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Nichtoffener Wettbewerb | 11/2022

Neubau Parkhaus in Künzelsau

Umnutzbarer Stadtbaustein

Umnutzbarer Stadtbaustein

2. Preis

Preisgeld: 15.000 EUR

Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten

Architektur

Architekturmodelle Boris Degen Modellbau

Modellbau

Beurteilung durch das Preisgericht

Das neue Parkhaus folgt im Wesentlichen der polygonalen Figur des spitz zulaufenden und topografisch anspruchsvollen Grundstücks. Während die Einfahrt in das Parkhaus auf der südlichen Seite liegt, erfolgt die Ausfahrt an der Westseite. Der im Süden liegende Haupteingang für die Fußgänger ist architektonisch wenig akzentuiert und in der Größe zu knapp bemessen.

Ein weiterer Eingang zum Parkhaus erfolgt von Norden über einen vorgelagerten Tiefhof. Hier befinden sich über mehrere Geschosse die Parkmöglichkeiten für Fahrräder. Kritisch wird ins besondere die Zugänglichkeit der oberen Fahrradgeschosse bewertet, die für Radfahrer nur äußerst kompliziert über den Aufzug erreicht werden können.

Die Organisation des Parkhauses ist insgesamt effizient und in der inneren Zonierung und Struktur nachvollziehbar. Die mittig angeordnete quer gelagerte Rampe gliedert die Parkebenen im Innen raum in einen nördlichen und einen südlichen Parkbereich. Gleichzeitig ist damit die Schnittstelle einer möglichen zukünftigen Umnutzung definiert. Der Bereich Rampe, Aufstellfläche und Ausfahrt sind zu eng proportioniert. Als problematisch wird ebenfalls die Engstelle an der Ausfahrt gesehen, wo sich ein- und ausfahrende Autos treffen und einen Rückstau im Inneren provozieren. Auch dass hier zudem die Fußgänger vom Haupteingang ankommen, führt zu einer zusätzlichen Verschärfung der räumlich schwierigen Situation.

Positiv wird bewertet, dass in der Arbeit der Vorschlag einer zukünftigen variablen Umnutzung von Anfang an konsequent verfolgt wird und auch in drei unterschiedlichen Szenarien dargestellt wird. So zeigt sich das Potential einer flexiblen Umnutzung nicht nur in der inneren rationalen Organisation, sondern auch bereits in der Fassadengestaltung. Bei einer Umnutzung schlagen die Verfasser die Wegnahme der Rampe im Gesamten oder im oberen Geschoss vor, sodass die Mitte als zukünftiger Lichthof flexible und gute belichtete neue Raumsituationen für Gewerbe und Arbeiten ermöglicht.

In der konstruktiven Ausführung schlagen die Verfasser im Unter- und Erdgeschoss eine Stahlbeton-Verbundkonstruktion vor, auf die in den oberen Geschossen eine Holz-Beton-Verbundkonstruktion aufbaut. Das Tragwerk wird in seiner Struktur als Fassadenthema aufgegriffen und nach außen ablesbar. Durch eine vorgesetzte und bereits gedämmte Fassadenhülle aus einer vertikal und horizontal angeordneten Fichtenholzschalung wird das Holztragwerk aus Baubuche gut geschützt. Der Vorschlag eines erdgebundenen Fassadengrüns wird begrüßt.

Der architektonische Ausdruck der Fassade wird kontrovers diskutiert. Insbesondere der Anschluss in die topografische Hangsituation ohne Ausbildung eines Sockelgeschosses wird kritisch bewertet, zumal damit die die Möglichkeit einer differenzierten Gliederung und Proportionierung der sechsgeschossigen Fassade im Osten verschenkt wird.

Die wirtschaftlichen Kennzahlen der Arbeit liegen im oberen Bereich.

Insgesamt leistet die Arbeit einen interessanten Beitrag für ein Parkhaus, das in Zukunft viele Nutzungsoptionen ermöglicht.
Blick auf das neue kreislaufeffektive Parkhaus

Blick auf das neue kreislaufeffektive Parkhaus

Blick in den Innenraum

Blick in den Innenraum

Strategie der Umnutzung

Strategie der Umnutzung