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Der Auftragsagent Pro ist live: Was er kann und wie Büros davon profitieren
Der Artikel erschien erstmals am 15. Juli 2026 auf competitionline.com.
Tausende verschiedene Dokumente, jede Vergabestelle mit ihrer eigenen Struktur, manche kaum lesbar gescannt: So sieht der Arbeitsalltag vieler Akquiseverantwortlicher in deutschen Planungsbüros aus. Das competitionline-Team hat für Architekt*innen und Ingenieur*innen daher ein Produkt gebaut, das ihnen die Analyse und Bewertung von Vergabeunterlagen beschafft und erheblich erleichtert. Die Macher dahinter, Oliver Gutperl, Leitung Data & Intelligence, und der Data Scientist Christian Bosdorf, erklären im Gespräch, was hinter dem Auftragsagenten steckt.
Nicolai Blank: Der Auftragsagent Pro ist live gegangen. Wie arbeitet das Tool? Und was bringt es bei der Auftragsaqkuise?
Christian Bosdorf: Vergabeunterlagen bestehen aus einem heterogenen Mix aus Dokumenten: Es sind hauptsächlich PDFs, Word-Dokumente und Excel-Tabellen, aber nicht selten auch Dateitypen und -formate, von denen wir vielleicht noch nie etwas gehört haben oder von denen wir dachten, sie seien längst ausgestorben. Hinzu kommt, dass jede Vergabestelle ihre eigene Dokumentenstruktur besitzt – oder eben auch gar keine. Der Auftragsagent liest und versteht alle Dokumente, unabhängig von Format und Struktur und integriert die darin enthaltenen Informationen in eine von uns konzipierte, einheitliche Datenstruktur. Eignungskriterien, Bewertungsmatrix, Fristen und andere relevante Daten sind nun strukturiert abrufbar. Das alles passiert innerhalb von Minuten.
Oliver Gutperl: Unter der Haube arbeitet eine Vielzahl von hochspezialisierten Komponenten. So sind beispielsweise PDF-Dateien historisch dafür optimiert, ausgedruckt zu werden. Das machen wir natürlich nicht, sondern wir bereiten sie so auf, dass eine KI den Inhalt erfassen und verstehen kann. Dann kümmert sich ein Team von Agenten darum, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, Widersprüche aufzulösen und die relevanten Informationen zu sammeln. Außerdem kennt sich die KI gut im deutschen Vergaberecht und anderen Regelwerken aus und kann deswegen Spezialfälle und andere Besonderheiten einordnen und berücksichtigen.
Christian Bosdorf: Wir sehen immer wieder Vergabeunterlagen, in denen Theorie und Praxis erheblich auseinanderdriften. Eine Stärke von KI ist es, Muster zu erkennen, und eben auch Abweichungen von diesem Muster. Bei solchen Abweichungen stecken wir im Team die Köpfe zusammen und überlegen uns, wie wir den Auftragsagenten noch intelligenter machen können, um wirklich alle Vergabeunterlagen verarbeiten zu können.
"Wir können auf 23 Jahre Erfahrung mit Ausschreibungsdaten zurückgreifen. Das ist ein struktureller Vorteil, den kein Wettbewerber in zwei Jahren aufholt."
Oliver Gutperl Leitung Data & Intelligence, competitionline
Nicolai Blank: Wie lange hat das gedauert und was war die größte Herausforderung?
Oliver Gutperl: Alleine in meinem Team haben wir mehrere Monate an der KI-Lösung gearbeitet. Dazu kommt noch die Arbeit aus den anderen Bereichen der IT, das Ganze so in competitionline einzubauen, dass sich unsere Nutzer weiterhin wie zu Hause fühlen. Für uns war die größte Herausforderung, die unzähligen Spezialfälle, Ausnahmen und Gewohnheiten abzubilden, die im Bereich der Ausschreibungen über viele Jahre entstanden sind. So etwas verschwindet nicht, nur weil man jetzt Technologie darauf loslässt. Bei competitionline haben wir den einzigartigen Vorteil, dass wir auf 23 Jahre Erfahrung mit Ausschreibungsdaten zurückgreifen können. Das ist ein struktureller Vorteil, den kein Wettbewerber in zwei Jahren aufholt.
