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Außenansicht Außenansicht, © Stephan Brendgen
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  • DE-27749 Delmenhorst
  • Realisiertes Projekt

"Graft Therme" - Neubau des Familien- und Erlebnisbades in Delmenhorst


Projektbeschreibung:
Ausgangssituation
Das bestehende Hallen- und Freibad “Delfina” wurde in den Jahren 1963 und 1964 in Betrieb genommen und zu Beginn der 80er Jahre zu einem Freizeitbad erweitert und damit zu einem der ersten Spaßbäder Deutschlands. Nach 40 Betriebsjahren stand die Stadt Delmenhorst vor der Entscheidung, entweder das vorhandene Bad mit erheblichen finanziellen Mitteln zu sanieren oder durch einen Neubau zu ersetzen. Hohe Bauunterhaltungskosten, der sehr große Freibadbereich mit großer zu... +
Ausgangssituation
Das bestehende Hallen- und Freibad “Delfina” wurde in den Jahren 1963 und 1964 in Betrieb genommen und zu Beginn der 80er Jahre zu einem Freizeitbad erweitert und damit zu einem der ersten Spaßbäder Deutschlands. Nach 40 Betriebsjahren stand die Stadt Delmenhorst vor der Entscheidung, entweder das vorhandene Bad mit erheblichen finanziellen Mitteln zu sanieren oder durch einen Neubau zu ersetzen. Hohe Bauunterhaltungskosten, der sehr große Freibadbereich mit großer zu beheizender Wasserfläche, ein unattraktiver Saunabereich führten zu der Entscheidung, das alte „Delfina“ durch einen Neubau zu ersetzen.


Aufgabenstellung
Das neue Freizeitbad sollte die Aufgaben eines Stadtbades mit den Angeboten eines attraktiven Freizeitbades vereinen. Es sollte ein auf alle Bevölkerungsgruppen zugeschnittenes Angebot darstellen. Es sollte den Vereins- und Schulsport ermöglichen, einen Freizeit- und Erlebnisbereich mit attraktiven Spiel- und Aufenthaltsflächen bieten, sowie über hochwertige Sauna- und Wellnessbereiche verfügen.

Bei der Gesamtkonzeption sollte die Umsetzung späterer Masterplanoptionen wie z.B. weitere Bausteine zur Attraktivierung des Erlebnisbereiches, die mögliche Anbindung eines auf einem benachbarten Grundstück angedachten Tagungshotels und weitere Nutzungsmodule wie Fitness oder Beauty einbezogen werden.

Die Wasserflächen im Außenbereich sollten stark reduziert werden. Das neue Bad sollte stattdessen durch großzügige Öffnungen auch im Sommer eine attraktive Alternative zu einem Freibad bieten. Insgesamt sollte die Planung auf Energieeffizienz abzielen und eine insgesamt wirtschaftliche Lösung für den Betrieb der Gesamtanlage darstellen.


Lage und Erschließung
Das neue Bad befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt. Im Norden sind dem Bad die Graftwiesen vorgelagert. Mehrmals jährlich werden sie als Veranstaltungsort für größere Märkte (Kramermarkt etc.) genutzt. Westlich befindet sich eine Kleingartenanlage. Östlich an das Baugrundstück angrenzend schließen sich Graftanlagen und die Burginsel an. Das Landschaftsschutzgebiet der Delmeniederung beginnt an der südlichen Grenze des Baugrundstückes. An der West-, Ost- und Südseite wird das Bad von einem Wall und Baumgürtel eingefasst. Um genügend Parkplatzkapazitäten zu schaffen, wurde der Neubau in den Bereich der alten Freibecken angesiedelt und neuer Parkraum auf der Fläche des alten Hallenbades geschaffen. Der Zugang zum Bad erfolgt über einen Innenhof, der die Funktion eines durch eine Mauer vom Parkplatz abgeschirmten (jedoch Aus- und Einblicke erlaubenden) Vorplatzes mit Verweilqualität übernimmt. Über die Eingangshalle sind alle zentralen und unabhängig nutzbaren Bereiche erschlossen. An einem zentralen Kassen-Counter erfolgt der Zutritt zu den Bereichen Sportbad, Freizeitbad und Gesundheitsbad sowie zu der Sauna. Der Wellnessbereich und die Verwaltung im Obergeschoss sind unabhängig vom Counter über das Haupttreppenhaus erreichbar.


Architektur und Gestaltung
Das Gebäude nimmt in seiner Ausrichtung und seinem Erscheinungsbild intensiven Bezug zu seinem Umfeld auf. Parallel zum Parkplatz und den Graftwiesen zieht sich als Rückgrat des Bades ein zweigeschossiger, langgestreckter Baukörper in Längsrichtung durch das Gebäude. Nördlich zum Parkplatz lehnen sich der Empfangsbereich, die Verwaltung und das Sportbad an, südlich und sonnenorientiert der Freizeit- und Erlebnisbereich, das Gesundheitsbad und die Sauna. Den nördlichen Abschluss des Gebäudes bildet eine weitgehend geschlossene, mit Verblendmauerwerk versehene Wand. Im Gegensatz zu dem kraftvollen Erscheinungsbild der Nordfassade zeichnen sich die zu den Freiflächen nach Süden und zur Sonne orientierten Außenwände durch große verglaste Fassaden aus. Hier entstehen lichtdurchflutete Räume mit großer Transparenz. Verstärkt werden Transparenz und Helligkeit durch große Kuppeln über dem Freizeitbereich, die - als Foliendachkonstruktionen ausgebildet - UV-Licht in das Gebäudeinnere dringen lassen. Ein weiteres Foliendach befindet sich als Tonne ausgebildet über dem Sportbecken, so dass auch dieses Becken trotz seiner Lage auf der Nordseite des Gebäudes von der Sonne beschienen wird.

In der Gestaltung des Bades spiegelt sich die Region wieder. Durch großzügige öffenbare Fassaden entsteht ein fließender Übergang zwischen dem Innenbereich und dem Freiraum. Bei der Gestaltung des Erlebnisbereiches findet in der Materialwahl im Inneren eine Fortsetzung der Landschaft statt. Die Foliendächer geben den Blick frei in den Himmel. Anleihen an die Industriekultur Delmenhorsts finden sich im Sportbad wieder. Die Stadthistorie findet sich in der Gestaltung des Saunabereiches wieder. -



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