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  • DE-97461 Hofheim in Unterfranken
  • 05/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-157169)

KOMBIBAD Hofheimer Land


  • 1. Preis

    Lageplan, © HHA

    Architekten
    Haack + Höpfner . Architekten und Stadtplaner BDA, München (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Lydia Haack , John Höpfner

    Mitarbeit
    Ole Küster, Daniela Neubert

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Planstatt Senner, Überlingen (DE), Stuttgart (DE), München (DE)

    Erläuterungstext
    Der Entwurf des neuen Bades ist bestimmt von der Suche nach einer harmonischen Einheit aus dem Bestand, der großzügigen landschaftlichen Anlage und, vermittelnd, den behutsam eingefügten Baukörpern und Becken im Sinne einer vielfältigen, für alle Generationen attraktiven und besonderen Erholungsanlage. Die Erweiterung des Hallenbades über den Eingangsbereich mit Kasse, Küche und Sanitäranlagen nimmt dessen prägnante Dachkontur und lineare Struktur auf und führt diese als gestalterisches Leitmotiv ins Freibad fort. Eingang, Umkleiden und Freisitz des Freibads sind in dieser linearen Ordnung, variiert und sommerlich leicht, aufgelöst. Pergolen, Schattendächer, Wege und Liegedecks, sowie das optionale Wasserelement, ein in sich differenzierter Wasservorhang, folgen dem gestalterischen Prinzip, das in den westlichen Freianlagen mit einem linearen Band wiederholt wird.
    Von den vorhandenen Parkplätzen im Norden führt eine Gleditschienreihe die Besucher über ein breites leicht ansteigendes Wege-Band in Richtung Badeingang. Die Fahrradstellplätze reihen sich entlang des hölzernen Lamellenscreens in Verlängerung der Sommerumkleide auf und sind somit in direkter Nähe zum Eingang untergebracht.
    Nach Betreten des Freibads öffnet sich ein weiter Blick über die Anlage und kurze Wege zu Umkleide und Bewirtung. Der Freisitz ist zentral gelegen und ermöglicht durch seine erhabene Lage einen direkten Blickbezug zum Kinderplantschbecken.
    Im landschaftlich gestalteten Bereich verzahnen sich die freien Formen der Beckenumgänge mit der umliegenden Liegewiese und bilden so einen spannenden Kontrast zu Gebäude, Pergolen und Terrassen. Der Erlebnisspielplatz im direkten Anschluss zum Hallen- und Beckenbereich bietet mit Kletter- und Balancierbereich, Wasserlauf und Matschplatz bis hin zum Trampolin ein vielfältiges Angebot für Jugendliche, Kinder und Kleinkinder.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Leitidee des Entwurfs, die Neubauten und Freiraumgestaltung als bänderartige Fortführung der Hallenbad-Tragkonstruktion auszubilden, führt zu einer systematischen Ausrichtung der geforderten Entwurfselentete nach Norden. Allerdings wird diese konsequente Haltung nicht als zwingend angesehen.
    Begrüßt wird die Wegführung der Besucher entlang der Zufahrtsstraße zum Schwimmbad. Über ein leicht ansteigendes Wegeband, das durch die Aufweitung des öffentlichen Raumes mit neuer Baumreihe eine gefahrlose Zuwegung für Fußgänger sowie den Platz für die notwendigen Fahrradstellplätze bietet, erreicht man barrierefrei eine platzartige Aufweitung zum neuen, attraktiven Eingangsbereich auf einem Zwischenplateau.
    Die von der Ausloberin geforderten multifunktionalen Anforderungen an den Eingangsbereich mit Freibad- und Hallenbadkasse, Bistroausgabe zum Freizeitbereich, sowie Bistroausgabe nach außen sind in dem eingeschossigen Flachdachanbau im Norden des Hallenbades gut gelöst.
    Der barrierefreie Zugang von der Eingangshalle zum Hallenbad ist über eine Rampenanlage gegeben. Weitere Eingriffe in den Bestand des Hallenbades sind nicht zwingend erforderlich. Allerdings wird die vorgeschlagene Lage des optionalen Kinderplanschbeckens kritisch gesehen.
    Über der gesonderten Sommereingang lassen sich die Sommerumkleiden, die zugleich einen Blick- und Schallschutz zur Straße bilden gut erreichen. Positiv gesehen wird auch die Liegewiese im Sichtfeld von Kinderplanschbecken und Nichtschwimmerbereich, was zu einer familienfreundlichen Nutzung des Bades beiträgt. Die Lage des nun verkleinerten Schwimmerbeckens bleibt erhalten und fügt sich harmonisch in die Bäderlandschaft ein. Die Aufwertung des Nichtschwimmerbereiches durch die angebotenen Spielelemente wird sehr positiv bewertet.
    Der Anteil der befestigten Flächen wird als angemessen erachtet. Das Angebot von Liegedecks wird begrüßt und könnte als Motiv noch vertieft werden.
    Das optionale „Wasserelement“ mit „Wasservorhang“ stellt eine Bereicherung dar. Die Länge und Positionierung sollte allerdings noch einmal überprüft werden.
    Die Aktivspielzonen zwischen dem Bäderbereich und dem Lagergebäude im Norden halten nicht ausreichend Abstand zu den Wasserflächen und sollten zugunsten einer attraktiven Liegefläche Richtung Westen verlegt werden.
    Die Nutzung der vorhandenen Becken im Schwimmer- als auch Nichtschwimmerbereich, sowie die durchschnittlichen Kenndaten zur BGF sowie BRI lassen eine gute Kosten-/Nutzenrelation erwarten.
    Insgesamt eine Arbeit, die einen gelungenen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung und nachhaltigem Erhalt des zukünftigen Kombibades der Hofheimer Allianz bei wirtschaftlicher Erstellung erwarten lässt.