Christian Bosdorf: Die größte technische Herausforderung war die Heterogenität. Es gibt keine zwei Vergabestellen, die ihre Unterlagen gleich strukturieren. Der Auftragsagent muss mit allem klarkommen, mit der mustergültig strukturierten Unterlage aus einer großen Stadtverwaltung genauso wie mit dem handgescannten Formblatt aus einer kleinen Gemeinde. Das ist kein einmaliger Aufwand. Politik, Vergaberecht, Wirtschaft, alles ist stets im Wandel und so ändern sich auch die Vergabeunterlagen. Das spiegelt sich im technischen Design des Auftragsagenten wider.
Nicolai Blank: KI ist nicht perfekt. Wie geht ihr damit um?
Oliver Gutperl: KI, wie alle technischen Systeme, kann Fehler machen, das kennen wir alle aus dem Alltag. Wir begegnen dem einerseits, indem wir einen strukturierten Entwicklungsprozess mit einem Fokus auf Qualität eingerichtet haben. Viel wichtiger ist aber, dass wir kontinuierlich an der Verbesserung der Ergebnisse arbeiten. Dazu beobachten wir verschiedene Qualitätskriterien und entwickeln unsere Systeme immer weiter. Wir nehmen jeden gemeldeten Fehler ernst. Außerdem ist uns wichtig, dass die Ergebnisse jederzeit nachvollziehbar und überprüfbar sind.
Christian Bosdorf: Deswegen haben wir den Auftragsagenten bewusst transparent gebaut. Nutzende können an jedem Ergebnis nachvollziehen, welche Daten die KI aus welcher Quelle extrahiert hat. In der Fachsprache heißt das “verifizierbare Generierung”. Die Ergebnisse sind damit keine KI-Blackbox, sondern mit einem Klick überprüfbar, direkt an der Originalquelle.
Nicolai Blank: Was wünscht ihr euch von den Mitgliedern, die den Auftragsagenten jetzt zum ersten Mal nutzen?
Oliver Gutperl: Zuerst einmal wünschen wir den Mitgliedern, dass sie mit dem Auftragsagenten noch erfolgreicher und effizienter arbeiten können. Wenn wir damit für etwas mehr Luft in den Büros sorgen, haben wir unser Ziel erreicht. Mitglieder können den Auftragsagenten 14 Tage kostenfrei ausprobieren und wir empfehlen das sehr! Man braucht keinerlei Vorkenntnisse in Sachen Künstlicher Intelligenz. Darüber hinaus freuen wir uns natürlich über jedes Feedback und Verbesserungsvorschläge. Echte Nutzererfahrungen und aktives Feedback sind für uns die beste Quelle für zukünftige Produktverbesserungen.
Christian Bosdorf: Gerne auch sehr detailliert. Wenn ein Ergebnis nicht optimal sein sollte, sagen Sie es uns. Wenn eine Information fehlt, sagen Sie es uns. Wenn ein Dokument ein Format hat, das wir noch nicht gut verarbeiten, sagen Sie es uns. Wir haben diesen Agenten für Sie gebaut, er soll Ihren Ansprüchen im Rahmen des Möglichen genügen.
Nicolai Blank: Viele unserer Mitglieder kennen euch nicht. Wer seid ihr und was macht ihr bei competitionline?
Oliver Gutperl: Ich leite das Data Intelligence Team. Wir bauen und betreiben Systeme, die aus großen Datenmengen etwas machen, was unseren Kunden dabei hilft, ihren Job besser zu machen. Das erfordert sowohl detaillierte konzeptionelle Arbeit als auch viel technisches Know-How. Dabei ist unser Anspruch, bei der rasanten technischen Entwicklung auf “Ballhöhe” zu bleiben: Wir wollen unseren Nutzerinnen und Kunden die beste Balance zwischen Innovation und Stabilität bieten.
