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  • DE Berlin-Buch
  • Realisiertes Projekt

Experimental Research Center (ERC)


Projektbeschreibung:
Standort

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich Berlin-Buch als medizinischer Standort etabliert und war vor dem zweiten Weltkrieg der größte Heilstandort Europas. Von Anfang an wurde ein intensiver Dialog zwischen Heilung und Forschung gepflegt. Das Kaiser Wilhelm Institut für Hirnforschung und später das Forschungszentrum für Krebs- und Zellforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR waren bedeutende Vorgänger des 1992 gegründeten Max Delbrück Zentrums für Molekulare Medizin... +
Standort

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich Berlin-Buch als medizinischer Standort etabliert und war vor dem zweiten Weltkrieg der größte Heilstandort Europas. Von Anfang an wurde ein intensiver Dialog zwischen Heilung und Forschung gepflegt. Das Kaiser Wilhelm Institut für Hirnforschung und später das Forschungszentrum für Krebs- und Zellforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR waren bedeutende Vorgänger des 1992 gegründeten Max Delbrück Zentrums für Molekulare Medizin (MDC). Diese gehört zur Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) und nimmt im internationalen Ranking der Biomedizinischen Forschungseinrichtungen einen Spitzenplatz ein. Der Campus Berlin Buch beherbergt neben dem MDC auch Einrichtungen des Leibnitz-Institutes für Molekulare Pharmakologie, der Charité sowie private Startups und liegt in direkter Nachbarschaft zu den Helioskliniken.

Städtebau

Das Gelände des Campus Berlin-Buch wirkt vor allem im nördlichen Teil, aufgrund seiner Vergangenheit als Friedhof, wie ein weitläufiger Landschaftspark, der sich nach und nach baulich verdichtet. Mit dem Neubau des Experimental Research Center (ERC) wird hier ein zweiter repräsentativer Campuseingang vis à vis der Helioskliniken etabliert. Der mit dem ERC gebaute neue Platz zwischen ERC und dem kürzlich errichteten Neubau für Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT) nimmt Hauptachsen des Campus und der benachbarten Helioskliniken geometrisch auf und bildet eine neue Adresse an der Schnittstelle zwischen Heilung und Forschung sowie Campus und Öffentlichkeit aus. Neben hoher Aufenthaltsqualität auf den Grünflächen sorgt auch die auf dem Platz angeordnete neue Bushaltstelle für Lebendigkeit. Der einladende Charakter des Platzes unterstützt die beabsichtigte Öffnung des Campus zur Öffentlichkeit. Jenseits der Platzfläche sind Baufelder für weitere Bauvorhaben vorgedacht.

Baukörper

Auf dem ursprünglich dreieckigen Baufeld behauptet sich das ERC selbstbewusst als unregelmäßig polygonaler Baukörper. Gleichzeitig kann es als Schlussstein gelesen werden, der den Campus am nördlichen Ende vervollständigt und zwischen den verschiedenen städtebaulichen Richtungen vermittelt. Durch bauliche Überhöhung und Knickung des Volumens wird der Eingang angezeigt, der sich zur Campusachse orientiert. Die großzügige Öffnung des Eingangsbereichs setzt sich im Inneren fort und höhlt den Körper in Form des Atriums von innen aus.

Fassade

Das benachbarte MRT mit seiner weißen Metallfassade und das Oskar-und-Cécilie-Vogthaus von 1929 mit seiner weißen Putzfassade gaben den Anstoß für die Wahl der Fassadenfarbe. Beim ERC wurde die Fassade mit weißen Glastafeln verkleidet. Diese sind im Läuferverband verlegt und mit drei verschieden dunklen Typographieclustern bedruckt, die das menschliche Genom bezeichnen. Aus der Distanz werden die Tafeln in drei Schattierungen von weiß wahrgenommen. Die bei Laborbauten typische Bandfassade wurde hier unregelmäßig unterbrochen und über das gesamte Gebäude gezogen, um dessen kristalline Körperhaftigkeit zu betonen. Die Fensterlaibungen und die Öffnungsflügel sind goldbronzefaben eloxiert. Auf die Gestaltung der Fassade wurde seitens des Nutzers besonderer Wert gelegt. So wurden Visualisierungen des Gebäudes bereits während der Planungszeit genutzt, um auf dem weltweit umkämpften Markt Wissenschaftler als zukünftige Nutzer anzuwerben.

Nutzung

Im ERC arbeiten Grundlagenwissenschaftler und Mediziner interdisziplinär an gemeinsamen Projekten im Bereich der translationalen Forschung und Medizin. Das Raumprogramm umfasst biomedizinische und chemische Labore, Büros und Kommunkationsräume. Zudem ist das Gebäude für den Einbau eines Magnet-Resonanz - Positronen-Emissions-Tomografen (MR-PET) vorbereitet.

Kommunikation

Bei der Organisation des Raumprogramms wurde besonderer Wert auf die Schaffung von differenzierten Kommunikationsbereichen für den interdisziplinären Informationsaustausch als Ergänzung zu den konzentrierten Laborwelten gelegt. Das Gebäude wird durch das über die gesamte Gebäudehöhe reichende Atrium zentriert, hier treffen alle Funktionsbereiche aufeinander. Großzügige Freitreppen bilden die vertikale Haupterschließung. Vom Atrium aus sind alle Laborbereiche der Geschosse direkt zugänglich. An der Schnittstelle der meistbegangenen Wege befinden sich im Inneren des Atriums offene Cafébars, die zu informeller Kommunikation einladen. Seitlich flankieren Büroraume das Atrium, straßenseitig grenzen gläserne Besprechungsräume an, die sich durch Ihre Lage von den inneren Bewegungsströmen zurückziehen. Die räumliche Inszenierung prädestiniert das Atrium zudem für Veranstaltungen.

Flexibilität

Aufgrund immer kürzer werdender technischer Innovationszyklen und sich häufig ändernder Forschungsaufgaben, wird vom modernen Laborbau ein hohes Maß an Flexibilität erwartet. Dazu bietet das ERC innovative Lösungen an. Die vertikale technische Erschließung wird über große Zentralschächte mit Reservequerschnitten bewerkstelligt. Die horizontale Leitungsführung erfolgt in den Ebenen durchgängig in offener Installation unter Decke. Dadurch kann einfach geändert und nachinstalliert werden. An der Schnittstelle zwischen Labor und Büro können Nutzungen je nach Bedarf hin und her geschaltet werden, da die Installationsebene durchläuft und die Räume ähnliche Grundausstattung besitzen. In den Laboren kommt ein erstmals in Deutschland eingesetztes innovatives Labormöbelsystem zum Einsatz. Das speziell für dieses Gebäude entwickelte Ständersystem zeichnet sich dadurch aus, dass Anpassungen mit geringem Aufwand möglich sind. Diese können größtenteils mit Hausmeistermitteln ohne die Hinzuziehung von teuren Fachtechnikern durchgeführt werden. Durch Elementierung erlaubt das System die einfache Einrichtung und Änderung von Trennwänden und Bürocubicals im Labor. -


  • Projektbeteiligte

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  • Projektdaten

    maximieren

    Baubeginn 2009
    Fertigstellung 2012
    Gebäudetyp Forschungs- und Laborgebäude (Neubau)
    Projektgröße
    Brutto-Grundfläche (BGF) in m² 6.100 m2
    Projektkosten
    Baukosten (gesamt) 16.200.000 EUR
    Projektadresse DE-Berlin-Buch
  • Gewährleistung

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