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  • Realisiertes Projekt

Neubau Pädagogische Hochschule


Projektbeschreibung:
Europaallee Zürich
Baufeld A

Die Zürcher City wächst

MAX DUDLER baut Pädagogische Hochschule und Geschäftshaus im neuen Zürcher Stadtteil Europaallee.

Mitten in Zürich entsteht ein neuer Stadtteil. Das trapezförmige Gebiet direkt hinter dem Zürcher Hauptbahnhof erstreckt sich von der Langstrasse bis zur Kasernenstrasse und von der Lagerstrasse bis zu der neuen Europaallee, die entlang der Gleise verlaufen wird. Die Fertigstellung des Großprojekts ist für das Jahr 2018 vorgesehen. Der neue... +
Europaallee Zürich
Baufeld A

Die Zürcher City wächst

MAX DUDLER baut Pädagogische Hochschule und Geschäftshaus im neuen Zürcher Stadtteil Europaallee.

Mitten in Zürich entsteht ein neuer Stadtteil. Das trapezförmige Gebiet direkt hinter dem Zürcher Hauptbahnhof erstreckt sich von der Langstrasse bis zur Kasernenstrasse und von der Lagerstrasse bis zu der neuen Europaallee, die entlang der Gleise verlaufen wird. Die Fertigstellung des Großprojekts ist für das Jahr 2018 vorgesehen. Der neue Stadtteil wird dann über 6.000 Arbeitsplätze, 1.800 Studienplätze, 400 Wohnungen, ein Hotel, Geschäfte, Gastronomie sowie weitere Freizeitangebote umfassen. Das Areal wurde bis zur Entscheidung zur Umnutzung der Flächen im Jahr 2006 durch die Schweizerischen Bundesbahnen sowie die Schweizerische Post genutzt und war für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Max Dudler gestaltet zwei Bauabschnitte des neuen Stadtteils Europaallee. Auf Baufeld A, direkt hinter der denkmalgeschützten Sihlpost, wird für die Pädagogische Hochschule Zürich ein dreiteiliges Gebäudeensemble mit ergänzender Büro- und Ladennutzung errichtet. Das Gebäudeensemble wird als erster Neubau des Quartiers Europaallee im Herbst 2012 fertiggestellt. Über großzügige Treppen gelangt man auf den höher gelegenen zentralen Campus der Hochschule. Der Platzraum verbindet das gläserne Hauptgebäude mit dem südlichen Bau für Seminarräume und Kinderkrippe und dem westlichen Gebäude, in dem Werk-, Musikräume sowie in den obersten Stockwerken zwei Sporthallen untergebracht sind. Die nördliche Seite der Piazza nimmt ein ebenfalls nach den Plänen von Max Dudler errichtetes Geschäftshaus ein. Unter Hörsälen, Hochschulmensa und -bibliothek ist eine Shoppingmall untergebracht, die ebenerdig einen Durchgang zum Bahnhof bietet. Die Fassaden des Gebäudeensembles orientieren sich an der Schlichtheit und Eleganz eines Mauerwerksverbandes. Tiefe Schattenfugen
trennen die großformatigen Fassadenelemente aus Glas und Kalkstein (Trosselfels). Durch partielle Vor- und Rücksprünge wirkt die Fassade plastisch gestaltet und gleichzeitig ruhig und einheitlich. Der Platzbelag aus Basalt läuft schwellenlos in die angrenzenden Foyers und die Mensa.

Auf Baufeld C, das westlich an Baufeld A grenzt, entstehen außerdem bis 2013 insgesamt vier Gebäude für eine Großbank. Zwei der vier Gebäude hat Max Dudler entworfen, jeweils eines stammt von Gigon/Guyer (Zürich) und David Chipperfield Architects (London/Berlin ). Die vier Gebäudeteile sind über Brücken verbunden und verschränken sich zu einer Großfigur.
Im Jahr 2015 wird das Gesamtensemble mit dem Umbau des Bestandsgebäudes Alte Sihlpost abgeschlossen.

Übergeordnetes Entwurfsziel war die Einbindung des neu entstehenden Viertels in die bestehende Stadt. Die Höhe der durchlaufenden Vollgeschosse reagiert auf die Traufhöhen der angrenzenden Quartiere. Der elegante Gebäuderiegel der Sihlpost aus dem Jahr 1929 am Eingang des Baufeldes A gibt den Rhythmus der plastischen Vor- und Rücksprünge der Gebäudefigur vor. Insgesamt schreibt die Architektur der neuen Gebäude auf Baufeld A und C die lebendige Kontinuität der Zürcher Architekturtradition in der Sprache unserer Zeit fort. Die Straßen, Gassen, Plätze und Passagen des städtebaulichen Plans variieren das große Repertoire der europäischen Stadtbaukultur. Details wie Wasserspiele, Stadtlichter und Bänke vervollständigen ein neues Stück Stadt von zeitloser, europäischer Identität.


