loading
Diashow »
  • AT-1100 Wien
  • Realisiertes Projekt

ÖBB Konzernzentrale


Projektbeschreibung:
Die ÖBB haben entschieden, ihre Konzernzentrale in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Hauptbahnhof Wien zu errichten. Aus dem EU-weit ausgeschriebenen zweistufigen Generalplanerwettbewerb im Jahr 2009 ging das Architekturbüro Zechner & Zechner als Sieger hervor.

Aufgabenstellung war, ein herausragendes Konzept für die Zentrale zu finden, die für ca. 1.600 Mitarbeiter aus unterschiedlichen ÖBB-Konzerngesellschaften optimale Arbeits- und Kommunikationsbedingungen bietet.

Der 88m hohe... +
Die ÖBB haben entschieden, ihre Konzernzentrale in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Hauptbahnhof Wien zu errichten. Aus dem EU-weit ausgeschriebenen zweistufigen Generalplanerwettbewerb im Jahr 2009 ging das Architekturbüro Zechner & Zechner als Sieger hervor.

Aufgabenstellung war, ein herausragendes Konzept für die Zentrale zu finden, die für ca. 1.600 Mitarbeiter aus unterschiedlichen ÖBB-Konzerngesellschaften optimale Arbeits- und Kommunikationsbedingungen bietet.

Der 88m hohe Turm fungiert nach seiner Fertigstellung im Oktober 2014 als Landmark im neuen Stadtviertel um den Hauptbahnhof. Durch eine S-förmige Verschwenkung des Baukörpers und ein Zurückweichen von der Baulinie im Norden öffnet das Gebäude Raum zum Vorplatz. Die dynamisch geschwungene Großform sowie glatte, gerundete Oberflächen wecken Assoziation zu modernen Hochgeschwindigkeitszügen.

Die gewählte Gebäudetiefe und Konfiguration der innen liegenden Kerne erlaubt im Sinne einer maximalen Flexibilität die verschiedensten Büroorganisationsformen, die sowohl innerhalb des Gebäudes als auch auf einer Etage im Sinne eines Mischbüros realisiert werden können. Die Strategie der reversiblen Büros hat sich aufgrund ihrer hohen Flexibilität als investorisch optimiertes Konzept erwiesen, das leicht auf individuelle Nutzerwünsche anzupassen ist.

Zechner & Zechner entwarfen ein nachhaltiges „schlankes Gebäude“ mit niedrigem Primärenergiebedarf und geringem Maß an Gebäudetechnik bei gleichzeitig gesundem und behaglichem Raumklima. Maßnahmen wie regelbarer außenliegender Sonnenschutz, natürliche Lüftungsmöglichkeit, Wärmeabfuhr über Nachtlüftung, Lichtumlenkung zwecks Optimierung der natürlichen Belichtung und Senkung des Beleuchtungsenergiebedarfs sowie natürliche Befeuchtung durch Pflanzinseln setzen diese Strategie wirkungsvoll um.

Das Hochhaus ist mit einer Doppelfassade ausgestattet und gewährleistet Dank der Aktivierung der thermischen Masse und die konsequente Abwärmenutzung einen sehr niedrigen Grad an Primärenergieverbrauch.


INNENARCHITEKTUR

Für die Innenarchitektur der ÖBB-Zentrale in Wien wurde eine unverwechselbare Corporate Architecture basierend auf dem CI der ÖBB entwickelt und die Begriffe Mobilität und Reisen architektonisch thematisiert.

Dabei wurde das Linienelement der ÖBB neu interpretiert und die daraus entstehende algorithmische Liniengrafik als Gestaltungstool verwendet. In Kooperation mit United Everything wurde das Herzstück des Designs entwickelt. Ein 3,6km langer, beweglicher Screen, der eine Reise durch Österreich darstellt. Er umspannt alle 23 Geschoße, zoniert individuell ihre Funktionsbereiche, verbessert die Akustik und erzeugt mit seinen Bildern Atmosphäre. Dabei entsteht eine Rhythmisierung der vorbeiziehenden Landschaft, nicht nur visuellen Sinneseindruck manifestiert, sondern auch Begriffe wie Beschleunigung und Entschleunigung.

Damit wurde eine zeitgenössische Arbeitsumgebung mit Funktionsbereichen unterschiedlicher Qualitäten geschaffen, die sowohl dem stark gestiegenen Bedarf nach spontaner Kommunikation als auch dem Wunsch nach Rückzug und Konzentration gerecht wird. In Verbindung mit der Bodengestaltung entsteht somit ein thematisch klarer und atmosphärisch geladener Bewegungsraum der im Bereich der Mittelzone in einen offenen Kommunikationsraum mündet. Der Bodenbelag unterscheidet dabei die Bewegungs- und Kommunikationsbereiche in seiner Haptik klar von den Arbeitsbereichen und gliedert zusätzlich den Großraum. Einerseits wird Bewegung und Interaktion impliziert, andererseits Wärme, Weichheit und Ruhe mit hervorragender Raumakustik. Geschlossene, offene Kommunikationsbereich sowie Rückzugsräume sind entlang der Mittelzone angeordnet um ein kommunikatives Zentrum zu schaffen und eine störende Überschneidung von offener Kommunikation und konzentriertem Arbeiten zu vermeiden. Im Bereich der Arbeitszonen dient der textile Screen als Filter zu Bewegungsflächen und Nebenräumen.

Auch in der multifunktional genutzten Sky Lobby wird dieses Gestaltungskonzept fortgeführt. Einerseits ermöglicht der textile Raumteiler variable Zonierungen, andererseits können in Zusammenspiel mit Licht und Grafik unterschiedliche Atmosphären generiert werden.
Die künstlerisch abstrakte Grafik zum Thema Bahn kann mit wechselndem LED-RGB Licht verändert werden. Je nach Lichtfarbe wechselt die Grafik durch Neutralisierung der Farben. Das grafische Bild beginnt sich zu bewegen und verändert sich mit dem Licht und kann je nach Veranstaltung statisch oder dynamisch eingesetzt werden.




Architektur und Generalplanung: Zechner & Zechner ZTGmbH, Wien
Innenarchitektur: INNOCAD Architektur ZT GmbH, Graz
Projektleitung: Christoph Zechner, Stefan Wecker
Tragwerksplanung: Thomas Lorenz ZTGmbH, Graz
Technische Gebäudeausrüstung: Moser & Partners, Absam
Bauherr: BAI - Habau – Östu-Stettin


Geschoße: 24 oberirdisch, 3 unterirdisch
Gebäudehöhe: 88 m -


Anzeige



Anzeige