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  • DE-88400 Biberach / Riß
  • Realisiertes Projekt

St. Martin und St. Maria


Projektbeschreibung:
Umbau Gemeindehaus St. Martinus und St. Maria in Biberach

Die beiden mittelalterlichen Gebäude Pfarrhaus und ehemalige Michaeliskapelle (Mesnerhaus), eingetragene Kulturdenkmäler in die Denkmalliste des Landes Baden-Württemberg, sind historischer Bestandteil der Biberacher Altstadt. In zwei Bauabschnitten von Anfang 2009 bis November 2010 wurden diese saniert, umgebaut und mittels eines zurückhaltenden Neubaus zu einem Gemeindezentrum miteinander verbunden.

Der Ende 2006 durchgeführte... +
Umbau Gemeindehaus St. Martinus und St. Maria in Biberach

Die beiden mittelalterlichen Gebäude Pfarrhaus und ehemalige Michaeliskapelle (Mesnerhaus), eingetragene Kulturdenkmäler in die Denkmalliste des Landes Baden-Württemberg, sind historischer Bestandteil der Biberacher Altstadt. In zwei Bauabschnitten von Anfang 2009 bis November 2010 wurden diese saniert, umgebaut und mittels eines zurückhaltenden Neubaus zu einem Gemeindezentrum miteinander verbunden.

Der Ende 2006 durchgeführte Architektenwettbewerb, bei dem unser Büro den 1. Preis erringen konnte, hatte die Schaffung eines gemeinsamen Gemeindezentrums für die Kirchengemeinden St. Martinus und St. Maria zum Ziel.
Dem Baubeginn ging eine lange und intensive Abstimmungs- und Planungszeit mit dem Bauausschuss der Kirchengemeinde, dem Bischöflichen Bauamt, dem Landesdenkmalamt und den beteiligten Fachingenieuren voraus.

Unser Ziel war ein behutsamer und differenzierter Umgang mit der noch erhaltenen historischen Substanz und die Stärkung der jeweiligen räumlichen Besonderheiten der beiden Gebäude.
Das neue Bindeglied konnte nach unserer Auffassung nicht als Glasfuge ausgebildet werden, die den beiden historischen Zugängen Konkurrenz macht. Wir haben uns für ein einfaches, massiv ausgebildetes Gebäudeteil entschieden, das ohne Eingriffe in die Substanz der historischen Gebäude den Aufzug aufnimmt, durch ein Satteldach die historische Dachlandschaft weiterführt und die räumliche Verbindung schafft. Die Verknüpfung der Gebäude erfolgte an der von der Denkmalpflege vorgesehenen Stelle.

Nach Abschluss der aufwendigen Sanierungs- und Umbauarbeiten stehen historische Elemente, der Umgang mit den erforderlichen Fügungen von alt und neu und neue Einbauten in einem besonderen Spannungsfeld.

Pfarrhaus
Die Besonderheit dieses Gebäudes sind die großzügigen Mittelflure im Erd- und 2. Obergeschoss und der um
90 ° gedrehte Erschließungsbereich im 1. Obergeschoss. Diese Bereiche sind mehr als reine Erschließungsflächen und bieten für die Gemeindemitglieder erhebliches Potential für Kommunikation, Information und Aufenthalt.
Eingriffe in die Raumstruktur wurden in diesem Gebäude weitestgehend auf Bauteile des 20. Jahrhunderts begrenzt. Das gesamte Haus ist nach Fertigstellung vom Erdgeschoss bis zum 2.Obergeschoss als eine Einheit erlebbar, störende Windfänge und Abtrennungen des Treppenhauses, die durch die Nutzung als Pfarrwohnung und Pfarrverwaltung notwendig waren, wurden entfernt. Historische Bauteile wie das Eingangselement und die barocke Treppe konnten restauriert werden, Stuckdecken wurden reversibel überarbeitet. Besonderer Wert wurde auf den Erhalt des mittelalterlichen, viergeschossigen Satteldachs gelegt. Dendrochronologischen Untersuchungen zufolge wurde der Dachstuhl um 1451/52 errichtet. Bis auf wenige Teile ist dieser noch vollständig erhalten. In einer hervorragenden zimmermannstechnischen Arbeit wurden beschädigte Holzteile entfernt und passgenau unter Erhalt der Materialität, Verbindungstechnik und Proportion wieder ergänzt.

