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Haus H - Anbau Haus H - Anbau, © Eibe Sönnecken
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  • DE-61352 Bad Homburg
  • Realisiertes Projekt

Haus H


Projektbeschreibung:
Projektteam
Ruben Lang, Isabelle von Keitz, Wiebke Meyer

Situation und Anforderungen
Im Kontext des Einfamilienhausgebietes am Gonzenheimer Hang wurde das bestehende, zweigeschossige Wohnhaus mit Satteldach 1954 errichtet. Durch die Hanglage liegt das Kellergeschoss ebenerdig zum nördlichen Garten. Die schwierige Orientierung des Baukörpers mit der straßenabgewandten Nordseite zum tieferliegenden Garten hin sowie die geringen Flächenressourcen bestimmten den Entwurfsprozess.
Die... +
Projektteam
Ruben Lang, Isabelle von Keitz, Wiebke Meyer

Situation und Anforderungen
Im Kontext des Einfamilienhausgebietes am Gonzenheimer Hang wurde das bestehende, zweigeschossige Wohnhaus mit Satteldach 1954 errichtet. Durch die Hanglage liegt das Kellergeschoss ebenerdig zum nördlichen Garten. Die schwierige Orientierung des Baukörpers mit der straßenabgewandten Nordseite zum tieferliegenden Garten hin sowie die geringen Flächenressourcen bestimmten den Entwurfsprozess.
Die Anforderungen und Wünsche der Bauherren waren klar formuliert: Einerseits sollten Wohnraum und Zimmeranzahl im Bestandsgebäude maximiert werden, die Atmosphäre in Punkto Offenheit, Großzügigkeit und Belichtung verbessert und andererseits typische, lieb gewonnene Merkmale – wie etwa die alte Holztreppe - erhalten werden. Die räumliche Beziehung und Verbindung vom Erdgeschoss zum Garten fehlte gänzlich. Ein großzügiger, flexibel nutzbarer Raum für unterschiedliche familiäre Aktivitäten - das große Fest, das Kinderspiel oder auch den gemütlichen Abend zu zweit am Kamin - wurde gewünscht. Die Anpassung der Gebäudehülle und -technik im Sinne einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Betrachtungsweise verstand sich von selbst und natürlich durfte auch die Anmutung des Hauses nicht hinter den inneren Werten zurück stehen...

Konzept und Umsetzung
So wurde das Gebäude nachhaltig saniert, umgebaut und - dem Raumbedarf einer fünfköpfigen Familie entsprechend - weiter gebaut: Der neue, zweigeschossige “Einraum” vergrößert das Haus auf der Nordseite, wird zum Zentrum des Familienlebens und als Wohnraum zum Mittler zwischen Eingangs-, Koch- und Essbereich und Garten. Der Anbau gliedert sich in den zweigeschossigen Hallenraum mit „Kaminzimmer“ auf Garten- sowie die Arbeitsgalerie mit Loggia auf Erdgeschossniveau. Die beiden Geschosse des Anbaus werden über eine neue, offene Treppe erschlossen. Das Flachdach des Erweiterungsbaus bietet das Potential einer Dachterrasse. Ein Oberlicht spendet Südsonne im nordorientierten Raum. Gezielt gesetzte Öffnungen stellen die innenräumlichen Bezüge zwischen Alt- und Neubau bzw. Innen- und Außenraum her.
Durch den Anbau entspannt sich die räumliche Situation im Bestandsgebäude. So wurde die Raumaufteilung nur marginal durch das Versetzen statisch nicht relevanter Bauteile verändert. Im Erdgeschoss entstand ein großzügiger Koch-, Ess-, und Arbeitsbereich. Im Obergeschoss befinden sich die Individualräume. Der Spitzboden wurde ausgebaut und bietet weiteres räumliches Potential. Teile des originalen Parkettfußbodens und die charakteristische Holztreppe wurden erhalten. Im Zuge des Umbaus und der energetischen Sanierung sind die Fensteröffnungen an alter Stelle an neue Anforderungen angepasst und teils redimensioniert worden.

