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  • DE-76646 Bruchsal
  • Realisiertes Projekt

Landesfeuerwehrschule Gebäude 2: Lernen und Büro


Projektbeschreibung:
Kunst am Bau:
Matthias Braun, Architekt BDA, Bildender Künstler BBK, Würzburg

Die Ergänzung des Übungsgeländes der Landesfeuerwehrschule um ein Lehr- und Lernzentrum sowie Bauten für die Unterkunft und Verpflegung der Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer war eine Herausforderung für Städtebau und Architektur. Das Areal liegt am Rande eines Gewerbegebietes und ist von starkem Verkehr umgeben. Die bisher vorhandenen Funktionsbauten sollten auch in der Zukunft zur praktischen Ausbildung... +
Kunst am Bau:
Matthias Braun, Architekt BDA, Bildender Künstler BBK, Würzburg

Die Ergänzung des Übungsgeländes der Landesfeuerwehrschule um ein Lehr- und Lernzentrum sowie Bauten für die Unterkunft und Verpflegung der Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer war eine Herausforderung für Städtebau und Architektur. Das Areal liegt am Rande eines Gewerbegebietes und ist von starkem Verkehr umgeben. Die bisher vorhandenen Funktionsbauten sollten auch in der Zukunft zur praktischen Ausbildung genutzt werden. Sie dienen primär der Übung in Sachen Brandbekämpfung und Rettung. Auch die Simulation und Beherrschung von Verkehrs-, Chemie- und Gewässerunfällen sind Gegenstände der Ausbildung. Entsprechend war der Charakter des Areals funktional und technisch geprägt. Gleichwohl traten auch hier schon architektonische Gestalt und Funktionalität in einen spannenden Dialog.

Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe, hat in Eigenbesorgung die städtebauliche Lösung entwickelt und die Neubauten in ihren wesentlichen Zügen im Entwurf bestimmt. Diese Konzeption war Grundlage für eine europaweite Architektensuche für die fortführenden Leistungsphasen. Über die Akquise unterschiedlicher Architekten sollten neben baulicher Vielfalt auch hohe fachliche Kompetenz in Detailbildung und Objektüberwachung für die einzelnen Aufgabenschwerpunkte eingebracht werden. Das dreigeschossige Schulungsgebäude bildet den räumlichen Abschluss nach Westen und fasst das Gesamtareal mit einer angemessenen Höhenentwicklung. Gleichzeitig markiert es mit einem großzügigen Vorfeld den Hauptzugang zum Areal und nimmt den zentralen Empfang neben der Verwaltung auf. Der „Platz des Unterflurhydranten“ ist Teil der Kunst am Bau, der den oft übersehenen Alltagsgegenstand des Unterflurhydranten thematisiert. Der hier in ca. 20-facher Vergrößerung geschaffene Unterflurhydrant ist essentiell für die Feuerwehr zur Bekämpfung von Bränden.

Das Lehr- und Bürogebäude wurde im Westen auf einem bisher als Lagerfläche genutzten Grundstück mit einer Nutzfläche von rund 3.000 m² errichtet. Es schließt unmittelbar an die bestehende Gefahrstoffübungsanlage an und bildet zusammen mit dem vorgelagerten Platz das Entrée. Die Schulleitung war bestrebt, innovative Wege sowohl in der Lehre als auch im Bereich der Büroarbeit zu gehen, und ließ sich von externen Fachberatern unterstützen. So werden im Schulungsbereich großzügige Flächen für das „selbstorganisierte Lernen“ angeboten. Bei den Büros stehen Offenheit und Transparenz im Vordergrund, ohne die Möglichkeit des individuellen Rückzugs aufzugeben.

Teile des Raumangebotes im Gebäude stehen der neu gegründeten Akademie für Gefahrenabwehr zur Verfügung. Erdgeschoss und erstes Obergeschoss dienen dem Lernen. Darüber hinaus finden sich im Erdgeschoss der Empfangsbereich und die interne IT-Abteilung der Landesfeuerwehrschule. Die Lernräume erlauben, multifunktional und in redundanter Ausstattung auf die einzelnen Anforderungsprofile zu reagieren.

Statt langer Flure sind die Erschließungsflächen so gestaltet, dass sie für interaktive Lernformen als Ausweich- und Kommunikationsflächen dienen. Die Verbindung von Lehre mit individuellem Studieren, Teambildung und zufälliger Kommunikation stehen für eine hohe Akzeptanz und guten Lernerfolg. Im zweiten Obergeschoss befinden sich die Büroarbeitsplätze der Ausbildungskräfte und der Verwaltung. Wunsch war es, die Nähe zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und den Ausbildungskräften, wie sie am bisherigen Standort gegeben war, auch zukünftig zu gewährleisten.

Die großzügige räumliche Offenheit konnte auf der Grundlage eines klugen Brandschutzkonzeptes umgesetzt werden. Es ermöglicht durch die Anordnung von außenliegenden Fluchtbalkonen den Nachweis eines zweiten Rettungsweges. Durchgehende Lufträume wurden so ebenso möglich wie zusammenhängende Funktionslandschaften ohne trennende Brandschutzabschlüsse. Die farbigen Stäbe, die die Balkone begrenzen, verleihen dem Gebäude eine heitere Leichtigkeit.

Bodenmechanik, Erd- und Grundbau: GHJ Ingenieurgesellschaft für Geo- und Umwelttechnik mbH & Co. KG, Karlsruhe
Vermessung: Vermessungsbüro Wei, Bruchsal
Tragwerksplanung: Bornscheuer, Eisele, Drexler GmbH , Stuttgart
Prüfstatik: Ingenieurgruppe Bauen Beratende Ingenieure, VBI Prüfingenieure für Bautechnik VPI, Mannheim
Bauphysik: Brüssau Bauphysik GmbH, Fellbach
HLS-Planung: G-Tec Ingenieure GmbH, Beratende Ingenieure VBI, Siegen
Elektroplanung: Raible + Partner GmbH & Co. KG, Planungsbüro für Elektro- und Kommunikationstechnik, Frankfurt am Main
Pädagogisches Raumkonzept: LernLandSchaft, Röckingen
Brandschutz: Halfkann + Kirchner Beratende Ingenieure für Brandschutz PartGmbB, Stuttgart
Fördertechnik: AFP Aufzug und Fördertechnik Planungsgesellschaft mbH, Sindelfingen
Medientechnik: Meine Mediatec GmbH, Wernau -



INFO-BOX

veröffentlicht am 08.11.2019
Zuletzt aktualisiert 08.11.2019
Projekt-ID 5-72117
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