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  • Realisiertes Projekt

Masterplan Emscher-Zukunft


Projektbeschreibung:
Die Emscher bildet seit mehr als einem Jahrhundert das industrielle Rückgrat des Ruhrgebiets. Dieser ehemals rund 85 km lange Fluss im Norden des Ruhrgebiets, soll nun von einem offen liegenden Abwassersystem wieder in einen Fluss gewandelt werden.

Eine der dichtesten Stadt- und Industrielandschaften Europas vollführt eine Hinkehr zum Wasser und wird damit vom Hinterhof des Ruhrgebiet zum Vorzeigeprojekt und Imageträger einer ganzen Region. Die Grundlage für den Masterplan Emscher-Zukunft... +
Die Emscher bildet seit mehr als einem Jahrhundert das industrielle Rückgrat des Ruhrgebiets. Dieser ehemals rund 85 km lange Fluss im Norden des Ruhrgebiets, soll nun von einem offen liegenden Abwassersystem wieder in einen Fluss gewandelt werden.

Eine der dichtesten Stadt- und Industrielandschaften Europas vollführt eine Hinkehr zum Wasser und wird damit vom Hinterhof des Ruhrgebiet zum Vorzeigeprojekt und Imageträger einer ganzen Region. Die Grundlage für den Masterplan Emscher-Zukunft wurde in einem interdisziplinären Wettbewerb gelegt. Der Entwurf einer langfristigen Strategie und Planungsmethodik von ASTOC Architects and Planners und RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten erhielt den 1. Preis und wählte als Symbol für die Neue Emscher einen farbigen Kabelstrang. Die einzelnen Litzen des Kabelstrangs standen dabei repräsentativ für die Verflechtung von Wasser, Landschaft und Stadt und zeigten bereits hier weite Verzweigungen bis tief in die Region.

Der Masterplan Emscher-Zukunft hat dieses „Kabel“ systematisch zu einem Entwicklungs- und Handlungskonzept weiter entwickelt. Der Masterplan definiert Vision und Leitbild für die städtebauliche und landschaftliche Entwicklung des Neuen Emschertals und leitet daraus ein konkretes planerisches und räumliches Bild ab. In hunderten von Gesprächen mit den Beteiligten Kommunen, Anwohnern und Grundeigentümern wurde gleichzeitig die Idee einer offenen Transformations- strategie in das Masterplanwerk integriert. Als anpassungsfähige, flexibel agierende und reagierende Planungsplattform sorgt der Masterplan damit nicht nur für einen Austausch zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen, sondern auch zwischen Politik, Verwaltung und den Menschen vor Ort.

Dabei gehen die einzelnen Planwerke (Freiraumplanung und Städtebau, Ökologie und Wasserwirtschaft) in ihrer räumlichen Ausdehnung über die rund 50 Nebenläufe und vielfältigen Wegeverbindungen weit über die Emscher hinaus. Der Umbau der Emscher wird die industrielle Kulturlandschaft des Emschertals nachhaltig verändern. In einigen Nebenläufen der Emscher fließt bereits wieder klares und sauberes Wasser. Bereits in ein paar Jahren werden die offenen Schmutzwasser- läufe der Vergangenheit angehören. Aus dem „Entsorger“ von Abwässern wird ein „Versorger“ mit wertvollen Biotopen, attraktiven Orten zum Wohnen und Arbeiten, ein Landschaftsraum für Kunst, Kultur und Freizeit.

Neben den öffentlichen Investitionen in Höhe von rund 4,5 Milliarden Euro - entstehen auch viele privatwirtschaftliche Initiativen und Projekte. Neben den ökologischen, städtebaulichen oder wasserwirtschaftlichen Vorhaben finden auch die den Umbau begleitenden Kunst- und Kulturprojekte großes Interesse.

Inzwischen sind auch auf internationaler Ebene viele andere Metropolen und Metropolregionen auf den Masterplan Emscher-Zukunft aufmerksam geworden. So wurde er 2008 auf der 11. Internatio- nalen Architekturbiennale in Venedig und 2009 auf der 8. Internationalen Architekturbiennale in São Paulo vorgestellt. Hier wurden Planungen vorgestellt, die weitreichende Projekte als Motor und Entwicklungsschub für die Gestaltung von Metropolen auf der einen Seite und die Findung zeitgemäßer, städtebaulicher Konzepte andererseits nutzen. Das Wasser wird durch den Umbau zum räumlichen Bindeglied und Identitätsträger für die Region. Darüber hinaus zeigt der Umbau dieses komplexen Flusssystems Signalwirkung für vergleichbare, wasserwirtschaftliche und städtebauliche Großprojekte auf der ganzen Welt. -



INFO-BOX

veröffentlicht am 11.10.2012
Zuletzt aktualisiert 21.05.2013
Projekt-ID 5-49210
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