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  • DE-15366 Neuenhagen
  • 03/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-183832)

Erweiterungsbau Einstein Gymnasium


  • Anerkennung


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    Architekten
    Architekturbüro Birgit Wessendorf, Berlin (DE)

    Verfasser
    Birgit Wessendorf

    Preisgeld
    2.000 EUR

    Erläuterungstext
    Leitidee
    Ziel ist es die vorhandene Situation des Schulkomplexes zu verbessern, eine neue Mitte zu schaffen und trotzdem so viel wie mögliche Freiraum zu erhalten. Das Gebaute soll einen gut nutzbaren und attraktiven Übergang in den Außenraum schaffen.
    Um dies umzusetzen wurden alle öffentlichen Funktionen im Neubau platziert und die Unterrichtsräume als Erweiterung an den Bestand angegliedert.

    Der Neubau
    Die neue Mitte der Anlage präsentiert sich nach außen hin als ein Gebäude, das einladen und neugierig machen soll.
    Über die Dahlwitzer Straße wird man zum Haupteingang als offizieller Adresse geführt. Im Foyer angekommen kann man sich hier informieren und jeden der anderen Gebäudeteile erreichen.
    Aufgrund der Bestandssituation und Weitläufigkeit des Areals mit der Verteilung der Fahrradabstellplätze wird es zusätzlich zum 1. Eingang noch weitere Zugänge von der Dahlwitzer Straße aus geben. Zugang 2 führt direkt in den Schulhof, Zugang 3, der gleichzeitig die bestehende Feuerwehrzufahrt im Westen ausbildet, wird erhalten.
    Der Zugang vom Schulhof aus führt ebenso wie der 1. Eingang in das Foyer des Neubaus. Neben dem Erschließungs- und Verteilungskern befindet sich hier die Cafeteria. Sie geht in den Saalbereich über, der als Mensa und Konferenzraum genutzt werden kann. Um den Wechsel der Bestuhlung (z.B. Aufstellung ohne Tische) zu ermöglichen, wird ein angegliedertes Lager angeboten.
    Die Küchenräume sind so angeordnet, dass eine funktionale Abfolge von der Anlieferung bis zur Ausgabe erfolgen kann. Die Ausgabe liegt an der Schnittstelle zwischen Cafeteria / Saal und kann in beide Richtungen oder getrennt bedienen. Neben der Erschließung und dem Aufzug werden im hochfrequentierten EG auch die Schülertoiletten platziert. Die in der Nähe der Cafeteria geforderten WC für die Lehrer befinden sich in der Etage darüber, die Küchenpersonalräume wurden mit direktem Übergang im Altbau untergebracht.
    Der Erschließungskern führt vom Foyer des Eingangs nach oben und öffnet sich hier in den Freiraum, das Dach des Saales, das zum Teil der Außenanlagen wird. Ein Großteil der Fläche, die sich der große Saal ebenerdig vom Pausenhof nimmt, wird so eine Ebene höher wieder zurückgegeben. Auf dieser Ebene befindet sich auch die Hauptverbindung zum Altbau.
    Der Verbindungskern führt weiter in das 2.Obergeschoss mit der Bibliothek und Mediathek. Gegenüber liegend befindet sich der Seminarraum, der dem astronomischen Beobachten angegliedert ist. Dieser Raum könnte aufgrund seiner Lage gleichzeitig als Lesebereich genutzt werden. Vom 2. OG gibt es ebenfalls eine Verbindung zum Altneubau sowie einen Aufgang zur Beobachtungsterrasse mit der Sternwarte, die einen markanten Punkt auf dem Neubau ausbildet.