Interview mit Max Dudler anlässlich der Eröffnung der Pädagogischen Hochschule Zürich im Quartier Europaallee

Am Zürcher Hauptbahnhof entsteht bis 2018 der neue Stadtteil Europaallee. Welche Chancen und Risiken verbinden Sie mit der Umgestaltung des Areals? Sind Sie mit dem gebauten Ergebnis zufrieden?

Die Verdichtung der wachsenden Stadt Zürich ist ein Gebot der Stunde. Zürich hat, wie viele Städte in der Schweiz, nur diese sinnvolle Möglichkeit zu wachsen. Wir müssen also bereits bebaute Grundstücke verdichten und letzte Reserven, wie diese Konversionsflächen am Zürcher Hauptbahnhof, nutzen. Dabei entsteht eine „Neue Dichte“ in Zürich, wie das in dem gerade erschienenen Buch über die Pädagogische Hochschule heißt. Eine neue Dichte, die aber auch mit einer neuen städtebaulichen Qualität verbunden sein muss. Es geht darum, Dichte so zu gestalten, dass Zürich auch als Zürich erkennbar bleibt. Auch um die Frage, wie es möglich ist, neue Elemente mit bereits bestehenden zu verbinden. Die Europaallee – und als erster Teil das Ensemble der Pädagogischen Hochschule – sind durch den Zeitpunkt und die Größe in dieser Frage sicher Vorreiter und auch exemplarisch. Bei einem Projekt dieser Größenordnung sind natürlich viele Interessen berührt, und da entstehen auch Konflikte. Ich glaube aber, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann.

Vom Wettbewerb bis zur Realisierung ist es ein langer Weg. Welche Gedanken haben Sie bei der Konzeption der Gebäude geleitet? Hat sich in dem Prozess vieles verändert?

Wenn man das Modell unseres Wettbewerbsbeitrags mit dem fertigen Quartier vergleicht, hat sich erstaunlich wenig verändert. Wir haben unsere Vorstellungen einer inneren Verdichtung voll und ganz umsetzen können. Wir wollten von Anfang an ein Ensemble; eine Stadtanlage, die die Physiognomie der Stadt aufnimmt und in einer zeitgenössischen Architektursprache fortschreibt. Wenn man über die Gassen und Treppen zum Campus hochgeht, spürt man diese Überlagerung. In Zürich kennt man solche Situationen vom Lindenhof her: diese schönen Treppenanlagen, die zu einem öffentlichen Platz führen. Das ist meiner Meinung nach voll und ganz gelungen. Auch bezüglich der Detaillierung bin ich zufrieden. Und noch etwas ist mir wichtig: Die Sihlpost wird endlich wieder zum Hauptgebäude. Es wird nicht, wie früher, einfach „hinten angebaut“. Das Alte ist Teil des Neuen.

Der Wettbewerb zu Baufeld A mit der Alten Sihlpost, der Pädagogischen Hochschule und Baufeld C mit den Gebäuden der UBS, die dort entstehen, war der erste seiner Art. Glauben Sie, dass dieser Wettbewerb für die Europaallee prägend war?

Ich glaube schon, dass unsere Lösungen für den ersten Abschnitt auf die folgenden Baufelder ausgestrahlt haben: der Rhythmus, die Körnung. Viele Wettbewerbsbeiträge haben damals das Baufeld A der Pädagogischen Hochschule ganz zugebaut. Wir haben einen erhöhten Platz als Campus für die Pädagogische Hochschule vorgeschlagen. Die im Masterplan von Kees Christiaanse angelegte Durchwegung haben wir noch feingliedriger aufgelöst und durch Platzräume und Passagen erweitert – es gibt endlich wieder echte Plätze in der Stadt. Auch die Kontinuität des städtischen Raums bleibt erhalten: Alles ist öffentlich. Ich glaube, dass diese Vorstellung, dass die Freiräume im Städtebau wichtiger sind als das isolierte Einzelobjekt, sich langfristig, wenn wir über die Weiterentwicklung der europäischen Stadt reden, durchsetzen wird. Wir haben dabei auch dazugelernt. Baufeld A und C wurden ja zusammen entwickelt, weil das ehemalige Postverteilungszentrum, das hier stand, so eine große Fläche eingenommen hat. Wir haben erkannt, dass diese Fläche für einen einzigen Architekten eigentlich zu groß ist. Deswegen haben wir vorgeschlagen, die Büros David Chipperfield und Gigon/Guyer, die auch beim Wettbewerb dabei waren, auf dem Baufeld C zu beteiligen. Das hat sich bewährt.

