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  • DE-01069 Dresden
  • Realisiertes Projekt

Bibliothek der Hochschule für Technik und Wirtschaft


Projektbeschreibung:
Die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW liegt am südlichen Rand der Dresdner Innenstadt und in direkter Nähe zum Hauptbahnhof. Durch die neue Bibliothek sollte die \"geistige Mitte der HTW\" mit baulichen Mitteln zum integrativen Bestandteil des Hochschulstandortes ausformuliert werden. Diesem Ansatz folgend setzt die bauliche Konzeption in direkter Beziehung zu den bestehenden Gebäuden die vorgefundenen Strukturen fort. Sie folgt mit der straßenbegleitenden und raumbildenden Bebauung... +
Die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW liegt am südlichen Rand der Dresdner Innenstadt und in direkter Nähe zum Hauptbahnhof. Durch die neue Bibliothek sollte die \"geistige Mitte der HTW\" mit baulichen Mitteln zum integrativen Bestandteil des Hochschulstandortes ausformuliert werden. Diesem Ansatz folgend setzt die bauliche Konzeption in direkter Beziehung zu den bestehenden Gebäuden die vorgefundenen Strukturen fort. Sie folgt mit der straßenbegleitenden und raumbildenden Bebauung den Erschließungs- und Blickachsen des Stadtgebietes. Es entsteht ein mit den angrenzenden Gebäuden räumlich verflochtenes Hochschul-Ensemble. Den Straßenraum weiter ausformulierend setzt die Bibliothek die raumbildende Orthogonalität auf dem Hochschulareal fort. Es entsteht ein dichter, zentraler und geschlossener Hochschulcampus.

Körper.
Die neue Bibliothek ist ein klarer und einfacher Baukörper.

Raum.
Der Baukörper definiert und hierarchisiert Räume: den öffentlichen Straßenraum, den Platz, den Hof, das interne Atrium.
Transparenz. Die Verknüpfung dieser Räume durch den Neubau eröffnet Blickbeziehungen aus der Bibliothek in typologisch differenzierte Freiräume.

Platz und Hof.
Zwischen Hörsaalgebäude, Erweiterungsneubau und Bibliothek ist ein Raum entstanden, der dem Typus eines Stadtplatzes folgend, den gemeinsamen Platz an der Andreas-Schubert-Straße bildet. Hier befindet sich der Haupteingang. Der Platz definiert den Übergang vom Straßenraum zwischen den Gebäuden hindurch zu den beiden Höfen. Die bestehenden Hochschulgebäude und die neuen Bibliothek verbinden sich über die Freiflächen zu einer formalen und räumlich-funktionalen Einheit.

Der Baukörper setzt mit seiner Höhen- und Breitenentwicklung das Volumen des Erweiterungsbaus für Ingenieur- und Naturwissenschaften fort. Der Straßenraum erhält eine ruhige und eindeutige Fassung. Der Neubau wurde auf 66 Bohrpfählen gegründet und in Stahlbetonbauweise mit tragenden Außenwänden hergestellt. Er umschließt ein Atrium, welches nach oben offen und allseitig umschlossen ist. Alle Bibliotheksbereiche öffnen sich zu dem ruhigen Atrium. Das Atrium ist der gemeinsame Raum in einem transparenten Neubau. Die Organisation der Bibliothek ist von dieser Idee bestimmt.

Die Nutzungen im Neubau sind entsprechend der Nutzungsintensität hierarchisiert angeordnet. Über dem „lauten“ Eingangsbereich im Erdgeschoß befinden sich in drei Obergeschossen die „ruhigen“ Buch- und Lesebereiche. Zwei Treppenanlagen und das Atrium verbinden alle Geschoße miteinander. Alle Leseplätze sind an den sonnenabgewandten Außenfassaden und am Atrium angeordnet. Der zweigeschoßige Lesesaal befindet sich im 1.Obergeschoß.

Die Fassaden folgen der Typologie des Bücherregals und der darin enthaltenen Bücher. Entsprechend ergibt sich eine Fassadengestaltung in der die stehenden Öffnungen zu einem disziplinierten Spiel variiert werden. Tiefe Fensteröffnungen mit innenbündigen Eichenholzfenstern erzeugen eine umlaufend stark profilierte Außenfassade mit großformatigen, grün-bräunlichen Betonelementen. Ihre Oberflächen sind von Hand gesandstrahlt und hydrophobiert. Die Atriumfassaden erhielten, im Kontrast zur profilierten Außenfassade, außenbündige Fenster in einer hell gestrichenen, flächigen Putzfassade.

Die Materialien wurden im Ausbau möglichst authentisch verwendet. Im Erdgeschoß wurde ein anthrazitfarbener Asphaltbelag und für alle Einrichtungsgegenstände eine rote Oberflächenbeschichtung gewählt. Dagegen ist in den Buch- und Lesebereiche ein roter, textiler Oberbelag zum Einsatz gekommen. Die Einrichtungsgegenstände erhielten hier eine eichenholzfurnierte Oberfläche.

Das Klimakonzept nutzt physikalische Prozesse zur Regulierung des Wärmehaushaltes. Die Kaminwirkung des zentralen Atriums und die Grundrisse mit geringer Tiefe in dem kompakten Baukörper unterstützen die natürliche Querlüftung auf allen Geschossen. Tief liegende Fenster – zum Teil mit transluzenten Naturstein-Glas-Verbundelementen – schützen vor Sonnenlicht und Wärmeeinstrahlung. Motorisch gesteuerte Lamellen als oberer Abschluß des Atriums folgen dem Verlauf der Sonne. Eine zentral gesteuerte Fensterlüftung zur Kühlung des gesamten Baukörpers im Sommer ersetzt die Klimaanlage. Innenliegende Wände, Decken und Fußböden sind ungedämmt hergestellt worden und somit in der Lage, Temperaturen schnell und über lange Zeiträume zu speichern. Im unmittelbaren Zusammenwirken mit allen anderen Elementen des Klimakonzeptes wurde in den Geschoßdecken ein System der Betonkernaktivierung integriert. Auf diese Weise wird ein konstantes Temperaturverhalten, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz erreicht.

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Projektbeteiligte

Bauherr: Freistaat Sachsen vertreten durch Sächsische Staatsministerium der
Finanzen vertreten durch Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement Dresden II

Architekten: ReimarHerbst.Architekten BDA
Reimar Herbst / Angelika Kunkler
Mitarbeit: Alice Berresheim, Annette Folgmann, Maya Hommel, Gerhard Karschner,
Sebastian Saure

Bauleitung: Reimar Herbst / Angelika Kunkler, Berlin
mit Beusterien + Eschwe, Berlin
Michael Eschwe, Kerstin Brewing

Tragwerksplanung: Schweitzer Ingenieure GmbH, Dresden
HLS-Planung: Dresdner Ökotherm GmbH, Dresden
Elt-Planung: GESA mbH, Dresden
MSR-Planung: Ingenieurbüro Prof.Dr.Ellrich GmbH, Dresden
Aufzugsplanung: Ingenieurbüro für Fördertechnik Hartlich, Kleinzadel
Bauphysik und
Raumakustik: Kai Rentrop Wolfgang Sorge GbR, Dresden
Brandschutz: Prüf- und Ingenieurbüro Burkhard Borchert, Dresden
Außenanlagen: LandschaftsArchitektur Petzold, Dresden
Abbrucharbeiten: Ingenieurbüro Degenhardt, Dresden

Fotografie: Lothar Sprenger, Dresden -



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