modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Einladungswettbewerb | 06/2013

Stadthäuser V6 und V7 im Quartier V8 in Freiburg

2. Preis

haascookzemmrich STUDIO2050

Architektur

Transsolar Energietechnik GmbH

Bauingenieurwesen

expressiv

Visualisierung

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf reagiert mit seiner dreigliedrigen Baukörperkomposition gut auf die Herausforderung der städtebaulichen Situation. Der skulpturale Kopfbau mit seiner Überhöhung wirkt als Adresse des Quartiers in die Sichtachse der Bahnhofstrasse. Der schlanke Gewerberiegel an der Merzhauser Straße schirmt den Wohnbaukörper zum Innenhof ab. Der Kopfbau gibt den Blick in eine großzügige innere Erschließungspassage frei. Der Gewerberiegel und der Wohnbau werden über eine großzügige Passage optimal erschlossen. Dieses innere Erschließungsgefüge ist vom Vorplatz aus übersichtlich ablesbar und gibt Orientierungshilfe.

Trotz der komplexen Bauskulptur, gelingt es dem Verfasser, durch eine einheitliche Fassadengliederung und Materialität das Gebäude zu einer Einheit zu verschmelzen. Kontrovers wurde diskutiert, ob eine Naturholzfassade das probate Mittel ist, das Projekt als Auftakt zum Stadtteil Vauban zu verstehen, und ob die Materialwahl in dieser Situation ausreichend städtisch wirkt. Durch die unterschiedliche Skulpturalität der drei Baukörper, gelingt es dem Verfasser in überzeugender Weise, die Kleingliedrigkeit der anschließenden Hofbebauung aufzugreifen, sodass das Projekt die Stimmung und das spezifische Milieu des Stadtteils Vauban reflektiert.

Das Programm für Gewerbe und Wohnungsbau ist überzeugend erfüllt, speziell das Passagenhaus mit hofseitigen Wohnungen und straßenseitigem Gewerbe lässt eine hohe Flexibilität bei Nutzung und Zusammenschaltung von Einheiten zu. Die Tiefe der Gewerbespange mit ca. 5 m kann nicht befriedigen und müsste zugunsten der Tiefe der Wohnungen verbreitert werden.

Die Wohnungstypologien mit ihren Zurückstaffelungen lassen eine hohe Individualität erwarten. Allerdings sind die Tiefen in einigen Wohnungen zu groß, so dass eine ausreichende Tagesbelichtung fraglich ist. Durch die Vor- und Rücksprünge der Fassade von V7 reagiert das Projekt überzeugend auf die Formensprache des Quartiers. Die Organisation des EGs überzeugt nur teilweise, die Parkierung ist durch Gewerbeeinheiten von der Merzhauser Straße abgeschirmt. Ein behebbarer Mangel ist die fehlende Passage vom Vorplatz am Kopfbau in den Innenhof. Überzeugend ist die Zugänglichkeit des ersten Wohngeschoßes mit Freitreppen in den Innenhof.

Die Fahrerschließung ist gemäß den Vorgaben erfüllt. Ein Nachweis von Fahrradstellplätzen fehlt.

Aufgrund der kleingliedrigen Struktur des Entwurfes entsteht eine nicht-kompakte Bauweise mit ungünstigem AV-Verhältnis. Eine gute Energieeffizienz ist damit nur mit erhöhten Wärmedämmmaßnahmen zu erreichen, was der Gesamtwirtschaft-lichkeit des Projektes abträglich wäre. Die vorgeschlagenen Lüftungskonzepte für die einzelnen Bauteile sind dagegen schlüssig. Der Verfasser versucht weitgehend mit natürlichen und dezentralen Be- und Entlüftungskonzepten zu arbeiten. Die Skelettbauweise mit vorgefertigten Holzfassadenelementen erlaubt eine hohe Flexibilität im Gewerbebauteil, wobei die Holzbauweise den Ansprüche an eine ökologische Bauweise entgegenkommt.

Schön ist die Begrünung des EG im Innenhof und die Zugänglichkeit aus den oberen Geschoßen.