loading
  • DE-69117 Heidelberg
  • Realisiertes Projekt

Universität Heidelberg


Projektbeschreibung:
Dem lebendigen Geist: 625 Jahre Ruperto Carola
Umbau, Sanierung und Modernisierung der Neuen Universität Heidelberg

Die Neue Universität ist mit ihren 14 Hörsälen, der Neuen Aula und dem Senatssaal das größte und bedeutendste Hörsaalgebäude in der Heidelberger Altstadt. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist auf Initiative der Universität Heidelberg von dem Stuttgarter Architekturbüro Blocher Blocher Partners umfassend saniert und für den künftigen Lehrbetrieb gerüstet worden.... +
Dem lebendigen Geist: 625 Jahre Ruperto Carola
Umbau, Sanierung und Modernisierung der Neuen Universität Heidelberg

Die Neue Universität ist mit ihren 14 Hörsälen, der Neuen Aula und dem Senatssaal das größte und bedeutendste Hörsaalgebäude in der Heidelberger Altstadt. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist auf Initiative der Universität Heidelberg von dem Stuttgarter Architekturbüro Blocher Blocher Partners umfassend saniert und für den künftigen Lehrbetrieb gerüstet worden.

Zeitgemäße Formensprache versus historischem Erbe

Bauen im Bestand bedeutet stets eine besondere Herausforderung. So war das Projekt Neue Universität von Anfang an ein Prüfstein für die intelligente Verbindung von zeitgenössischer Formensprache und modernster Technik mit dem Erbe einer geschichtsträchtigen Institution, die älteste Universität auf deutschem Boden. Leitgedanke der Planung war es, Räume mit klarer struktureller Gliederung und komplexer Funktionalität zu schaffen. Abstraktion und Einfühlung waren notwendig, um die vorgefundene Konstruktion mit ihren bauphysikalischen Eigenschaften genau zu analysieren, Schwachstellen zu diagnostizieren und einen differenzierten Befund als Grundlage für die Entwurfs- und Werkplanung zu erstellen. Dies galt für Statik und Gebäudetechnik ebenso, wie für die alten und neuen Anforderungen an die Nutzung oder den Umgang mit der vorgefundenen Architektursprache.

Sanierung von Gebäude und Technik

Die Aufgabenstellung an Blocher Blocher Partners war umfassend: Es galt, Fassaden und Dachflächen zu erneuern, weite Teile der Architektur einschließlich der Hörsäle zu sanieren, die Brandschutzvorkehrungen zu erweitern und die Gebäudeinfrastruktur sowie die Medientechnik grundlegend zu modernisieren. Der gewachsene Raumbedarf der technischen Anlagen, insbesondere der Lüftung, und die Forderung nach Barrierefreiheit waren dabei mit einem erheblichen Planungsaufwand verbunden. Zudem wurden Eingriffe in die Bausubstanz notwendig, um das Gebäudeensemble aktuellen Sicherheitsstandards anzupassen. So wies der in Stahlskelettbauweise errichtete Komplex nach heutiger Sicht beispielsweise konstruktive Mängel in Hinblick auf seine statische Belastbarkeit auf.

Neue architektonische Akzente

Die Chance, eigene architektonische Akzente zu setzen, bot sich bei der Ausstattung der Hörsäle und der Neuen Aula. Auch hier ging es um eine angemessene Verbindung von denkmalgeschützter Bausubstanz mit neuen Funktionsansprüchen und Stilelementen. Formal auffälligstes Merkmal der Räume ist die farbliche Gestaltung. Im Hörsaal 13 etwa dominiert ein Deckenband aus unterschiedlich lackierten Metalllamellen, kombiniert mit Beleuchtungskörpern, die sich mit den aufsteigenden Bankreihen aus der Erbauungszeit zu einer eindrücklichen Raumskulptur verbinden. Dass zudem anspruchsvolle Technik ihren Dienst versieht, ist auf den ersten Blick nicht zu sehen, bleibt gewissermaßen hinter den Kulissen verborgen.

Eine besondere Herausforderung stellte der Umbau der Neuen Aula dar. Diese war seinerzeit auf ausdrücklichen Wunsch des stiftenden Botschafters nach dem Vorbild amerikanischer University Halls geplant worden und erfüllte im Heidelberger Universitätsleben ursprünglich vorwiegend repräsentative Funktionen als Veranstaltungsort. Mit steigenden Studentenzahlen wurde sie jedoch mehr und mehr auch für Vorlesungen genutzt. Beide Funktionen stellten unterschiedliche Anforderungen an das Raumgefüge, denen beim Umbau mit einer komplexen Neustrukturierung Rechnung getragen werden musste.

