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© Max Dudler Architekten
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  • DE-90429 Nürnberg
  • Realisiertes Projekt

Hauptpost Nürnberg


Projektbeschreibung:
STÄDTEBAU

Türme und Dächer

Das Stadtbild von Nürnberg ist stark geprägt durch seinen historischen Kern und seiner charakteristischen Architektur der Türme und Dächer. Alle städtebaulichen Entwicklungen nehmen direkt oder indirekt darauf Bezug. So auch die Lage und Ausrichtung des Hauptbahnhofs in der Verlängerung der Königsstraße, mit direkter Verbindung in die Altstadt zum weltbekannten „Nürnberger Christkindlesmarkt“. Diese Verbindung besteht jedoch weniger optisch, vielmehr funktional in... +
STÄDTEBAU

Türme und Dächer

Das Stadtbild von Nürnberg ist stark geprägt durch seinen historischen Kern und seiner charakteristischen Architektur der Türme und Dächer. Alle städtebaulichen Entwicklungen nehmen direkt oder indirekt darauf Bezug. So auch die Lage und Ausrichtung des Hauptbahnhofs in der Verlängerung der Königsstraße, mit direkter Verbindung in die Altstadt zum weltbekannten „Nürnberger Christkindlesmarkt“. Diese Verbindung besteht jedoch weniger optisch, vielmehr funktional in Form eines unterirdischen Tunnels. Der darüber liegende, dreiecksförmige Bahnhofsplatz hingegen verliert seine ursprüngliche Sinnhaftigkeit als Ort des Ankommens, Verweilens und visuellen Vermittlung.

Unser Entwurf für die Sanierung und Neubebauung des Grundstücks der ehemaligen Hauptpost in Nürnberg versucht diese unbefriedigende städtebauliche Disposition zu korrigieren. Dies gelingt vor allem durch eine neue städtebauliche Setzung des Hochhauses östlich vom Bahnhofsgebäude. Entgegen der bisherigen Bebauung des „Ergo Hochhauses“ direkt an der Bahnhofstraße wird der Hochpunkt weit von dieser zurückgesetzt. Dies bewirkt eine räumliche Aufweitung des Bahnhofvorplatzes, der bis in das neue Quartierinnere hineingezogen wird.

Gebäudefigur und Korrelation

Das neue Hochhaus wird weniger als Solitär, sondern als Teil einer komplexen und zusammenhängenden Gebäudefigur betrachtet. Zusammen mit einem Zweiten, etwas niedrigeren Hochpunkt bildet er eine Torsituation in Richtung Altstadt sowie in das Quartierinnere. Es entsteht eine städtebauliche Korrelation zwischen Alt- Stadt und Neu- Stadt.

Kolonnaden und Adressbildung

Die städtebaulich einladende Geste des Quartiers wird unterstützt durch Anordnung von Kolonnadengängen zum Bahnhofsplatz und zum Quartierinneren. Die Adressbildung wird durch Oberlichtdecken im Abendlicht noch verstärkt.

Der Rundbau wird Teil der Gebäudefigur und der Rauminszenierung. Seine dynamische Form wird durch sein neues Vis a Vis unterstrichen. Durch die versetzte Anordnung der Gebäudeköpfe und der Öffnung des Quartiers zum Bahnhofsplatz entsteht eine attraktive Adressbildung auch für die Nutzung in „in der 2. Reihe“.

Funktionshof und Plattform

Die Außenräume werden durch die komplexe Gebäudefigur im Grundriss und Schnitt konsequent in 2 Bereiche geteilt: in eine Fußgängerzone zum Bahnhofsplatz und Innenhof am Rundbau mit hoher Aufenthaltsqualität und Außenbestuhlung sowie in einen Funktionshof für Anlieferungs- und Parkierungsverkehr. Der Wertstoffhof wird im Untergeschoss angeordnet mit überdeckter Zufahrtsrampe, ebenfalls erschlossen über den Funktionshof. Damit wird die Lärm- sowie Geruchsbelastung weitestgehend aus dem Quartier herausgehalten.

Der Innenhof am Rundbau wird als erhöhte Plattform ausgebildet, welche als Terrasse für das Hotel und den Konferenzbereich genutzt werden kann. Ebenso wird durch diese Maßnahme eine „Hinterhofsituation“ vermieden. Auch dient diese Plattform für die Aufnahme der Dachkonstruktion des darunterliegenden Wertstoffhofes.

Optionales Gebäudevolumen

Als Variante für den Fall, dass die Konferenzflächen entfallen, soll die Gebäudetiefe des hinteren Gebäudeflügels am Bahndamm reduziert werden. Durch den Entfall der hohen Konferenzgeschosse kann wiederum Geschossfläche gewonnen werden.

ARCHITEKTUR

Die neue Architektur nimmt eine vermittelnde Rolle ein zwischen dem historischen Kontext und einer zeitgemäßen Bauweise. Die vorhandene Lochfassadentypologie wird aufgenommen und modern interpretiert. Die vertikalen Lisenen erhalten eine sich nach oben hin verjüngende, polygonale Profilierung. Dadurch bekommt die Fassade ein rationaleres und leichteres Erscheinungsbild, ohne den gewünschten Öffnungsanteil von 50 % zu überschreiten.

Die polygonale Fassadenprofilierung wird auf die Gebäudefigur so angewendet, dass eine Drehbewegung – ein „Sog“ - in das Quartierinnere entsteht. Im Bereich des Eingangstores weisen die Gebäude d.h. in unterschiedliche Richtungen. Diese subtile Fassadendetaillierung lässt die Gebäudeteile in ihrer Abfolge noch differenzierter erscheinen.

Dachmotiv

„Nürnberg ist die Stadt der Dächer“. Diese allgegenwärtige Motivik des Gebäudeabschlusses soll seine Entsprechung in der neuen Architektur erhalten. Als Idee hierzu dient uns die Verdichtung der Fassade nach oben. Ein eher massives, geschlossenes Dachvolumen als Art „Haube“ soll in das vorhandene Fassadensystem eingewoben werden. Durch Versetzen und Verdoppeln des Stützenrasters in den oberen 3 bis 4 Geschossen wird ein Gebäudeabschluss mit offenem Eckrisalit geschaffen, der an eine Krone oder einen Dachaufbau erinnert.

Hochhaustypologie

Das Hochhaus wird in seiner aufstrebenden Wirkung betont, indem 2 Geschosse optisch zu einem zusammengefasst werden. Es erhält eine klassische Fassadengliederung in Sockel, Mittelteil und Abschluss -


  • Projektbeteiligte

    bewegen maximieren

  • Projektdaten

    maximieren

    Baubeginn 12/2016
    Fertigstellung 10/2019
    Gebäudetyp Büro-, Verwaltungsbauten (Neubau)
    Projektadresse DE-90429 Nürnberg
  • Gewährleistung

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