loading
  • DE-20537 Hamburg
  • 09/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-16926)

Gestaltung des Grünzugs am Hochwasserbassin in Hammerbrook


  • 1. Preis

    rasenparterre zur bille

    Landschaftsarchitekten
    lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh, München (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Till Kwiotek

    Erläuterungstext
    Der neue Park am Bassin ist einerseits übergeordnetes Bindeglied des neuen Grünrings Hamburgs und andererseits Identifikation fördernder Entwicklungsimpuls für die umliegenden Stadtteile.
    Die räumlichen Zäsuren des Hochwasserbassins, seiner Stichkanäle sowie des Bahndamms geben einen starken Rahmen, in den die unterschiedlichen freiraumbezogenen Funktionen eingebettet werden.

    In erster Linie wünscht man sich Raum vor Ort:

    • Offene Räume, die auf vielen Ebenen nutzbar sind, eine hohe Zugänglichkeit und Erreichbarkeit besitzen.
    • Räume, die Potentiale der Umgebung wie z.B. die Nähe zum
    Wasser widerspiegeln können.
    • Räume, die Andockstationen sind und in ihrer Attraktivität und Offenheit als Auftakt zur pulsierenden Innenstadt fungieren.
    • Räume, die eine eigene, starke Identität an ihr Umfeld
    weitergeben.


    ENTSCHLACKUNG
    Der dicht verwobene Bestand an eingezäunten Sportstätten, brachliegenden Gebäuden, struppigen Ruderalbiotopen und abweisenden Gewerbearealen vereinnahmt derzeit den zukünftigen Grünzug.
    So wird an den richtigen Stellen mit dem Skalpell gearbeitet, um aus dem vorgefundenen Heterogenen durch behutsame Intervention eine zusammenhängende Parkanlage in Hammerbrook herauszuarbeiten. Zu erhaltende Sportbereiche werden auf ein funktional vertretbares Volumen beschnitten um an geeigneter Stelle allgemein nutzbare Erweiterungen entwickeln zu können (offene Parkräume, vernetzte Biotopbereiche, nutzbarer Künstlercampus…).


    RAUMFOLGE
    Als Rückgrat des Parks und grüner, durchscheinender Vorhang der Parkanlage läuft parallel zum Bassin ein baumbestandener, ausgedehnter Boulevard. Die Anleger der Hausboote finden hier ihre Vorplätze. Licht und Schatten, das Glitzern des Wassers und das grüne Dach sind natürliche Gestaltungselemente eines angenehm minimalistisch möblierten Flanierraums.

    Size matters: Um die Großzügigkeit einer zusammenhängenden Parkanlage zu transportieren und die erforderlichen Funktionen vom Flanieren über Radfahren bis zur Feuerwehr unterzubringen, ist eine Breite der Achse von 15 Metern vorgesehen. Unter diesem grünen Baldachin blickt man im Westen auf urbane Uferbereiche und Kanalstiche. Nach Osten docken die funktionalen ‚Inlays‘ des Grünzugs an den Boulevard -offen gehaltene, flexibel bespielbare Bereiche, die zum Bahndamm hin von einem knapp über Geländeniveau verlaufenden Tribünenweg gefasst werden. Dieser Weg ermöglicht, sich das Gelände über einen Rundweg zu erobern. Besonders Spaziergänger und Jogger profitieren davon.

    Von Nord nach Süd stellt sich die Herausforderung den Parkraum über die querenden Straßenräume hinweg erlebbar zu machen. Geschwindigkeiten des Durchfahrtverkehrs spielen hierbei eine Rolle. Diese Verkehrsräume werden als Plätze verstanden: mit einem Belags- und Querschnittswechsel wird die Verbundenheit der Parkräume für die Besucher spürbar und die Sicherheit der Querung erhöht. Unterschiedlich strukturierte Baumdächer geben den Platzräumen charakteristische Stimmungen, Altbaumbestände können so in die Gestaltung einbezogen werden.


    INLAYS
    Die unterschiedlichen Bestandsnutzungen sowie auch die vorgeschlagenen Bereiche zwischen Boulevard und Tribünenweg sind als Entwicklungsfenster im Gefüge der Parkanlage platziert. Der stabile Rahmen aus befestigten Wegen, strukturgebender Vegetation und Platzabfolgen macht Veränderungen möglich, wie z.B. ein zukünftiger Austausch spezieller Sportnutzungen. Frei aneigenbare Bereiche in Form von Rasenflächen mit Schattendächern oder Liegeplateaus erweitern das Nutzungsspektrum der Parkanlage.

    Ein Künstlercamp innerhalb und um die Bestandsgebäude zu fördern wird als positive Entwicklungsidee aufgegriffen. In den Erdgeschossen lassen sich offene Werkstätten wie auch ein Café zur Uferkante einbinden. Die nahen Grünräume können hierbei informell als temporäre Ausstellungsräume genutzt werden.
    Die zu schützenden Biotopbereiche nördlich des Bullerdeich werden in einer Erweiterungsfläche gespiegelt, auf der sich über die Zeit in natürlicher Sukzession eine ortstypische Vegetation einstellen kann.

    Der aktuell dem nördlichen Fußballplatz zugeordnete Spielbereich wird wechselseitig geöffnet und in einer fördernd frischen Gestaltung als zeitgenössische Interpretation der früheren Linneschen Spielbereiche weitergeschrieben.

    An der Südspitze wird der Abschluss und weit einsehbare Auftakt des Parks durch eine skulpturale und funktionale Modellierung als urbane Bühne gestaltet. Ein zur Sonne orientiertes, angeschrägtes Rasenparterre inszeniert am Wasserkreuz eine offene Weitläufigkeit und bietet viel Raum für extensive Parknutzung wie Sonnenbaden oder Picknicken, aber auch ein Open-Air-Konzert ist denkbar. Als exponierte Landmarke liegt der Reiz in der grünen Schlichtheit, mit der sich das Tableau bis zur Uferkante der Bille aufspannt.
    Ein gestalterisch eingebundener Pavillon mit Barbetrieb arrondiert die Abfolge gastronomischer Trittsteine im Grünzug.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.