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Außenansicht mit rückwärtigem Anbau Außenansicht mit rückwärtigem Anbau, © Gerhard Zwickert
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  • DE-10317 Berlin
  • Realisiertes Projekt

Sanierung und Umbau zur Jugendherberge Berlin Ostkreuz


Projektbeschreibung:
Auch die Landgemeinde Rummelsburg-Boxhagen erlebte zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen rasanten Anstieg der Bevölkerung. Den Kern der Landgemeinde bildete die Kolonie
Victoriastadt. Im Jahr 1912 wurde die Gemeinde in das inzwischen mit Stadtrecht ausgestattete Lichtenberg eingemeindet.Von 1890 bis 1919 stieg hier die Einwohnerzahl von 11000 auf 52200 an, so dass u.a. Schulneubauten erforderlich wurden. Zwischen Markt- und Kynaststraße entstanden 1906–08 ein Schulkomplex und weitere Bauten im... +
Auch die Landgemeinde Rummelsburg-Boxhagen erlebte zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen rasanten Anstieg der Bevölkerung. Den Kern der Landgemeinde bildete die Kolonie
Victoriastadt. Im Jahr 1912 wurde die Gemeinde in das inzwischen mit Stadtrecht ausgestattete Lichtenberg eingemeindet.Von 1890 bis 1919 stieg hier die Einwohnerzahl von 11000 auf 52200 an, so dass u.a. Schulneubauten erforderlich wurden. Zwischen Markt- und Kynaststraße entstanden 1906–08 ein Schulkomplex und weitere Bauten im Stil der brandenburgischen Backsteingotik. An die Schulgebäude schlossen eine
Feuerwache als Eckgebäude samt einem Übungsturm sowie eine Turnhalle mit separaten Turnräumen für Mädchen und Knaben an. In den 1920er Jahren beherbergte der Schulkomplex die 15. –18. und 37. Volksschule und Knabenmittelschule. Seit 1948 wurde der Standort durch die Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik genutzt und die ehemalige Feuerwache als Polizeirevier. 1990 ging die Ingenieurschule in die Fachhochschule für Wirtschaft und Technik (FHTW) auf, die im Jahr 2009 in den Campus Oberschöneweide umzog.
Nach längerem Leerstand übertrug das Land Berlin die Immobilie an das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH), welches das Haupthaus zu einem barrierefreien Jugendhotel mit ca. 450 Betten umbaute.
Beim Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes sollte möglichst viel der schützenswerten Altsubstanz erhalten bleiben. Die Eingriffe sind klar als neu hinzugefügte Elemente erkennbar, ordnen sich aber der Architektur des Hauptgebäudes unter. Auf eine „historisierende“ Formensprache wurde verzichtet. Die neuen Zimmer sind sehr modern und auch hier wird der Unterschied zwischen alt und neu deutlich. Die Möblierung
sowie die Sanitärzellen sind als neuer Eingriff erkennbar, während die Fenster, die Wand und die Türen klar den „Altbaucharme“ des Gebäudes wieder spiegeln.

Projekt Sanierung und Umbau zur Jugendherberge,
Marktstraße 9–12
Bauherr/-in Jugendherberge Ostkreuz gGmbH, Berlin
Architekt/-in Heusner+Melmert Architekten, Berlin
BGF 10640m²
Bauzeit 2014–16
Kapazität 445 Betten, 16 Seminarräume und Aula

Der Terrazzoboden der Flure, die Treppenhäuser sowie die alten Türen wurden komplett aufgearbeitet und der Flur erhielt seine ehemalige Originalfarbgebung. Die neuen Zimmer spiegeln die gleiche Farbstimmung wieder, interpretieren diese allerdings komplett neu.
Das denkmalgeschützte Hauptgbäude erhielt auf der südlichen Hofseite einen eingeschossigen Anbau mit einer Grundfläche von ca.300m². Der Stahlbetonbau verfügt über eine raumhoch verglaste Fassade, die sich großzügig zur vorgelagerten Terrassenanlage öffnen lässt. Der Anbau dient als Erweiterung des Foyers inkl. Rezeption und Mensa. Ebenfalls wurde eine Verbindung zwischen dem ehemaligen Pausenhof und dem neuen Rezeptionsbereich geschaffen und der Niveauunterschied zwischen außen und innen aufgehoben. Durch die großzügige Verglasung bleibt die dahinter liegende Backsteinfassade des Altbaus sichtbar. Der Anbau trennt sich klar in der Formen- und Farbensprache vom bestehenden Gebäude ohne aufdringlich zu wirken.

Das Gebäude ist nach dem Umbau barrierefrei und die benötigten baulichen Bedingungen wie Rampen und Aufzüge sind vorhanden. Es entstanden fünfzehn Zimmer mit behindertengerechter/barrierefreier Sanitäreinheit. In nicht sichtbaren Bereichen wurden Maßnahmen zur Energieeinsparung getroffen. Die oberste Geschossdecke ist gedämmt und die Heizzentrale vollständig erneuert worden. Der Neubau entspricht den aktuell
gültigen Forderungen der Energieeinsparverordnung. Das Umbaukonzept sieht vor, touristische Attraktivität mit Bildungsangeboten zu kombinieren.

Der denkmalgeschützte Bau ist mit 445 Betten, 16 Seminarräumen und Aula die größte Jugendherberge Deutschlands. Jährlich werden 100000 Gäste erwartet. -


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INFO-BOX

veröffentlicht am 09.07.2019
Zuletzt aktualisiert 16.07.2019
Projekt-ID 5-71443
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