BAUKUNST am Fuße der schwäbischen Alb
Die Kultur am Bau zu stärken und die Wertschätzung bei den Bürgern zu steigern, diese Zielsetzung verfolgen Harry Luik als Architekt und Bettina Luik-Braunstein mit ihrem HAUS BAUKUNST. Die Idee basiert auf den Gedanken des Deutschen Werkbundes „Geist und Handwerk“ zu vereinen. Gegründet wurde der Deutsche Werkbund 1907 als wirtschaftskulturelle Vereinigung von Künstlern, Architekten und Handwerkern. Um zu einem neuen Verständnis von Architektur und...
BAUKUNST am Fuße der schwäbischen Alb
Die Kultur am Bau zu stärken und die Wertschätzung bei den Bürgern zu steigern, diese Zielsetzung verfolgen Harry Luik als Architekt und Bettina Luik-Braunstein mit ihrem HAUS BAUKUNST. Die Idee basiert auf den Gedanken des Deutschen Werkbundes „Geist und Handwerk“ zu vereinen. Gegründet wurde der Deutsche Werkbund 1907 als wirtschaftskulturelle Vereinigung von Künstlern, Architekten und Handwerkern. Um zu einem neuen Verständnis von Architektur und Baukultur zu kommen und Energie sowie Baustoffe sinnvoll einzusetzen, sind im HAUS BAUKUNST ein Architektur-, ein Sachverständigenbüro mit Baustoffprüflabor sowie ein Stuckateurbetrieb integriert.
In der Südstadt am Fuße des Reutlinger Hausberges „Achalm“ liegt das HAUS BAUKUNST mit einer Gesamtvolumen von 3631,56 m³. Der Entwurfsgedanke, so der Architekt, war ein Gebäude in einem Gewerbegebiet zu schaffen, dessen Nutzung zum größten Teil gewerblicher Art ist, welches aber die Anmutung eines skulpturalen Wohnhauses besitzt. Optisch getrennt werden die Bereiche Wohnen und Arbeiten durch verschiedene Baukörper. Ineinandergeschobene raue dunkle Körper kennzeichnen den gewerblichen Teil, feine weiße den privaten und den Büroteil. Innerhalb des weißen Kubus sorgen horizontale und vertikale Verschiebungen für schattenspendende Rücksprünge. Durch die Verschiebungen entstanden innen wie außen Räume, die Sichtschutz bieten und als Terrassen dienen. Auf diese Weise ist das Gebäude von Norden fast geschlossen und nach Osten und Westen geöffnet.
Qualität, Regionalität, Nachhaltigkeit
Die eingesetzten Baustoffe sind mineralisch-anorganisch. Damit wird die Belastung der Raumluft minimiert. So kamen beispielsweise dicklagiger Reinkalkputz, formaldehydfreie Mineraldämmstoffe,
Silikattechnik, Bodenbeläge aus Zement und Lüftungsrohre aus Metall zum Einsatz.
Auch Regionalität ist ein Anspruch, der sich in der Wahl der Materialien widerspiegelt. Die verbauten Stoffe stammen aus der Region. Im Haus selber, so erklärt Harry Luik, befindet sich eine „Sumpfkalkgrube mit selbst abgelöschtem Brandkalk aus Blaustein in Karstwasser aus der naheliegenden Echazquelle. Die Grube dient der Herstellung eigener Sumpfkalkputze und -Farben.
Zur Eindämmung der Energiekosten ist das Gebäude hochwärmegedämmt. Die massive Bauweise – die Wände sind aus Kalksandstein und Stahlbeton – speichert effektiv die Heizwärme. Die großen Aluminiumfenster sind dreifachverglast. So wird das Überheizen des Gebäudes vermieden und die Nutzung solarer Energiegewinne ermöglicht. Dank Geothermie und Wärmepumpe wird die Wärme in den Sommermonaten in der Erde gespeichert. Zusätzlich gewährleistet die Lüftungsanlage die Wärmerückgewinnung. Eine auf dem Flachdach installierte Photovoltaikanlage ermöglicht die optimale Nutzung erneuerbarer Energien. Die so gewonnene Energie deckt den Heizenergiebedarf für das Gebäude.