Mesnerhaus (ehemalige Michaeliskapelle)
Eine kleinteilige Mesnerwohnung und Amtsstuben, die im 16. Jahrhundert nach Aufgabe der Kappellennutzung eingebaut wurden, standen dem Wunsch nach einem großen Gemeindesaal entgegen. Aus diesem Grund wurden Wände entfernt, die ebenfalls im Zuge der Umnutzung eingebaute Zwischendecke musste aufgrund zu geringer Tragfähigkeit durch eine neue Stahlträgerdecke ersetzt werden, Vorsatzschalen entlang der Außenwände wurden zurückgebaut.
Die ursprüngliche Nutzung des langgestreckten Gebäudes als Kapelle ist im neuen räumlichen Gefüge wieder erlebbar.
Im ersten Obergeschoss bietet sich den über das Pfarrhaus bzw. über die Außentreppe ankommenden Nutzern und Besuchern ein einladendes und offenes Foyer. Ein großer Raum, der für Sitzungen, Seminare oder kleinere Feste genutzt werden kann, schließt sich in westlicher Richtung an. Ein neuer, eingestellter Körper in der Mitte dieses Geschosses nimmt erforderliche dienende Räume auf und erlaubt die Wahrnehmbarkeit der gesamten Gebäudelänge.
Der Chor der ehemaligen Kapelle nimmt wie selbstverständlich eine geschwungene Treppe auf, die in das darüberliegende Saalgeschoss führt. Eine neue satteldachförmige Innendeckenkonstruktion steift das Gebäude entsprechend der historischen Konstruktion aus und bildet mit seinen feingliedrigen Holzstäben den oberen Abschluss des Gemeindesaals. Im Bereich der ehemaligen Chorwand ist über einen Luftraum die komplette Höhe des historischen Kappellenraums erlebbar, erhaltene Teile des Chorbogens und großflächige historische Malereien und Nischen werden freigestellt.
Ein eingestelltes „Haus“ bildet zum einen den Übergang von Treppenraum und Saal und nimmt zum anderen die notwendige Küche auf.
Besonderes Merkmal des Gemeindesaals sind die großflächig erhaltenen, spätmittelalterlichen Wandgemälde aus dem 15. Jahrhundert. Restauratoren sorgten für die Sicherungsmaßnahmen während des Umbaus sowie die Konservierung und Restaurierung der Wandmalereien und historischen Putze.
Auf Wänden ohne historische Befunde und auf modernen Putzschichten wurde ein Kalkputz mit geringem hydraulischen Anteil aufgebracht, nach historischen Rezepturen hergestellte Kalkfarben bilden den Anstrich.
An Wandflächen mit Befunden wurden lokale bzw. flächige Putzergänzungen mit nachgestellten Baustellenmischungen aus Luftkalk und Sand ausgeführt.
Der Boden im Eingangsbereich des Pfarrhauses und auf ehemaligem Kappellenniveau des Mesnerhauses wurde mit einem geschliffenen Gussasphaltterrazzo „steinern“ ausgebildet. Die darüberliegenden Geschosse sind mit geöltem Eicheparkett ausgeführt. -


  • Projektbeteiligte

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    Fertigstellung 11/2010
    Gebäudetyp Gemeindezentren (Renovierung / Sanierung)
    Projektgröße
    Brutto-Rauminhalt (BRI) 10.000 m3
    Projektadresse Kirchplatz 3+4
    DE-88400 Biberach / Riß
  • Gewährleistung

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