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Auskragende Gebäudeflügel Auskragende Gebäudeflügel, © Schüßler-Plan
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  • DE-10117 Berlin
  • Realisiertes Projekt

Futurium


Projektbeschreibung:
Das Futurium präsentiert als eine Mischung aus Museum und Labor technische Innovationen. Das Gebäude liegt in Berlin prominent an der Spree zwischen Reichstag, Hauptbahnhof und Bundeskanzleramt in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Die eigenständige Gebäudeskulptur mit den weit auskragenden Flügeln ermöglicht den Zugang von zwei Seiten und schafft durch die Zurücknahme der Baufluchten zwei neue öffentliche Plätze zur Spree und zum Humboldthafen.... +
Das Futurium präsentiert als eine Mischung aus Museum und Labor technische Innovationen. Das Gebäude liegt in Berlin prominent an der Spree zwischen Reichstag, Hauptbahnhof und Bundeskanzleramt in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Die eigenständige Gebäudeskulptur mit den weit auskragenden Flügeln ermöglicht den Zugang von zwei Seiten und schafft durch die Zurücknahme der Baufluchten zwei neue öffentliche Plätze zur Spree und zum Humboldthafen. Die überkragenden Ausstellungsbereiche für das neue Science Center mit den raumhohen, transparenten Fassaden über den Eingangsbereichen sowie das begehbare Dach sorgen für großartige Panoramablicke in den Stadtraum und über die Spree.
Aus Sicht der Tragwerksplanung stellten die überkragenden Ausstellungsbereiche mit ihren hohen Nutzlastanforderungen, die insbesondere an den äußeren Enden durch hohe Lasten aus den Deckenauflagern und Fassaden belastet werden, die zentrale Herausforderung dar. Über den beiden Eingangsbereichen im Erdgeschoss wurden die auskragenden Decken über Zugbänder nach oben an die im Dach versteckten Träger gehängt. Als weitere Herausforderung ergaben sich aus dem Entwurf von Richter Musikowski Architekten die freischwebenden Treppen und die anspruchsvolle Technische Gebäudeausstattung: Das Futurium wurde als Niedrigst-Energiehaus konzipiert.

Lichtkonzept:

Das Futurium ist ein Ort für Begegnung und Austausch zum Thema Zukunft, dort wird geforscht, ausgestellt und diskutiert was Zukunft ist und wie sie sein könnte.
Bei der Bearbeitung der Lichtplanung für ein Haus der Zukunft, stellen sich natürlicherweise Fragen bzgl. der Zukunftsfähigkeit von einzelnen Produkten und Lichtplanungsansätzen. Ob es denn möglich wäre konventionelle Technik durch Aufrüsten mit digitalen Werkzeugen zukunftsfähig zu machen. Oder ob das Licht mehr sein kann als die reine Gebäudebeleuchtung.
Durch den Einsatz von immer neuen Produkten und Technologien kann man schnell in dem Paradoxon gefangen sein, dass die soeben eingesetzten neuesten Produkte einem schnellen Alterungsprozess ausgeliefert sind; und dass nach wenigen Jahren, sie als altmodisch wahrgenommen werden. Um sich davon abzugrenzen war unser Planungsansatz, dass wir von vornherein uns konventioneller Technik und Gestaltungsansätze aus dem 20. Jahrhundert bedienen und diese neu interpretieren. Die Lichtrasterdecke im EG erinnert in ihrer Gestalt an die Rasterdecken aus den 70-er Jahren, welche zur Entblendung von Leuchten in Räumen eingesetzt wurden, ebenso auch die Leuchtenschirme aus der Halle im UG – dies sind Systeme die nicht unbedingt lichteffizient sind, jedoch durch ihre skulpturale Erscheinung einer leuchtenden Decke immer noch aktuell und raumdominant aussehen. Das Redesign solcher Decken, sowohl formal als auch inhaltlich – ermöglicht uns neue Ansätze zu finden. Einfache herkömmliche Leuchten mit
computergestützter Software zu einem Netzwerk verbunden erlauben innovative Anwendungsszenarien. Das künstliche Licht im Gebäude kann damit zum Informations- und Kommunikationsmedium werden. Es kann als ein programmierter lebender Organismus mit eigenen Verhaltensmustern sein oder es kann auf Personen und Ereignisse im Haus reagieren. Durch ortgenaue, personenabhängige Steuerung ist es möglich neben Helligkeit auch Dunkelheit als eigenständiges Raumerlebnis zu erzeugen.

Arbeitsansatz für die Lichtplanung im Futurium

Die Lichtplanung ist sehr übersichtlich. Sie basiert augenscheinlich auf großflächigen und homogenen Feldern gleicher Leuchten, die in großer Stückzahl wiederholt sind und den Raum dominieren. Das Zusammentreffen unterschiedlicher orthogonaler und diagonaler Rasterarten mit den kühl polymorphen Grundrissfiguren der Architektur erzeugt sparsam Akzente und Spannungssituationen. Diverse speziell raumsituative Akzentleuchten und Downlights wurden versteckt angeordnet, um den minimalistischen Eindruck der Beleuchtungsanlage nicht zu konterkarieren.

Drei wesentliche Anordnungen werden im Haus sichtbar: im Untergeschoss ein Feld aus trichterförmigen weißen Sonderleuchten die gemeinsam eine Lichtdecke bilden; im Erdgeschoss eine versetzt orthogonale Anordnung von Langfeldleuchten hinter einem flächig abgependelten Blendraster und im Obergeschoss offene Langfeldleuchtenbänder in paralleler Anordnung unter den ansteigenden Decken der hohen Ausstellungshalle. In den Ausstellungsräumen sind in großer Menge Stromschienen und andere Systeme zur späteren Integration situativ ergänzender Ausstellungsbeleuchtung vorgehalten, die jeweils unterhalb und ergänzend zu den durchgehenden Leuchtenfeldern hinzugefügt werden.
Alle Leuchtenfelder zeigen eine sparsame und funktional "industrielle" Erscheinung und basieren auch in der Hängeausführung auf typischen industriellen Tragschienensystemen. Besondere Leistungsfähigkeit erhalten die einzelnen Anlagen wesentlich durch die differenzierten und teilweise auch dynamischen und interaktiven Steuerungsmöglichkeiten .


Obwohl das Haus als Museum geplant, erinnert die Architektur teilweise an Industrie- und Messehallenarchitektur. Dieser Charakter wird verstärkt durch die durchgehende Gestaltung der Geschosse in den Farben weiss im EG, sowie anthrazit und schwarz in den Ausstellungsgeschossen im OG und UG. -



INFO-BOX

veröffentlicht am 06.02.2018
Zuletzt aktualisiert 10.09.2019
Projekt-ID 5-68611
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