Materialisierung und Nachhaltigkeit
Innenraumwirkung und Materialkonzept zeichnet sich durch helle, lichtdurchflutete Räume und weiße Einbauten aus. Ein Eichenholzfußboden und die tiefen Lärchenholzrahmen der Fenster auf der Raumseite bewirken als „materialisierte“ Elemente eine warme Atmosphäre.
Aus energetischen Gründen und zugunsten der Komfortsteigerung ist eine raumlufttechnische Anlage mit hohem Wärmerückgewinnungsgrad eingebaut. Der voluminöse Pufferspeicher für Heizung und Warmwasseraufbereitung wird von einem Gasbrennwertgerät mit Solarthermieunterstützung gespeist. Das Gebäude unterschreitet durch diese Maßnahmen die Energieeinsparverordnung (EnEV) um 30 %.
Das Bestandsgebäude aus Ziegelmauerwerk sowie der in Massivbauweise errichtete Anbau erhielten eine Wärmedämmung aus Mineralwollplatten, der Bestandsdachstuhl eine Zwischen- und Aufsparrendämmung. Dem Siedlungskontext entsprechend ist die Fassade mit einem gefilzten, weiß angelegten Putz versehen. Das Dach wurde mit dunkelgrauen Betondachsteinen gedeckt. Die Holz-Alu-Fenster sind mit einer Drei-Scheiben-Isolierverglasung und teils mit Sonnenschutzglas ausgeführt. Nach außen hin liegt die weißen Fensterrahmen flächenbündig im Putz und wirken durch Anordnung und Größe Gestalt prägend. -



INFO-BOX

veröffentlicht am 14.07.2014
Zuletzt aktualisiert 14.08.2014
Projekt-ID 5-55142
Seitenaufrufe 828



  • 1. Preis

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  • Sonderpreis

  • Sonderpreis

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    • Haus H - Anbau

      Realisiertes Projekt

      Haus H


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    • Beruteilung durch das Preisgericht

      Die Jury war davon beeindruckt, wie viel „Planergrips“ zum Erreichen des formulierten Umbauziels nötig war: Der Umbau sollte mehr Wohnfläche und Zimmer für die große Familie erreichen, zugleich hellen und offenen Wohnkomfort und Zugang vom Wohnbereich in den Garten. Ganz wichtig sei den Bauherren ein großer Raum gewesen, der sich für unterschiedliche Aktionen eignen sollte – vom rauschenden Fest bis zum Kaminabend zu zweit. Die Herausforderung sah die Jury dabei in der Lage des Hauses: am... +

      Die Jury war davon beeindruckt, wie viel „Planergrips“ zum Erreichen des formulierten Umbauziels nötig war: Der Umbau sollte mehr Wohnfläche und Zimmer für die große Familie erreichen, zugleich hellen und offenen Wohnkomfort und Zugang vom Wohnbereich in den Garten. Ganz wichtig sei den Bauherren ein großer Raum gewesen, der sich für unterschiedliche Aktionen eignen sollte – vom rauschenden Fest bis zum Kaminabend zu zweit. Die Herausforderung sah die Jury dabei in der Lage des Hauses: am Hang, mit dem Garten vorm Kellergeschoss, wobei der Garten nach Norden und zudem tiefer liegt.

      Die Umsetzung verdient aus Sicht der Jury großes Lob: „Die Architekten stellten einen hauslangen Anbau vor die Gartenseite – er duckt sich unter die Traufe des Altbaus, ersetzt einen biederen zerklüfteten Vorbau mit groben Proportionen. Dieser neue, zweigeschossige Raum bildet nun das Zentrum des Familienlebens. Er öffnet sich ebenerdig durch eingeschossige Glaswände nahezu vollständig zum Garten. Ein Stockwerk höher sitzt eine große, quadratische Verglasung in der alten Außenfassade und erlaubt den Blick vom Essplatz hinab in den Anbau und hinaus in den Garten. Geradeaus sieht man auf eine geschlossene Wandfläche: der Weitblick auf mediokre, massige Bebauung wird so verhindert und eine große Wandfläche zur Präsentation von Bildern geschaffen, die raffiniert natürlich und künstlich belichtet wird. Eine Empor an der Stirnseite des Anbaus schafft Platz für ein Arbeitszimmer, darunter entstand so eine niedrigere, gemütliche Kaminecke.“

      Zusammengefasst urteilte die Jury wie folgt: „Das Objekt beweist, wie man einen Altbau durch virtuoses Erweitern auf ein völlig neues Niveau katapultieren kann, ihm Eleganz, Weite und nachhaltigen Wert verleiht. Es schenkt einzigartige Wohnqualität und wertet das ganze Viertel auf. Materialwahl, Detaillierung und Umsetzung sind exzellent.“ -

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