Multifunktionale Neue Aula

Die Neue Aula verfügt nun über alle technischen Ausstattungsmerkmale eines Hörsaals, zugleich aber bleibt die feierliche Ausstrahlung des Raumes gewahrt. Sie wird sogar gesteigert durch eine Deckenkonstruktion, die nicht nur den akustischen Voraussetzungen für Vorlesungen und Konzertaufführungen gerecht wird, sondern auch eine lichttechnische Ausstattung aufweist, mit der sich gezielt unterschiedliche Lichtstimmungen erzeugen lassen. Dies wird der Attraktivität der Neuen Aula in der Veranstaltungspraxis zweifellos zugute kommen. Auch das Zugangskonzept zu der Empore wurde überarbeitet: Anstelle der ehemals außerhalb der Neuen Aula gelegenen Aufgänge schaffen zwei neue Treppen im Saal eine direkte Verbindung zwischen beiden Ebenen. Zudem ist die seit mehr als zwanzig Jahren stillgelegte Orgel restauriert und auf der ehemaligen Sängerempore neu in Szene gesetzt worden.

Fließender Übergang von Innen nach Außen

Eine weitere Aufgabe im Rahmen der Sanierung war die Neuplanung der Innenhofanlage und deren Öffnung zum Universitätsplatz – nur wenige Schritte trennen an dieser Stelle Altstadt und klassische Campuszone. Ziel war es, den Innenhof über den Haupteingang leichter zugänglich zu machen und die Aufenthaltsqualität des Hofes zu verbessern, um ihn für die Nutzer der Universität wieder zu einem attraktiven Ort der Erholung und der Begegnung zu machen. Wichtig erschien aus architektonischer Sicht insbesondere die Überwindung der inneren Gebäudeschranke. Durch den Einbau einer Public Box, eines gläsernen Pavillons, und damit die Öffnung der bestehenden Fassade wurde ein fließender Sichtübergang von Innen nach Außen und von Außen nach Innen geschaffen.

Hugo-Häring-Auszeichnung für die Universität Heidelberg

Der Wandel des historischen Gebäudes zu einem modernen, elegantem Haus wurde soeben mit einer Hugo-Häring-Auszeichnung des Bundes Deutscher Architekten gewürdigt. Die Jury begründete ihre Entscheidung u.a. damit, dass sämtliche Eingriffe und Neuinterpretationen eine Steigerung des bereits qualitätsvollen Bestandes erkennen lassen und damit von einer Qualifizierung auf eine höhere Stufe gesprochen werden kann. -


  • Projektbeteiligte

    bewegen maximieren

  • Projektdaten

    maximieren

    Awards / Auszeichnungen Hugo-Häring-Auszeichnung 2011 BDA Kreisgruppe Heidelberg [Auszeichnung]
    Baubeginn 08.10.2009
    Fertigstellung 06/2011
    Gebäudetyp Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen (Renovierung / Sanierung)
    Projektgröße
    Brutto-Grundfläche (BGF) in m² 13.684 m2
    Brutto-Rauminhalt (BRI) 60.700 m3
    Hauptnutzfläche (HNF) 51.187 m2
    Nebennutzfläche (NNF) 1.723 m2
    Funktionsfläche (FF) 622 m2
    Verkehrsfläche (VF) 3.285 m2
    Netto-Grundfläche (NGF) 10.747 m2
    Fläche der Freianlagen 1.750 m2
    Projektkosten
    Baukosten (gesamt) 11.200.000 EUR
    Baunebenkosten 2.100.000 EUR
    Projektadresse Grabengasse 1
    DE-69117 Heidelberg
  • Gewährleistung

    competitionline übernimmt keine Verantwortung für Fehler, Auslassungen, Unterbrechungen, Löschungen, Mängel oder Verzögerungen im Betrieb oder bei Übertragung von Inhalten. competitionline übernimmt keine Verantwortung für Einbußen oder Schäden, die aus der Verwendung der Internetseiten, aus der Verwendung von Nutzerinhalten oder von Inhalten Dritter, die aus den Internetseiten oder über den Service gepostet oder an Nutzer übertragen werden, oder aus Interaktionen zwischen Nutzer und Internetseiten (online oder offline) resultieren. Bitte lesen Sie hierzu unsere Nutzungsbedingungen.


Anzeige