Der sechsgeschossige Neubau an der Senckenberganlage bietet Platz für bis zu 440 Arbeitsplätze und befindet sich unmittelbar gegenüber des Gründungsstandortes „Campus Bockenheim“ der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Das Gebäude markiert einen weiteren Baustein in der jüngsten Entwicklung des Frankfurter KfW Standorts. Für den Neubau an der Senckenberganlage wird ein Primärenergieverbrauch von rund 125 kWh/m² jährlich angestrebt. Er liegt damit deutlich unter den gesetzlichen Vorgaben der Energieeinsparverordnung von Oktober 2009. Der Entwurf von KSP Jürgen Engel Architekten ging im Jahr 2006 siegreich aus einem Wettbewerb unter zehn Teilnehmern hervor. In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Bestandsgebäude saniert und der Neubau der Westarkade errichtet.
Städtebauliche Figur – ein gegliederter Stadtbaustein
Das Grundstück ist städtebaulich durch die Villenstruktur des Frankfurter Westends sowie durch die gegenüberliegenden, großen Baukörper des Universitätsgeländes geprägt. In seiner Maßstäblichkeit reagiert der Neubau auf sein stadträumliches Umfeld: er vermittelt zwischen den großen Hochschulbauten und der kleinteiligeren Wohnbebauung.
Als Neuinterpretation und Fortführung des gründerzeitlichen Stadtgrundrisses gliedern vertikale Einschnitte den Gebäuderiegel an der Senckenberganlage in einzelne Baukörper, die in ihren Proportionen die Struktur der Wohnbebauung aufgreifen. Der 6-geschossige Neubau der KfW reagiert in seiner Höhenstaffelung auf die unterschiedlichen Gebäudehöhen der Bestandsbebauung. Der Baumbestand im Gartenhof wurde weitgehend erhalten und sensibel in das neue städtebauliche Gefüge integriert.
Flexible Gebäudestruktur als Dreibund
Das Bürogebäude, das auf einer Fläche von ca. 14.700 m² Bruttogeschossfläche (BGF) Raum für rund 440 Arbeitsplätze bietet, ist als sogenannte Dreibundanlage konzipiert. Diese Gebäudestruktur stellt eine Alternative zu üblichen Bürogebäuden dar und ermöglicht es, auf kompaktem Raum die gewünschten 440 Arbeitsplätze unterzubringen. Die flexible Gebäudestruktur ermöglicht neben Einzel- und Zweipersonenbüros ebenso offenere Bürolandschaften wie Kombi- oder Großraumbüros.
Die Einschnitte schaffen eine interessante Raumfolge im Inneren und bringen Tageslicht ins Innere, insbesondere in den zentralen Bereich, in dem sich die Haupterschließung, Besprechungsräume und Aufenthaltsräume mit Teeküche (Meetingpoints) befinden. Die Dreibundstruktur sorgt für eine interessante Raumabfolge im Inneren und schafft die Voraussetzung für ein Arbeitsumfeld mit hoher Aufenthaltsqualität. Flure, Besprechungsräume und Aufenthaltsbereiche erhalten Tageslicht und haben einen Ausblick nach Außen (Außenraumbezug). Als Räume mit hoher Aufenthaltsqualität dienen sie für informelle Gespräche und Kommunikation unter Mitarbeitern. Nicht zuletzt ist die Eingangshalle im Erdgeschoss ein repräsentatives Entrée für das Gebäude und schafft eine starke Identifikation mit der neuen Arbeitsstätte.
Eine gegliederte Fassade mit Haptik und Tiefe
Die Fassade greift in ihrer Materialität, Naturstein und Glas, Baustoffe der angrenzenden, teils gründerzeitlichen, Bestandsgebäude auf. Drei Ebenen gliedern die Fassade:
- vertikale Glasfugen teilen das Baukörpervolumen in kleine Einheiten
- horizontale und vertikale Natursteinbänder fassen ein- und zweigeschossige Fassadenbereiche visuell zusammen und verleihen ihr räumliche Tiefe
- die verwendeten Fassadenmaterialien wie dunkles Eloxal für Profile und Öffnungsflügel und heller Muschelkalk erzeugen ein spannungsreiches Fassadenbild
Als transparentes Haus mit dauerhaften Materialien errichtet, stiftet der Neubau Identität und repräsentiert die Unternehmenswerte wie Modernität und Nachhaltigkeit.
Energetisches Konzept
Das Gebäude der KfW Bankengruppe mit einem Primärenergieverbrauch von rund 125 kWh/m² jährlich ist Vorreiter auch im Hinblick auf die vielfältigen Nachhaltigkeitsaspekte. Ein innovatives Energie- und Haustechnikkonzept, eine intelligente Gebäudeautomation für Sonnenschutz und Beleuchtung, ein ökologisches Heizsystem (Holzpelletanlage), eine optimierte Fassade hinsichtlich Dämmung, Lüftung und Tageslichtnutzung, außen liegender Sonnenschutz für optimale Verschattung, die Wärme- und Kälteversorgung über Bauteilaktivierung der Betondecken gewährleisten einen Ressourcen sparenden Energieeinsatz.