    Die Verbindung zum Bestand
    Der Fahrstuhl im Neubau verbindet diesen behindertengerecht mit dem Altneubau über Brücken im ersten und zweiten Obergeschoss. Der Altbau (ehemals Krankenhaus) ist mit dem Neubau auf der Ebene des ersten Obergeschosses verbunden, der durch die Hanglage des Altbaus hier das so definierte Erdgeschoss ausbildet. Eine Verbindungsbrücke mit 6% Gefälle die sich im Gebäude fortsetzt, führt neben dem Treppenhaus in den Altbau. Um auch hier eine weitere behindertengerechte Anbindung zu erreichen, wird neben dem hinteren Treppenhaus ein Aufzug vorgeschlagen, der die barrierefreie Erreichung der Obergeschosse gewährleistet. An dieser Stelle befinden sich nur Nebenräume. Die daraus resultierende Umstrukturierung wird nachstehend erläutert.
    Die Verbindung Neubau / Altbau ersetzt den bestehenden Zugang zum Altbau (Abriss der vorhandenen Stufenanlage zum Zwischenpodest). Durch den Abriss des Komplexes von Bestandscafeteria und dem dazugehörigen Verbindungsbauwerk ist auch hier eine neue Situation entstanden und ein weiterer Zugang zum Altbau möglich. Man kann den Altbau jetzt also behindertengerecht über den Neubau betreten, oder über die als Kellergeschoss definierte Ebene auf Pausenhofniveau. Da der bestehende Podestantritt sehr eng ausgebildet ist, wird hier vorgeschlagen 2-3 Stufen rückzubauen und diese großzügig vorzulagern. Die gleiche Situation ist unterhalb des Übergangs zum 1. OG möglich. Mit dieser Umstrukturierung ist aus der Fluchtweg aus dem Treppenhaus gewährleistet.
    Eine behindertengerechte Anbindung des südwestlichen Anbaus wäre durch die Ausbildung des Fahrstuhls als „Durchlader“ und eine Flurerweiterung möglich. Dieser Aufwand erscheint allerdings relativ hoch.

    Die Erweiterung
    Um das Konzept der Konzentration des öffentlichen Bereiches auf den Neubau und Erhalt von größtmöglicher Außenraumfläche umzusetzen, wird eine Erweiterung und Aufstockung des Altneubaus vorgeschlagen.
    Die beiden großen Fachunterrichtsräume werden in gleicher Lage auf den Bestand des Hauses 2 gesetzt. Die Treppenstufen vom EG zum OG werden abgerissen und an dieser Nahtstelle 3 Klassenzimmer vom EG bis zum 2.OG angebaut. Das neue Treppenhaus verbindet alle 3 Geschosse untereinander und führt über die Brücken zum Neubau mit dem Aufzug. Somit ist auch der Altneubau behindertengerecht angeschlossen.
    Umstrukturierung Altbau
    Die frei gewordene Fläche im Bereich der Bibliothek wird für die Unterbringung des im Raumprogramm geforderten 4. Klassenzimmers verwendet. Das durch die Verbindung mit dem Neubau entfallene Lehrerzimmer wird in den Raum der Schülervertretung verlagert. Die Schülervertretung findet einen neuen Platz in der Eingangsebene auf Platzniveau.

    Materialität:
    Die momentan auf dem Schulgelände vorhandenen Materialien ergeben ein relativ heterogenes Gesamtbild. Das neue Bauteil soll sich mit wenigen aber kraftvollen Materialien einfügen. Zusammen mit dem Schulhof bildet das Dach der Mensa eine Einheit. Mensa / Cafeteria und Foyer bilden den entsprechenden Sockel, aus dem sich der farbige Erschließungskern entwickelt und seinen Abschluss in dem darüber liegenden Bibliotheks- und Mediengeschoss findet. Der Sockel ist mit anthrazitfarbenem durchgefärbtem Eternit verkleidet. Die Bibliotheksebene soll einen leichten Charakter erhalten. Über die mit Fensteröffnungen versehene Fassade wird eine Hülle aus weißen Lochblechelementen gezogen die eine angenehme Arbeitsatmosphäre schafft und gleichzeitig vor Blendung durch Sonneneinstrahlung schützt.

    Außenanlagen:
    Durch den Abriss des provisorischen Containers bietet sich die Chance, eine angemessene Aufenthaltsfläche für das Gymnasium zu schaffen. Durch den Neubau erhält diese Fläche eine Einfassung. Gleichzeitig wird Sie durch den Übergang auf das Dach der Mensa erweitert. Gestalterisch ergänzen sich diese beiden Bereiche und finden über die großzügige Außentreppe zusammen.
    Dunkle Platzflächen werden durch weiße Granitstreifen gegliedert, an denen sich verschiedene multifunktionale Sitz- und Liegeelemente angliedern. Teile der Bestandsbäume werden in dieses Konzept integriert. Die hohe Zahl von 600 Fahrradstellplätzen wird kompakt an 3 Seiten verteilt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 27.03.2015, 16:05
Zuletzt aktualisiert 02.04.2015, 16:23
Beitrags-ID 4-101038
Seitenaufrufe 59

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