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  • CH-4310 Rheinfelden
  • 02/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-175356)

Rheinsteg


  • 1. Preis

    © Render-Manufaktur

    Landschaftsarchitekten
    HAHN HERTLING VON HANTELMANN, Berlin (DE), Hamburg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Inga Hahn

    Mitarbeit
    Katja Schneider

    In Zusammenarbeit mit:
    Tragwerksplaner: Ingenieurbüro Miebach, Lohmar (DE)
    Architekten: Swillus Architekten, Werder / Havel (DE)

    Preisgeld
    40.000 CHF

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Konzept Hängebrücke mit zwei symmetrisch angeordneten Pylonen stellt eine angemessene und sinnvolle Reaktion auf Bauaufgabe und Spannweite dar. Die Verhältnisse von Hauptspannweite zu Randfeld sowie von Pylonhöhe zu Hauptspannweite und somit die Bauwerksproportionen sind situationsbedingt nicht optimal. Der Einsatz von zugbeanspruchten Bauteilen führt unmittelbar zu einem dezenten, filigranen Erscheinungsbild. Die Ausbildung des Überbaus in Holzbauweise ist auf den ersten Blick ungewöhnlich, greift aber zurück auf Holzbrückentraditionen und wird als nachhaltig und innovativ eingestuft. Robustheit und Dauerhaftigkeit der Holzbauteile müssen durch eine sorgfältige konstruktive Ausbildung gewährleistet werden. Die Sinnhaftigkeit eines Natursteinbelags auf dem Holzüberbau ist zu prüfen. Einen erheblichen Beitrag zur Prägnanz des Brückenbauwerks leistet die Pylongestaltung mit abgeknickten Mastfüssen. Statisch-konstruktiv ist die Umlenkung der Pylondruckkräfte durch eine zusätzliche Abspannung sinnvoll gelöst.

    Dieser Beitrag setzt ein filigranes Zeichen in den Flussraum mit der Referenz an „den Baum, der übers Wasser hängt.“ Im Gegensatz zu anderen Projekten stehen entsprechend die vier Pylone im Raum und spreizen die Füsse zur Uferlinie. Nachvollziehbar werden zwei gleichwertige konstruktive Massnahmen an beiden Ufern vorgeschlagen. Die Verfasser postulieren also, dass die Ungleichheit der Ufer nicht zwingend eine asymmetrische Ausgestaltung der Brücke zur Folge haben muss.

    Diese entwerferische Entscheidung bedingt aber Veränderungen im Uferbereich durch harte Fundationen im Rheinprofil. Diese nicht zu unterschätzenden Eingriffe werden „geschickt“ camoufliert, aber auch erweitert: Sie sind in bis zu 30 m lange begehbare, harte Plattformen integriert. Dass die Verfasser – analog zu ihrem zurückhaltenden Entwurf – die Füsse der Pylone nicht sensibler ins gewachsene Ufer gesetzt haben, ist bedauerlich und in einem gewissen Sinne widersprüchlich. Die gestalterische Einbindung der Brückenköpfe in die Ufer ist sinnfällig. Ob die grossen Plattformen unter und gerade neben der Brücke eine neue Aufenthaltsqualität darstellen, bleibe dahingestellt.

    Dieses Projekt berücksichtigt den im Kraftwerksbau relevanten Wasserpegelstand eines 10000-jährigen Hochwassers.

    Die Anknüpfungspunkte an den beiden Brückenköpfen sind gut gelöst; es sind auf beiden Seiten grosszügige Aufenthaltsbereiche mit platzartigen Aufweitungen vorgesehen. Das bestehende Pumpwerk auf der deutschen Seite und der Bootsanleger auf Schweizer Seite sind in die Gesamtgestaltung integriert. Die Verknüpfung mit dem Wegenetz ist funktional
    gut gelöst; zur geplanten S-Bahnstation auf deutscher Seite wird eine neue Fuss- und Radwegverbindung vorgeschlagen; sie könnte allerdings etwas breiter sein. Der für den Steg vorgeschlagene Belag ist auch hinsichtlich der Begehbarkeit und Befahrbarkeit für Velos zu überprüfen.

    Es handelt sich zusammenfassend um einen prägnanten und eleganten, sich aber gleichzeitig gut in die Landschaft einpassenden Beitrag.