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  • DE-67435 Duttweiler
  • Realisiertes Projekt

Weingut Nett


Projektbeschreibung:
Alles Nett unter einem Dach
Neubau eines Weinguts mit Vorbildwirkung

Seit Christian Nett und seine Frau Katja das Weingut der Familie in Duttweiler in
der Pfalz übernahmen, hat sich viel geändert. Wurde in den Generationen zuvor
noch der Wein von 25 Hektar Rebfläche vorwiegend im Fass verkauft, verarbeitet
„Deutschlands bester Jungwinzer 2015“ mittlerweile eine Fläche von 37 Hektar,
deren Ertrag ausschließlich in Flaschen abgefüllt wird. Diese Ambition soll nicht
darüber hinwegtäuschen, dass... +
Alles Nett unter einem Dach
Neubau eines Weinguts mit Vorbildwirkung

Seit Christian Nett und seine Frau Katja das Weingut der Familie in Duttweiler in
der Pfalz übernahmen, hat sich viel geändert. Wurde in den Generationen zuvor
noch der Wein von 25 Hektar Rebfläche vorwiegend im Fass verkauft, verarbeitet
„Deutschlands bester Jungwinzer 2015“ mittlerweile eine Fläche von 37 Hektar,
deren Ertrag ausschließlich in Flaschen abgefüllt wird. Diese Ambition soll nicht
darüber hinwegtäuschen, dass das Weingut nicht nur schnell wachsen - sondern vorallem innovativ und wegweisend hochwertige Weine aus Weiß-, Grau- und
Spätburgunder oder Riesling herstellt. In Architects Collective aus Wien fand
Christian Nett einen kongenialen Partner, der seine Vision eines Weingutes der
Zukunft effizient, ökologisch und anspruchsvoll planen und umsetzen kann.

Innovativer Neubau aus Holz

Die Aufgabe war ein kompletter Neubau mit erstaunlichen Ausmaßen von 60 auf 80 Metern, der die gesamten Produktionsabläufe des Weinguts mit Lager, Verkaufsbereich, Büro samt Wohnung für die Winzerfamilie unter einem Dach beherbergen soll. Werden traditionellerweise Weinkeller in massiven Gemäuern vergraben oder – wie in den letzten Jahrzehnten - als industrielle Stahlhalle errichtet, haben die Architekten bei diesem Projekt die Vorzüge beider Ansätze verbunden: Eine in Leichtbau ausgeführte Außenhülle aus Holz umspannt hier einen massiven Innenausbau aus Bims-Beton. Der Einsatz dieser ökologisch hochwertigen Baumaterialien nimmt Bezug auf die Produktion der hochwertigen Lebensmittel
und soll sich darüber hinaus nachhaltig auf einen Lebenszyklus des Gebäudes auswirken.

Japanisches Teehaus trifft Wiener Moderne

Das in eine Kulturlandschaft aus Weingärten, Acker- und Wiesenflächen eingebettete Weingut erscheint auf den ersten Blick minimalistisch auf seine Materialien bezogen. Mit den drei markanten Sheds am Dach, die Licht und Luft ins Innere einstrahlen lassen, lehnt sich die Gebäudeform an einem japanischen Teepavillon an, der unverhofft auf die Wiener Moderne trifft. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die sehr spezielle Behandlung der großflächigen Holzaußenwände in Shou-Sugi-Ban, einer jahrtausendalten japanischen Holztechnik, bei der
die Oberfläche durch Ankohlen geschützt wird. Die durch Bürsten und Ölen weiterentwickelte Holzbehandlung macht die bis zu fünf Meter langen Bolen äußerst dauerhaft und verleiht ihnen eine imposante Oberflächenästhetik.

Produktion und Typologie

Diese außergewöhnliche Architektur hat eine sehr pragmatische Funktion. Sie stülpt sich über das eigentliche Herzstück des Weingutes: den typologischen Ablauf der Weinproduktion im Winzerjahreskreis. Der exakt darauf zugeschnittene Grundriss des Gebäudes erfasst alle Produktionsabläufe in zwei langgestreckten Hallen und einer dazwischenliegenden überdachten Passage. Die westliche Halle besteht aus dem Verkaufs- und Bürobereich, der sowohl Einblicke in dem Fassraum als auch einen Panorama-Ausblick in Richtung Mandelberg freigibt. Direkt anschließend befinden sich der Holzfassraum und die Weintankhalle und in Richtung Süden der Wohnbereich der Winzerfamilie. Die östliche Halle besteht aus Flaschenlagern und anderen Lagerbereichen. Dazwischen befindet sich die multifunktional nutzbare Passage, in der saisonale Arbeiten wie Pressen, Maischegärung, Vorklärung oder
mobile Abfüllung temporär stattfinden können.

Konstruktion

Die Tragstruktur der Hallen besteht aus 32 Stück Brettschichtholzträger, die sich stützenfrei in Spannweiten von bis zu 25 Metern über den riesigen Komplex erstrecken, sodass alle Flächen völlig frei gehalten werden. So ist auch in Zukunft eine flexible Raumgestaltung bei geänderter Nutzung möglich. Über allem stülpt sich eine Hülle aus hochwärmegedämmten Dach- und Wandelementen aus Holz. Im Zusammenspiel mit dem nichttragenden Bims-Beton als klimatischer Speicher wird ein ausgezeichneter Energiestandard erreicht. Die in Richtung Süden und Norden großzügigen auskragenden Vordächer ermöglichen, dass sich darüber
hinaus Arbeiten auch draußen bei jeder Wetterlage geschützt verrichtet lassen.

Weingut Bergdolt-Reif & Nett

Bergdolt-Reif & Nett ist ein familiengeführtes Weingut in Duttweiler in der Pfalz dessen Wurzeln bis ins Jahr 1838 zurückgehen und heute von Christian Nett, seiner Frau und seinem Vater geführt werden. Der Schwerpunkt liegt auf dem An- und Ausbau der weißen Burgundersorten und Riesling, sowie regionale und internationalen Rotweinsorten.

Architects Collective

Architects Collective wurde 2006 in Wien gegründet und arbeitet seither international an Projekten im Gesundheitsbereich, Wohn- und Bürobauten, Schulen aber auch Weingüter. Die Entwürfe entstehen in einem kollektiven Ideenfindungsprozess, bei dem kreatives und Spezialwissen einander ergänzen. Die Arbeiten des Büros wurden vielfach ausgezeichnet und sind sind kontinuierlich in Publikationen und Ausstellungen vertreten. -


  • Projektbeteiligte

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  • Projektdaten

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    Baubeginn 06/2016
    Fertigstellung 12/2016
    Gebäudetyp Landwirtschaftsgebäude (Neubau)
    Projektgröße
    Brutto-Grundfläche (BGF) in m² 4.500 m2
    Projektadresse DE-67435 Duttweiler
  • Gewährleistung

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