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  • DE-85748 München
  • 07/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-159436)

Science City Garching


  • Anerkennung

    Entwurfskonzept Freiraumplanung (c) DLA

    Landschaftsarchitekten
    Die LandschaftsArchitekten. Bittkau-Bartfelder + Ingenieure, Wiesbaden (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Petra Bittkau

    Mitarbeit
    Daniel Gornik

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Ferdinand Heide, Frankfurt am Main (DE)

    Preisgeld
    8.333 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit wählt als Leitidee den Ansatz einer extremen Innenentwicklung und Nachverdichtung der bestehenden Bebauungstrukturen. Die vorgeschlagene Bauweise ist dabei kompakt und orientiert sich in ihrer Höhenentwicklung am Bestand. Zentrale universitäre Einrichtungen wie Hörsäle und Einrichtungen zur Nahversorgung werden entlang der zentralen Nord-Süd-Achse angeordnet. Die entstehenden 6 Fach-Cluster werden mit dem bestehenden Straßenraster erschlossen. Die Verfasser ergänzen lediglich Rad- und Fußwegeverbindungen Richtung Isar und B11.

    Einerseits wird das Konzept der Nachverdichtung als besonders wertvoll bewertet. Trotz der hohen Dichte schaffen es die Verfasser eine hohe räumliche Qualität in der Bebauungsstruktur wie in den Freiräumen zu erreichen. Allerdings werden in der Auslobung festgelegte Sperrzonen im Osten des Campus nicht beachtet. Bezüglich der Flächen einer Westerweiterung gibt es darüber hinaus keine Aussagen. Da es das Ziel des Wettbewerbs war belastbare Planungsansätze für die mittel- bis langfristige Entwicklung des gesamtes Campus und gerade auch für die Grundstücke des Freistaats Bayern bis zur B11 zu erhalten, wird die Arbeit in diesem Punkt als ungenügend betrachtet. Anders als von den Verfassern vorgeschlagen, können diese Flächen auch nicht für eine Wohnbebauung der Stadt Garching zur Verfügung stehen. Bisher schon bestehende Bebauungen im westlichen Bereich des Campus werden durch den Entwurf von derrestlichenEntwicklunginnicht angemessener Weise abgehängt.

    Die Lage der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik wurde grundsätzlich richtig gewählt, wirft im Detail aber kritische Fragen auf. Die nötigen Expansionsmöglichkeiten angrenzender Nutzungen (z. B. Fakultäten für Mathematik und Informatik) sind nicht berücksichtigt. Außerdem lässt die Aufteilung in drei völlig voneinander getrennte Gebäude bei der späteren Umsetzung Defizite im Bereich interfakultären Kommunikation und Vernetzung befürchten.

    Grundsätzlich ist die Beschränkung auf das Bestandsgelände und geschickt angeordnete bauliche Verdichtung gerade aus Landschafts- und Freiraumsicht gelungen: es entsteht an den äußeren Rändern eine landschaftlich geprägte Situation mit Wald- und Wiesenauen. Im Gegensatz dazu gibt es im Inneren gut proportionierte und nutzbare Gärten, Höfe, Plätze und Wegeverbindungen. Geradezu unerträglich erscheint jedoch vor diesem malerischen Hintergrund die Massierung von nahezu 2000 Kfz Stellplätzen auf offener Wiese im Westen des Quartiers. Der weitgehend autofreie Campus wird nur über diese von einem E-Shuttle Busservice angebundene Stellplatzanlage erkauft. Die kompakte Struktur nutzt die punktuelle U-Bahn-Erschließung sehr gut und erleichtert die fußläufige Vernetzung zwischen den Einrichtungen.