Beurteilung durch das Preisgericht
Leitidee
Die Verfasser verfolgen die Leitidee einer oberen und unteren Terrasse, die sich als lange, ruhige Bänder vor die Altstadtsilhouette legen. Die Leitidee wird konsequent unterstrichen durch eine nahezu durchgehende Baumreihe und eine die Uferlinie betonende Stützmauer, vor die eine als „blaue Terrasse“ bezeichnete Promenade angelegt wird. Diese Linien werden an den städtebaulich bedeutsamen offenen Plätzen unterbrochen und werten diese dadurch auf. Damit wird auch das Thema des Zusammenspiels des oberen und unteren Bandes als Thema Stadt und Fluss variiert. Durch die Öffnungen werden die Verbindungen der zum Fluss führenden Gassen verstärkt und betont.
Stadträumliche Qualität
Die konsequente Umsetzung dieser Idee führt allerdings dazu, dass sämtliche prägnanten Gebäude an der Stadtkante durch die Baumlinie verdeckt werden und damit in ihrer stadträumlichen Betonung mehr zum Stadtinneren als zum Fluss hin orientiert wirken. Lediglich an den Plätzen wird über großzügige Treppenanlagen eine Öffnung zum Flussufer erreicht. An der Alten Brücke ist der Freiraum wohltuend zurückhalten gestaltet, um deren Erscheinungsbild nicht zu dominieren.
Freiraum- und Aufenthaltsqualität
Die einheitliche Belagsgestaltung unterstreicht die Idee der Bänderung der Aufenthaltszonen. Die konsequente Linearität eröffnet aber wenige Möglichkeiten für eine abwechslungsreiche Gestaltung der doch sehr unterschiedlichen Orte im Verlauf des Flussufers. Damit werden, mit Ausnahme der als „ blaue Terrasse“ bezeichneten, durchgehenden Neckarpromenade auf Flussniveau und einer als „blauer Balkon“ bezeichnete Aussichtsplattform an der Theodor-Heuss-Brücke, auch eigentlich keine wirklich neuen Aufenthaltsqualitäten eröffnet. Über die konzeptionellen Qualitäten hinaus werden wenig Aussagen zur Nutzung der einzelnen Aufenthaltsräume getroffen.
Nachhaltigkeit und Realisierbarkeit
Der Vorschlag erscheint alles in allem realisierbar. Seine Realisierbarkeit wird jedoch durch die umfangreichen Veränderungen an Uferlinie und Topographie aber vor allem durch die erhebliche Reduzierung des Flussquerschnittes aufwändig. Der Umfang dieser Eingriffe steht in einem ungünstigen Verhältnis zum dem möglichen Gewinn an Aufenthaltsqualität.
Der Entwurf besticht vor allem durch Sachlichkeit und Klarheit und die konsequente Einhaltung seiner Leitidee.