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  • DE-55128 Mainz
  • Realisiertes Projekt

Philosophicum II JGU Mainz


Projektbeschreibung:
Ausgangssituation

Das Kernstück des Masterplans ist die Ausbildung der sogenannten Campusallee, die sich durch den Hochschul-Campus in Ost-West-Richtung, vom Forum universitatis zur Mensa hin erstreckt. Das Philosophicum befindet sich etwas auf halber Strecke dieser neuen Magistrale unweit der geplanten neuen Mitte. Der in der Machbarkeitsstudie entwickelte Gebäuderiegel grenzt mit seiner schmalen Südfassade an die Allee. Die bestehenden Gebäude vis à vis über die neue Magistrale hinweg,... +
Ausgangssituation

Das Kernstück des Masterplans ist die Ausbildung der sogenannten Campusallee, die sich durch den Hochschul-Campus in Ost-West-Richtung, vom Forum universitatis zur Mensa hin erstreckt. Das Philosophicum befindet sich etwas auf halber Strecke dieser neuen Magistrale unweit der geplanten neuen Mitte. Der in der Machbarkeitsstudie entwickelte Gebäuderiegel grenzt mit seiner schmalen Südfassade an die Allee. Die bestehenden Gebäude vis à vis über die neue Magistrale hinweg, weichen zu Gunsten einer neu zu gestaltenden Grünfläche. Die Verlängerung der erdgeschossigen Hörsaal-Spange des Bestands soll eine Verbindung zum gedachten Neubau schaffen.

Aktuell befindet sich der Gebäudezugang an einem untergeordneten Querweg entlang der Westfassade. Die im Masterplan angedachten westlich angrenzenden Neubauvolumen sowie im Bestand vorgefundene Neubauten sind mit ihrer Eingangssituationen und Ausrichtung der Magistrale zugewandt, wo sinnfällig die Haupteingänge vermutet werden.

Konzept

Um die Bedeutung der Campusallee zu stärken wurde in unserem Vorschlag der Haupteingang südlich in die Fuge zwischen Bestand und Neubau verlegt, ebenfalls der Magistrale zugewandt. Da der Neubau als geplantes Verfügungsgebäude nicht unmittelbar der studentischen Nutzung zugedacht ist, ist somit auch eine Querung des Gebäudes von Nachteil, schafft Unruhe im Arbeitsalltag und die zwingende Notwendigkeit einer Zweiteilung der Geschossebene.

Der Vorbereich zwischen Magistrale und Haupteingang ist als gestaltete Aufenthaltsfläche in behindertengerechter Neigung geplant. Die Neigung überwindet den Höhenversatz zu dem knapp 60 cm höher gelegenen Erdgeschoss-Niveau. Das Erdgeschoss des Neubaus befindet sich auf gleicher Ebene und schafft somit fließende Übergänge zu sämtlichen Gebäudeteilen des Philosophicums ohne aufwendige und einschränkende Rampenkonstruktionen.

Grundrissorganisation

Durch die Verlegung des Haupteingangs ergeben sich Konsequenzen für die Grundrissstruktur des Neubaus. Am neuen Foyer legen sich Kernfunktionen wie Haupttreppe, Aufzug, Sanitärräume und Nebenräume an. Die derzeitige Ausstattung des Gebäudes mit einer Treppe, als notwendiges Treppenhaus erscheint bei der vorgefundenen Anzahl der Arbeitsplätze, unglaubwürdig. Aus diesem Grund wird eine weitere notwendige Treppe am nördlichen Gebäudeende in Ausrichtung auf das Hauptgebäude des Philosophicums etabliert.

Dies eröffnet die Möglichkeit die Geschosse in zwei Nutzungseinheiten zu betreiben, und so auch größere offene Einheiten in dem Verfügungsgebäude zu schaffen, bzw. Flurzonen mit Funktionsbereichen wie Kopiernischen, Garderoben, Lagerflächen etc. zu bestücken ohne zusätzliche brandschutztechnische Auflagen erfüllen zu müssen.

Aus der kompakten Grundrissorganisation ergeben sich zusätzliche Arbeitsplätze, eine genaue Aufteilung der Grundrisse sollte in Abstimmung mit dem Nutzer noch einmal erfolgen.

Fassade

Die vorgeschlagene Fassadengestaltung betrachtet den Neubau als Teil eines Ensembles mit dem Bestandsgebäude entlang der Campusallee. Das gewählte Fassadenmaterial der Keramiktafeln findet sich folgerichtig in Struktur und Farbe an den heraussgeschobenen Hörsaal-Kuben wieder und wird hierdurch als Reihung ablesbar. Eine Sanierung der Hörsaal-Fassaden ist mit dem vorgeschlagenen Material vergleichsweise einfach realisierbar und berücksichtigt gegenwärtige Vorsprünge im Sockelbereich.

Die modulare Bauweise des Neubaus lässt die Wahl der Fassade nur mit Einschränkungen zu, was sowohl den Lastabtrag, als auch systembedingte Bewegungsaufnahmen anbelangt. Die Keramiktafeln sind als homogenes mineralisches Material nachhaltig und recyclingfähig. In ihrem Erscheinungsbild und ihrer natürlichen Farbigkeit fügen sie sich gut in den umgebenden Materialienkanon ein. Keramikplatten sind aufgrund ihrer Homogenität und dem Oberflächenfinish höchst resistent gegen Vandalismus.

Die Fassadenelemente sind als Aluminium-Fenster-Elemente, bestehend aus Festverglasung, Öffnungsflügel, textilem Sonnen- und Blendschutz sowie Verzögerungselement, mit eloxierter Oberfläche vorgesehen.

Eine Reinigung der Festerelemente ist derzeit von außen vorgesehen, das Festelement kann jedoch wahlweise auch als öffenbarer Reinigungsflügel vorgesehen werden. Die hierfür entstehenden Zusatzkosten sind der beiliegenden Kostenermittlung zu entnehmen. Der Dreh- bzw. Lüftungsflügel ist mit einem Füllpaneel ausgestattet und wegen seiner geringen Breite ohne zusätzliche Maßnahmen und ohne Einschränkungen am Arbeitsplatz 90° zu öffnen. Der textile Sonnen- und Blendschutz ist schienengeführt und raumweise steuerbar und deckt nur das Fensterelement ab, so dass der vollständige Querschnitt des Lüftungselements zur Verfügung steht und eine Lüftung unabhängig von Sonnenschutz stattfinden kann, bzw. auch noch ein Licht- Sonneneinfall möglich ist. Das Verzögerungselement als vertikales Kantblechschott, das gestalterisch die einzelnen Fensterelemente separiert, verzögert überdies den frühzeitigen Einfall der aufgeheizten Südsonne. -


  • Projektbeteiligte

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  • Projektdaten

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    Baubeginn 06/2016
    Fertigstellung 12/2016
    Gebäudetyp Büro-, Verwaltungsbauten (Neubau)
    Projektgröße
    Brutto-Grundfläche (BGF) in m² 11.900 m2
    Projektadresse DE-55128 Mainz
  • Gewährleistung

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