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  • DE-87700 Memmingen
  • 11/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-8277)

"Elsbethenareal - Schrannenplatz - els"


  • 1. Preis

    Perspektive Elsbethenhof

    Landschaftsarchitekten
    club L94, Köln (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: d.n.a trint + kreuder, Köln (DE), Paris (FR)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser wagen es, mit einem durchgängigen Architekturkonzept, einem „Thema“, den unterschiedlichen stadträumlichen und funktionellen Anforderungen gerecht zu werden. Da das Konzept trotz aller Einheitlichkeit Variationen und Differenzierungen zulässt, gelingt dieses Unterfangen mit einer erstaunlichen Selbstverständlichkeit. Dabei werden auch auf städtebauliche Fragen überzeugende Antworten gefunden.

    Die Lindentorstraße wird mit einer leichten Verschwenkung beruhigt, behält aber mit den straßenbegleitenden Parkplätzen ihre Funktion für das Stadtwesen. Logisch entwickeln sich nach Norden spannende Abfolgen von Plätzen, Wegen und Höfen, die unterschiedlich charakterisiert ihrer jeweiligen Funktion entsprechen. Jeder Stadtraum erhält ein individuelles Gepräge, ohne dass ein übergeordnetes „Memminger Gestaltungskonzept“ verlassen wird. Die Platzierung und die geometrische Ausformung des Baumfeldes auf dem Schrannenplatz wird kontrovers diskutiert.

    Das Bauvolumen entwickelt sich unter gefalteten Dächern, die angenehm zwischen der historischen Dachlandschaft und der flachen Baukubatur des Müller-Marktes vermitteln. Das Einfügen in die Umgebung gelingt auch durch das präzise und wohlüberlegte Anschließen an die Bestandsgebäude. Durch zurückhaltende Differenzierung der Fassaden gelingt es unaufdringlich, die unterschiedlichen Funktionsanforderungen zu bewältigen, aber auch ablesbar zu machen. Ob alle Oberflächen mit einem Material ausgeführt werden müssen ist fraglich und ob Holz im städtischen Kontext die richtige Wahl ist, ist zu hinterfragen. Gelobt wird aber die deutliche, markante Erscheinung, die dem Quartier ein neues Gepräge gibt, ohne sich übertrieben in den Vordergrund zu drängen.

    Souverän werden die funktionalen Anforderungen erfüllt und in den Grund- und Aufrissen entwickelt. Richtig ist die Zuordnung der Probe- und Funktionsräume im Theateranbau; auch Anlieferungsmöglichkeit und Behindertengerechtigkeit sind erfüllt. Unklar bleibt die Nutzung der dargestellten „Bühnenschleuse“ vielleicht ist diese Fläche auch eine noch nicht absehbare Chance für das Theater. Die Gastronomie belebt den Elsbethenhof und führt zur gewünschten Aktivierung des Theaterareals. Die Aufenthaltsqualität könnte unter dem hohen Platzabschluss im Süden und den etwas knappen Platzproportionen leiden.

    Das Flächenangebot für Geschäfts- und Dienstleistungsnutzung ist gut erfüllt, die Studios besitzen sogar eine bemerkenswerte Tageslichtqualität. Intelligent wird hier die Dachtopographie genutzt. Das gastronomische Angebot am knappen Durchgang zwischen Schrannenplatz und Elsbethenhof überzeugt, auch die Gestalt als „Hohes Tor“ gefällt in seiner Signifikanz und Individualität als Indentität stiftendes Element.

    Die dargelegten Kennzahlen, die hohe Kompaktheit und die vorgetragenen Konstruktionen sind Hinweis für eine akzeptable Wirtschaftlichkeit und würden eine zeitnahe Realisierung ermöglichen.

    Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober, die Verfassern der mit dem 1. Preis ausgezeichneten Arbeit auf der Grundlage ihres Wettbewersentwurfs und unter Berücksichtigung der Feststellung des Preisgerichts im Protokoll mit der weiteren Bearbeitung zu beauftragen.