Es wird viel über Nachhaltigkeit gesprochen. Auch in Bezug auf die Europaallee taucht dieser Begriff immer wieder auf.

Die Frage der Nachhaltigkeit geht für mich über Fragen des Materials und der Energie hinaus. Entscheidend ist hier sicher die Entscheidung, die Pädagogische Hochschule mitten in die Stadt zu bringen. Für einen Ort, an dem sich alle Zugverbindungen treffen, ist das ideal. Dadurch wird das Viertel lebendig, es wird hier eine enorme Vielfalt geben. Das ist nachhaltig. Und wenn die Häuser noch die nächsten hundert Jahre überleben, wie die Alte Sihlpost, dann ist das sicher auch nachhaltig. Damit ein Ort angenommen wird, braucht es ein breites Angebot an städtischen Funktionen, dazu gehören auch Läden und Restaurants. Darum finden wir auch die große Einkaufspassage gut, die die Lagerstraße mit der Europaallee verbindet. Aber sie ist außen in ein Straßenbild mit vielen kleinen Läden eingebettet, sodass sich der Stadtraum entwickeln kann, und darüber befindet sich dann der Campus der Pädagogischen Hochschule, das gehört auch dazu.

Inwiefern tragen die von Ihnen entworfenen Gebäude dazu bei, dass das neue Stadtviertel in die historisch gewachsene Umgebung eingebunden wird?

Architektur ist immer ein Eingriff in ein bestehendes Gefüge. Ob wir die „Wiege der deutschen Demokratie“, das Hambacher Schloss in Neustadt an der Weinstraße, weiterbauen oder ob wir, wie hier in Zürich, die Stadt nach innen verdichten, wir folgen den gleichen Prinzipien. Wenn Sie die Typologien der mittelalterlichen Stadt anschauen, dann gibt es dort auch diese engen Gassen und Plätze, diese Dichte. Wenn wir also heute die Stadt weiterbauen, halte ich es für richtig, solche Typologien aufzunehmen und zu transformieren, natürlich in einer anderen Dimension und in einer anderen Qualität. Man kann, denke ich, ablesen, dass unsere Architektur an der Europaallee die Physiognomie der Stadt Zürich aufgreift. Es gibt hier ja sehr unterschiedliche Strukturen, wenn man etwa den Dimensionssprung betrachtet, den Zürich im 19. Jahrhundert mit der Universität und dem Semperbau vollzogen hat. Das 19. Jahrhundert hat sehr prägende Elemente in der Stadt hinterlassen. Wichtig ist, wie schon gesagt, dass Qualität entsteht.


Standort
Zürich Stadtraum HB, Baufeld A

Bauvolumen
Pädagogische Hochschule Zürich:
BGF: 54.300 m²
BRI: 216.400 m³

Neubau Geschäftshaus:
BGF: 15.300 m²
BRI: 68.000 m³

Alte Sihlpost, Umbau Geschäftshaus:
BGF: 21.200 m²
BRI: 86.300 m³

Planungs- und Bauzeit
2009–2012
(Pädagogische Hochschule, Neubau Geschäftshaus)
2014–2015 (Alte Sihlpost)

Ansprechpartner für Rückfragen
Herr Mark van Kleef
Tel +41 (0)44 454 30 60
Frau Wiebke Ahues
Tel +49 (0)30 61 66 03 11

Gesamtprojektleitung
Mark van Kleef, Wiebke Ahues

Projektleiter
Christian Moeller, Wiebke Ahues, Maike Schrader,
Claudio Pasquini, Christof Berkenhoff, Nina Behjati

Mitarbeiter
Britta Fritze (Wettbewerb), Anna Bartels, Inken Blum,
Stefan Bohe, Eva
Brass, Merry Classen, Beate
Dauth, Stefania Dziura, Jan Feislachen, Arlette Feltz-
Süssenbach, Hannah Ferlic, Christian Franke, Martin
Grasse, Gesine Gummi, Aysu Gümüstekin, Clive
Hildering, Anna-Katharina Hüveler, Jörn Kärcher,
Isabell Klunker, Katharina Laekamp,
Silke Meier zu
Evenhausen, Isabelle Meissner,
Johann Moeller,
Helga Müller, Lisa Onnen, Hannes Reichel, Max Rein,
Marcel Rüther, Katja Schmidt, Kathrin Schmitz, Andrea
Schregenberger, Andrea Thöny, Cornelius
Voss, Karin
Weber-Mank, Katja Wemhöner, Renwen Yang -



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