loading
Diashow »
  • DE-67434 Neustadt an der Weinstraße
  • Realisiertes Projekt

Hambacher Schloss


Projektbeschreibung:
Denkmalgerechter Umbau und Erweiterungsbau für das Hambacher Schloss

Das geschichtsträchtige Hambacher Schloss wurde vom Architekten Max Dudler umgebaut und um ein Restaurant erweitert.

Das Hambacher Schloss, Schauplatz des „Nationalfests der Deutschen“, repräsentiert in einzigartiger Weise europäische und deutsche Geschichte. Es gilt wegen des Hambacher Festes, das dort 1832 in den Ruinen stattfand, als Wiege der deutschen Demokratie. Seit der Gründung einer spätrömischen Höhensiedlung um... +
Denkmalgerechter Umbau und Erweiterungsbau für das Hambacher Schloss

Das geschichtsträchtige Hambacher Schloss wurde vom Architekten Max Dudler umgebaut und um ein Restaurant erweitert.

Das Hambacher Schloss, Schauplatz des „Nationalfests der Deutschen“, repräsentiert in einzigartiger Weise europäische und deutsche Geschichte. Es gilt wegen des Hambacher Festes, das dort 1832 in den Ruinen stattfand, als Wiege der deutschen Demokratie. Seit der Gründung einer spätrömischen Höhensiedlung um das Jahr 305 auf dem Hambacher Schlossberg hat das Bauwerk die unterschiedlichsten Entwicklungen erfahren. Nachdem das Schloss 2002 in das Eigentum der Stiftung Hambacher Schloss überging, wurden umfangreiche Modernisierungs-, Umbau- und Neubaumaßnahmen geplant. In einem Architektenwettbewerb, den die Stiftung auslobte, überzeugte der Entwurf des Architekten Max Dudler.

Dudlers Entwurf sieht vor, dass sämtliche Eingriffe den historischen Bestand lediglich unterstützen und nicht wesentlich in ihn eingreifen. Die Architektur soll die „Sprache des Ortes respektieren und innerhalb ihres Vokabulars eine architektonisch passende Antwort finden“. Ziel ist die behutsame Erweiterung des historischen Bestands – unter respektvoller Berücksichtigung von beinahe zwei Jahrtausenden Geschichte. Zeitgemäße Architektur, eingebettet in Tradition und Historie, als ein ausgewogenes Ganzes.

Während des Umbaus ist es Dudler vor allem daran gelegen, die Originalsubstanz wieder sichtbar zu machen, indem der Bestand behutsam gereinigt, geöffnet und verdichtet wird. Räumliche und chronologische Zusammenhänge sollen wieder lesbar werden. Die neuen Hinzufügungen aus den Materialien Kirschholz, Sandstein, Stahl und Glas fügen sich selbstverständlich in die Räume ein, die Technik ist weitgehend unsichtbar integriert.

Die Architektur des „Restaurant1832“ mit steinerner Panoramaterrasse und atemberaubendem Ausblick nimmt das Motiv der Wehrmauern auf. Die Mauern werden gewissermaßen verstärkt, sodass sie schließlich ein skulpturales Gebäude ergeben, das um die Funktion der Gastronomie bereichert wird. Viele in den Gebäudekörper eingeschnittenen Fenster mit tiefer Laibung, die wie Gemälde in unterschiedlichen Formaten über die Wände verteilt und innenbündig verglast sind, stellen über diese ausgefeilte Blickkomposition den Bezug zur überwältigenden Landschaft her. Der harmonisch an das historische Schloss angeschmiegte, helle und geradlinige Baukörper des Restaurants setzt nun optisch die mittelalterliche Ringmauer fort und erscheint wie die logische Fortführung der Burganlage. Als Material für die Fassaden wählte Dudler den an den historischen Mauern verwendeten, ortstypischen gelben Leistadter Sandstein.

Die Analogie „Das Haus als Mauer“ bildet den roten Faden bei der Entwicklung des gesamten Gebäude-Ensembles. Der Besucher findet klare und dezente Baukörper vor, die dem Material des Hauptgebäudes entsprechen, und wird historisch respektvoll empfangen.


Bauvolumen
Umbau: BGF 3.600 m2, BRI 15.500 m³
Neubau: BGF 1.300 m2, BRI 6.300 m³

Planungs- und Bauzeit
2005-2011 (Umbau 2005–2008, Neubau 2009–2011)


Projektleiter
Simone Boldrin

Mitarbeiter
Julia Werner, Handan Özdemir, Patrick Gründel


Siehe auch "Außenanlagen des Hambacher Schlosses":
http://www.competitionline.com/de/projekte/50829 -



INFO-BOX

veröffentlicht am 13.11.2012
Zuletzt aktualisiert 15.08.2018
Projekt-ID 5-49454
Seitenaufrufe 5356



Anzeige





Anzeige