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  • DE-91161 Hilpoltstein
  • 03/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-90666)

Neues Wohnen im Quartier südlich der Rother Straße


  • 3. Preis


    Architekten
    dv architekten deffner voitländer, Dachau (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Dorothea Voitländer , Prof. Konrad Deffner

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh, München (DE)

    Erläuterungstext
    städtebau
    ausgehend vom bestehenden ortsrand entwickelt sich das neue quartier in drei bauabschnitten schrittweise nach westen. jeder bauabschnitt gliedert sich in jeweils drei cluster, die die verschiedenen bautypologien und bebauungsstrukturen unterschiedlicher dichte bereitstellen. damit ist in jeder stufe der gewünschte wohnungsbau mix gegeben.
    die insgesamt neun cluster fächern sich zur freien landschaft hin auf.

    den auftakt zum neuen quartier bildet ein quartiersplatz mit deutlich formulierter adressbildung zur rother straße. hier am eingang kann eine kleine ladenzeile den täglichen bedarf decken. gleichzeitig entstehen hier soziale kontakte, ein übergeordneter treff- und identifikationspunkt für die neue nachbarschaft.

    generationenübergreifende wohnprojekte können sowohl im geschoßwohnungsbau angesiedelt sein als auch im verdichteten einfamilienwohnungsbau, wo neben den reihenhäusern typologien angeboten werden, die aus einer einheit von jeweils zwei häusern bestehen.

    grünkonzept
    das neue quartier verzahnt sich über seine freiräume mit der bestehenden ortschaft und der umgebenden landschaft. in ost-west-richtung schaffen verkehrsberuhigte bereiche neben der übergeordneten grünverbindung auch die vernetzung für fußgänger und radfahrer und bilden spiel- und aufenthaltszonen. ebenso finden einige besucherstellplätze und flache rasenflächen als retentionsmulden platz. diese kleinen anger weiten sich nach westen auf und verbinden sich mit der freien landschaft. im anger stehen lockere nussbaumstrukturen, sie haben ihr laub recht kurz, sind in den übergangszeiten frühjahr und herbst relativ lange laublos – im sommer jedoch schön dicht.

    verkehr
    die verkehrserschließung ist hierarchisch gegliedert mit einer haupterschließung in nord- süd- richtung, die bereits im ersten bauabschnitt entsteht. durch verlängerung der straße über den zentralen grünzug hinweg können die erweiterungsflächen im süden später einfach angebunden werden. von dieser nord- südachse zweigen ost-west gerichtet verkehrsberuhigte bereiche ab, die gleichermaßen der erschließung der grundstücke dienen und aufenthaltsqualität bieten. fußgänger und spielende kinder können den bereich in voller breite benutzen. sie dienen auch als verknüpfung für fußgänger und radfahrer zwischen den vorhandenen straßen im osten und der freien landschaft im westen.
    die stellplätze für den geschosswohnungsbau im norden werden in tiefgaragen nachgewiesen, je bauabschnitt eine einfahrt. das angehobene erdgeschoß verkürzt die abfahrtslängen und verschafft den unteren wohnungen mit ihren gärten mehr privatheit. im einfamilienhausbau können je einheit zwei garagenplätze auf eigenem grundstück nachgewiesen werden, beim verdichteten einfamilienhausbau sind die stellplätze bzw. carports gruppenweise in den jeweiligen clustern angeordnet. besucherstellplätze in lockerer anordnung im verkehrberuhigten bereich.

    schallschutz
    der geschoßwohnungsbau dient als lärmschutz zur rother straße hin. seine grundrisse sind so organisiert, dass alle aufenthaltsräume nach süden orientiert sind, zusätzlich können die wenigen öffnungen nach norden schallschutzfenster erhalten.

    ökologie, energie, nachhaltigkeit
    an der rotherstraße im nordwesten kann ein blockheizkraftwerk nahwärme für die neuen quartiere liefern.
    die bebauungsstruktur ist weitgehend südorientiert, das ermöglicht wärmegewinne durch passive solarenergienutzung mit nach süden orientierten wintergärten. die nach süden geneigten dächer können zur aktiven solargewinnung genutzt werden. in den gärten stehen obstbäume oder andere klein bleibende baumarten, so dass zwar die tiefstehende sonne aus den fenstern gehalten wird, nicht aber mögliche solarnutzung auf dem dach eingeschränkt wird; im winter verlieren sie ihr laub, es tritt keine verschattung ein. in der summe sind damit die voraussetzungen für eine energieautarke siedlung gegeben.

    die bauformen sind kompakt gehalten, um ein günstiges a/v verhältnis zu erzielen.
    die vorgeschlagene grenzständige bebauung erlaubt kleinere grundstücksgrößen bei großzügigen gartenzuschnitten; das trägt insgesamt zum flächensparenden bauen bei.

    kaltluftströme könnten von westen in die gebiete über die anger einströmen.

    im öffentlichen raum wird die versiegelung auf das unbedingt erforderliche maß beschränkt. soweit möglich entwässern die flächen seitlich direkt in rasenflächen zur dortigen versickerung. überschüssiges wasser fließt in straßen begleitende rasenmulden-rigolensysteme.
    deren überlauf kann bei starkregenereignissen weitergeführt werden in das retentionsbecken auf grundstück 888.
    die entwässerung der privatflächen erfolgt auf den jeweiligen grundstücken, unnötige versiegelungen sind grundsätzlich auch hier zu vermeiden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.