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© Daniel Vieser Architekturfotografie
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  • DE-75038 Oberderdingen
  • Realisiertes Projekt

Neubau Feuerwehrhaus Oberderdingen


Projektbeschreibung:
Das Feuerwehrhaus in Oberderdingen entstand am Ortsteingang als Neubau auf einem Ackergrundstück. Dem Bau des Hauses ging eine Mehrfachbeauftragung voraus, deren Ergebnis fast unverändert realisiert werden konnte. Das architektonische Konzept des Gebäudes zielt drauf ab, alle Bedingungen für eine optimale Einsatzbereitschaft der Feuerwehr zu erfüllen. Es sollte ganz bewusst kein banaler Industriebau mit Fahrzeughalle entstehen, sondern ein zukunftsfähiges und zeichenhaftes Gebäude, welches... +
Das Feuerwehrhaus in Oberderdingen entstand am Ortsteingang als Neubau auf einem Ackergrundstück. Dem Bau des Hauses ging eine Mehrfachbeauftragung voraus, deren Ergebnis fast unverändert realisiert werden konnte. Das architektonische Konzept des Gebäudes zielt drauf ab, alle Bedingungen für eine optimale Einsatzbereitschaft der Feuerwehr zu erfüllen. Es sollte ganz bewusst kein banaler Industriebau mit Fahrzeughalle entstehen, sondern ein zukunftsfähiges und zeichenhaftes Gebäude, welches die Rolle der freiwilligen Feuerwehr stärkt und in der Gemeinde symbolisiert.

Als Führungshaus der Gesamtwehr der Gemeinde konzipiert, enthält das Gebäude neben vier Fahrzeugstellplätzen mit Waschbox, zentrale Sozial- und Schulungsräume, welche in einer Großschadenslage als Einsatzzentrale genutzt werden können. Zusätzlich wurde eine Übungsanlage mit Turm geschaffen, welche auch überörtlich genutzt wird. An städtebaulich prägnanter Stelle, an der Ortseinfahrt Oberderdingens mit einem neuen Kreisverkehr, setzt der Übungsturm mit 21 Metern Höhe ein weithin sichtbares Zeichen für die zentrale Funktion des Feuerwehrhauses in der Gemeinde. Der Turm hat eine Doppelfunktion: Als Erschließungselement der Geschosse EG und 1. OG in komplett umschlossener Form eingehaust sowie als Übungsturm mit offenen Ebenen für den Übungsbetrieb konzipiert. Somit konnte auf ein zweites Treppenhaus verzichtet und der Baukörper trotz Turm kompakt gehalten werden.

Kurze Wege und eine kompakte Anordnung der Funktionsbereiche waren oberste Zielsetzung des Entwurfs. Der zweigeschossige Baukörper gliedert sich in den Einsatzbereich im Erdgeschoss sowie den Kommando-, Führungs- und Ausbildungsbereich im Obergeschoss. Dieser stellt sich nach außen als eigenständiger roter Baukörper dar, welcher sich aus dem Gebäude heraus nach außen entwickelt.
Das Erdgeschoss ist für den Einsatzablauf optimiert. Kurze Wege führen vom Eingang zu den Umkleiden und am Alarmtreffpunkt vorbei zu den Fahrzeugen. Die Werkstätten und Lagerräume bilden das logistische Rückgrat des Gebäudes. Die helle Fahrzeughalle öffnet sich durch die verglasten Tore hin zum Ort und bietet ebenfalls interessante Einblicke von außen ins Innere des Feuerwehrhauses und auf die Einsatzfahrzeuge. Durch die Präsentation der Einsatzfahrzeuge wird der Schutz des Ortes symbolisiert. Die Fahrzeughalle ist mit einer lichten Höhe von mehr als 7 Meter sehr hoch ausgebildet. Die Anforderung der Feuerwehr, nach Aufrüstmöglichkeit der geparkten Fahrzeuge in der Halle sowie Übungsmöglichkeiten an der Hallenrückwand, wurden hier berücksichtigt und machten eine sinnvolle zweigeschossige Ausbildung des Baukörpers möglich.
Im Obergeschoss liegen die Räume des Führungsbereiches. Diese sind hier von hektischen und lauten Abläufen im Erdgeschoss etwas entfernt, dennoch auf kurzem Weg erreichbar und verfügen zudem über den notwendigen Überblick. Die Räume dieses Kommandobereichs haben immer eine Sichtbeziehung zur Fahrzeughalle, aus dem Funkraum kann auch noch das Vorfeld vor den Toren eingesehen werden.

Der Ausbildungs- und Kameradschaftsbereich ist auf der ruhigen Gebäuderückseite angeordnet und orientiert sich zur Landschaft mit den Weinbergen und dem Derdinger Horn. Die Räume können durch mobile Trennwände flexibel zu verschiedenen größeren Einheiten zusammengeschaltet werden. Sie verfügen über direkten Zugang zur Dachterrasse. Diese dient zur Entspannung der Einsatzkräfte nach dem Einsatz und kann direkt von der Küche aus angedient werden. Das leicht zum Hang geneigte Dach ermöglicht die harmonische Integration der Baumasse in die Kraichgauer Hügellandschaft. Die eingesetzten Materialien wurden nach Beanspruchung der Oberflächen im Innen- und Außenbereich ausgewählt. Die Fahrzeughalle im Inneren, Umkleidebereiche und Werkstätten sowie der Übungsturm in seiner Gesamtheit sind als Sichtbetonkonstruktionen sehr robust ausgeführt. Im Obergeschoss hebt sich der Kommandobereich mit seiner roten Putzfassade stark ab. Die Fahrzeughalle sowie die Holzfassade der Fahrzeughalle sind nicht direkt Beanspruchungen an den Oberflächen ausgesetzt und somit weicher und farblich abgesetzt.

In den Außenanlagen ermöglicht die Umfahrt um das Gebäude ein schnelles, serielles Wiederaufrüsten der Fahrzeuge und erschließt die südwestlich gelegene Übungsfläche am Hang. Die nordöstlich des Gebäudes gelegene Übungsfläche beinhaltet die Übungsbahnen für Löschangriff und technische Hilfeleistung. Diese sind nebeneinander angeordnet und ermöglichen somit die gleichzeitige Nutzung. Der Übungsturm markiert das Ende der Löschangriff-Übungsbahn und wird zu deren Bestandteil.

Tragwerksplanung: Ingenieurgruppe Bauen, Karlsruhe
TGA-Planung: Bauer TGA, Bruchsal -


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