Christian Bosdorf: Ich bin KI-Ingenieur und arbeite am Auftragsagenten, der Vergabeunterlagen liest und versteht. Was mich jeden Tag beschäftigt, ist die schiere Vielfalt dieser Dokumente. Ich sehe Vergabeunterlagen, die hervorragend strukturiert sind, und ich sehe welche, bei denen ich mich ernsthaft frage, wie Architektinnen und Ingenieure damit täglich zurechtkommen: schlecht gescannte PDFs, verschachtelte Tabellen, Anforderungen verteilt über fünf verschiedene Dateien. Das ist mein Arbeitsalltag. Und ich liebe es, meine Tools jeden Tag ein Stück besser zu machen.
Nicolai Blank: Wie war der Moment für euch, als der Agent live gegangen ist?
Oliver Gutperl: Sehr erfüllend. Ich freue mich immer, wenn wir Funktionen in Kundenhand geben können, an denen wir lange und intensiv gearbeitet haben. Uns war früh klar, dass gerade der Auftragsagent ein echtes Kundenproblem löst. Das haben uns auch die Beta-Tester bestätigt. Bis dahin war es aber ein langer Weg.
Christian Bosdorf: Ich habe viele Jahre als Data Scientist in der Automobilindustrie an der Optimierung der Fertigungsprozesse eines Zulieferers gearbeitet. Als ich damals das erste Mal eine Werkshalle betreten habe, war ich fasziniert davon, wie all diese Maschinen nahtlos aneinandergereiht, Pulver, Metalle und Platinen in ein Produkt verwandeln, das eindeutig eine höhere Qualität und einen größeren Nutzen als seine Ausgangsstoffe hat.
Als ich die Ergebnisse des Auftragsagenten das erste Mal auf competitionline gesehen habe, hatte ich ein ähnliches Gefühl. Monatelang haben wir im Team den “Fertigungsprozess” im Hintergrund konzipiert, entwickelt und getestet. Nun läuft er, und der Nutzen des Produkts ist unverkennbar. Gleichzeitig habe ich die Herausforderungen gesehen, die kleinen Fehler und Ungenauigkeiten der “Fertigung”. Diese gilt es jetzt zu optimieren. Das motiviert ungemein und ich freue mich schon darauf.
Nicolai Blank: Was bedeutet es euch, dass diese Arbeit jetzt draußen ist?
Oliver Gutperl: Sehr viel. Wir bauen Systeme, um anderen Menschen die Arbeit zu erleichtern. Das heißt, der Wert unserer Arbeit entsteht erst, wenn beispielsweise in einem Planungsbüro jemand zwei Stunden Zeit gespart hat. Insofern freue ich mich sehr, dass unsere Mitglieder jetzt die Gelegenheit haben, das selbst zu erleben.
Christian Bosdorf: Ich habe am Anfang das positive Gefühl beschrieben, das sich einstellt, wenn man ein System sieht, das Ende-zu-Ende funktioniert und ein nützliches Produkt dabei herauskommt. Das schönste Gefühl jedoch ist es, wenn dieses Produkt Menschen tatsächlich jeden Tag bei ihrer Arbeit hilft. Ich hoffe, dass wir jetzt an diesen Punkt kommen.
Der Auftragsagent Pro, vierzehn Tage kostenlos testen
Mitglieder können den Auftragsagenten Pro vierzehn Tage kostenlos ausprobieren. Einfach bei einer Ausschreibung auf das entsprechende Feld klicken, der Rest läuft automatisch. Die Testphase endet automatisch, ohne Kündigung und ohne Übergang in ein kostenpflichtiges Zusatzpaket.
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Der Artikel erschien erstmals am 15. Juli 2026 auf competitionline.com.
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