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  • DE-88131 Lindau
  • 11/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-227031)

Hintere Insel Lindau – Gartenschau und städtebauliche Entwicklung


  • 2. Preis

    Perspektive Seepark, © ver.de landschaftsarchitektur

    Landschaftsarchitekten
    ver.de Landschaftsarchitektur, Freising (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: 03 Architekten GmbH Architekten BDA, Stadtplaner DASL, München (DE)

    Preisgeld
    26.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die städtebauliche Konzeption ist richtigerweise aus der Quartiersgröße der Altstadt abgeleitet, vor allem wird mit angemessenen Körnungen gearbeitet. Sehr positiv wird die kleinteilige Parzellierung und Differenzierung der Gebäude bewertet, sie können in der vorgeschlagenen Nutzung und Durcharbeitung jedoch nicht überzeugen. Vor allem die überwiegend verwendete Gebäudetypologie der Townhouses mit integrierter Garage wird kritisch betrachtet, auch führt die zwischen Quartieren und Park verlaufende Straße zu einer trennenden Wirkung. Das von der Stadt Lindau verfolgte Konzept eines autoarmen Quartiers kann damit nicht umgesetzt werden. Der im Norden angedachte Gebäuderiegel beeinträchtigt die Silhouette der Altstadtinsel, der siebengeschossige Gebäudeteil wirkt zu dominant.

    Die ambitioniert vorgeschlagene Verbindung zwischen Altstadt und neuen Quartieren ist in Abschnitten nur mit Eingriffen in den vorhandenen Gebäudebestand realisierbar. Auch werden für einzelne Gebäude teilweise wertvolle Grünbestände geopfert. Der Bahnhofsvorplatz ist grundsätzlich gut ausgerichtet, erscheint jedoch als etwas zu groß. Das zwischen Bahnhof und Eilguthalle angeordnete Gebäude wird als problematisch beurteilt, da es an einer wichtigen Position den städtebaulichen Raum verengt und damit dem Konzept eines die Insel umfassenden öffentlichen Freiraumsystems entgegensteht. Zudem befindet es sich im engsten Umfeld denkmalgeschützter Bauten.

    Mit dem Freiraumkonzept werden großzügige, zusammenhängende Räume vorgeschlagen, die sich schlüssig aus der städtebaulichen Idee entwickeln. Der Uferweg ist gut angebunden und verspricht durch vielfältige Blickbeziehungen eine gute Erlebbarkeit des Seeufers.

    Gewürdigt wird der Anspruch, einzelne Uferabschnitte gestalterisch zu differenzieren, wobei die weitgestreckten Freitreppen keinen Bezug zur kleinteiligen Ausprägung der Quartiere herstellen. Die dem Bayrischen Eck vorgelagerte Sitzterrasse ist überflüssig und stark durch Wellenschlag gefährdet.

    Das Gartenschaukonzept folgt konsequent dem Uferweg und inszeniert damit die besondere Charakteristik des Ortes. Unter Einbeziehung des Baumbestandes entstehen gut gegliederte Flächen, die mit wenig Rückbauaufwand in das Dauerkonzept überführt werden können.

    Insgesamt ist die Arbeit ein ausgewogener und gut durchdachter Beitrag, der mit angemessenem Aufwand einen auch langfristig gut funktionierenden Stadtraum entwickelt.