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  • RU-100000 Moscow
  • 10/2010
  • Result
  • (ID 2-44771)

A101 Block City Masterplan Competition


  • 2nd Phase


    Architects
    HILMER SATTLER ARCHITEKTEN Ahlers Albrecht Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin (DE), München (DE) Büroprofil

    Collaboration
    Kai Belitz, Henriette Bock, Jan Pautzke

    Explanatory text
    Die römische Stadt gilt als Prototyp einer auf Blöcken basierenden regelmäßigen Stadtstruktur. Sie wurde aus der rasterförmigen Anlage des römischen Castrums (Heerlager) entwickelt und ist damit auch als Urbild für die Anlage einer Planstadt bzw. Stadtneugründung zu verstehen.
    Das Bild der römischen Stadtanlage mit seiner sich wiederholden Struktur und klaren Gesetzmäßigkeiten ist Ausgangspunkt für unsere Untersuchung und Entwicklung einer städtebaulichen Leitidee, die die Wechselwirkungen, die Potenziale und die Ambivalenz zwischen Festlegung und Flexibilität im Planraster untersucht.

    Die Blockstruktur ist in Anlehnung an den römischen Stadtgrundriss durch die beiden Hauptachsen mit Ausrichtung Nord-Süd und Ost-West in vier Stadtquartiere gegliedert. Analog bildet der Kreuzungspunkt der beiden Hauptachsen die Key-location (Schlüsselposition) mit städtischem Platz als Stadtzentrum (Markt und Forum).
    Das Panorama von Eduard Gaertner zeigt den Roten Platz in Moskau 1839 als Idealbild eines russischen Stadtzentrums, mit der Listwennitschek Kirche als Mittelpunkt, und war Vorbild für den zentralen Platz der weißen Stadtanlage. Die individuelle Gestaltung des Zentrums korrespondiert mit der Nutzungskonzentration die sich auch in den Gebäudehöhen zeigt, wobei das übergeordnete Blockraster durch das Zusammenfassen zweier Blockeinheiten erhalten bleibt.

    Zu dem Block als maßgebende Einheit wurden weitere Elemente und Strategien entwickelt, die die Anwendung des Blockrasters ermöglichen, in dem sie Übergänge schaffen und Hierarchien festlegen:
    - Trennen und Verbinden – z.B. die Punkthochhäuser außen als Endpunkte der Straßen und Rahmenzone für die Stadt, die Punkthochhäuser innen als Endpunkte der offenen Blöcke im Übergang zu den Grünzonen, …
    - Struktur und Ordnung – z.B. Teilung in Quartiere durch Hauptachsen, je nach Lage unterschiedlicher Gebäudehöhen, je Straße variierende Straßenbäume, Quartiersnamen ….

    Der Block und sein Raster als maximal starre Festlegung und die Ergänzung um flexiblere Elemente und Strategien, die durchaus als Richtlinien-Katalog zu verstehen sind, ermöglichen die Adaptierbarkeit der Blockstruktur an anderen Orte mit anderen Gegebenheiten.
    Wir verstehen die Entwicklung dieser Stadtstruktur aus diesem Grund als Prototyp, der in dieser dargestellten Quadratform („Footprint“) am konsequentesten umgesetzt ist. Grundsätzlich ist diese Systematik als Leitidee jedoch blockweise, reihenweise, … erweiterbar.

    „Der städtische Block ist seit jeher die Urzelle des städtischen Wohnens, in allen sozialen Ebenen: von einfachen, sparsamen Verhältnissen bis hin zum luxuriösen Wohnungsbau. Unabhängig von Raum, Klima Topographie, finanziellen Gegebenheiten und Zeit kann er sich allen Anforderungen bequem anpassen.“
    C. Sattler

    Die geplanten Gebäude gliedern sich in ihrer Höhenentwicklung wie folgt:
    - Block im Grundsatz 6 Geschosse hoch
    - Block entlang der äußeren Ringstraße sowie an den Hauptachsen 8 Geschosse
    - Zentrum verdichtet mit bis zu 14 Geschossen
    - vereinzelte Punkthäuser im Block 10 Geschosse
    - „Stadttore“ 12 Geschosse
    - Punkthäuser am Ende der Straßen jeweils mit 10 Geschossen

    Dem Wunsch nach Identität, Individualität und Adressbildung innerhalb eines doch recht gleichförmigen Rasters als Blockstruktur – „meine Wohnung in meinem Block in meiner Straße“ – wird sowohl im Quartierskontext als auch im Rahmen der einzelnen Blöcke Rechnung getragen.
    Für uns ist „Krieg und Frieden“ eines der wichtigsten Bücher der Weltliteratur und für das russische Volk sicher besonders wertvoll im Hinblick auf die gemeinsame Geschichte und im Rahmen des gesellschaftlichen Gedächtnisses. Entsprechend soll es auch Identitäts- und Namensgeber für das Projekt A 101 sein:
    Unsere Idee ist, dass die Stadt nach diesem Buch oder seinem Autor Lew Tolstoi benannt wird, außerdem dass:

    - die 4 Quartiere sind nach den wichtigen Familien aus dem Roman zu benennen:
    Rostow, Bolkonskii, Besuchow, Kuragin

    - jeder der ca. 600 Hauseingänge erhält den Namen einer Figur aus „Krieg und Frieden“ (z.B.: Alexander I, Natascha Rostow, Napoleon, Kutusow, Graf Raspotin, usw.), der oberhalb der Eingangstüre angebracht ist; dies wird die Bewohner ihr Leben lang begleiten und sie prägen

    Das in Blockbauweise in Richtung Nord-Süd ausgerichtete Stadtgebiet wird die neue Heimat von 45.000 Bewohnern und erfolgt nach dem neusten Stand der Technik für ökologisches Bauen.
    Ökologisches Bauen zielt darauf ab, die wirtschaftlichen und sozio-kulturellen Aspekte mit den ökologischen in Einklang zu bringen und eine nachhaltige Balance aller drei Faktoren zu sichern. Hierzu wird in den einzelnen Themenbereichen genauer Stellung bezogen. Alle diese Themen sind in blauer Farbe dargestellt.

    Evaluation by the jury
    Not available.

Information box

Created on 21.01.2011, 14:47
Last updated 25.01.2011, 16:46
Entry ID 4-41972
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