukörper zu einander ermöglichte auch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen zugewandten und introvertierten Räumen. In mehr als 300 moderierten Entscheidungen wurden im dialogischen Planungsprozess Individualität und Leistbarkeit verbunden.

Bei der Ökologie der Materialien wurden ebenfalls keine Abstriche gemacht: die Lehmputzflächen und die Terrassen wurden aus Kostengründen zum Großteil im Selbstbau errichtet. Beispielhaft ist die „Auenweide“ auch durch ihr spezielles Finanzierungskonzept: Über einen Vermögenspool konnte der Verein das Grundstück erwerben und anschließend das Bauvorhaben finanzieren. Die Bewohner:innen mieten ihre Wohnungen vom Verein und entziehen so die Liegenschaft dauerhaft der Immobilienspekulation. Auf dem Sharing-Gedanken beruhen auch die Nutzung der Gemeinschaftsräume sowie die laufende Gestaltung des Areals, das mit wenigen Stellplätzen und ganz ohne Zäune auskommt.