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  • DE-45896 Gelsenkirchen
  • 03/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-195277)

Neue Zeche Westerholt


  • Teilnahme

    Vogelperspektive, © RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten und berchtoldkrass space&options

    Landschaftsarchitekten
    RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn (DE), Hamburg (DE), Köln (DE), Mannheim (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: berchtoldkrass space&options Raumplaner, Stadtplaner. Partnerschaft, Karlsruhe (DE)
    sonstige Fachplaner: DR.BUSSE | real estate consulting, Karlsruhe (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser greifen die originäre Identität des Zechenquartier als einem von industrieller Logik und Logistik geprägtem Ort auf und führen ein Prinzip von baulichen Modulen sowie deren Kommunikation untereinander ein. Es werden fünf Teilquartiere mit eigenständiger struktureller Ausrichtung entwickelt, von denen drei als „Keimzellen“ der Reaktivierung mit wirtschaftlichen Genres aufgeladen werden: „Technologieorientiertes Gewerbe“, „Leben und Arbeiten“, „Innovation“. Die beiden weiteren Module dienen der Wohnnutzung --‐ nördlich der Egonstraße und in Richtung Bahnhofstraße.

    Der Wagenumlauf soll augenscheinlich nach aller Möglichkeit erhalten werden --‐ die Idee des Museumsmagazins aus den vorlaufenden Werkstätten wird aufgegriffen und detailliert aufgearbeitet. Weitere Nutzungen werden dargestellt.

    Als besondere Qualität ist zu benennen, dass die Keimzelle „Leben und Arbeiten“ einen interessanten Ansatz für ein Mixed--‐Use Quartier darstellt, indem Nischen--‐Angebote des Wohnens (z.B. Lofts) intelligent mit der vorhandenen historischen Architektur verknüpft werden.

    Die Module werden über einen grünen Rahmen mit unterschiedlich qualifizierten Nord--‐Südsträngen verbunden. Innerhalb der grünen Stränge liegen die Kommunikationszonen zwischen den Teilquartieren, so besonders zu benennen ein Eventbereich im westlichen Drittel. Die „Allee des Wandels“ wird von den Verfassern bewusst auf den Kamm eines eher funktional erscheinenden Walls gelegt, um sie als schnelle Verbindungsstrecke der Quartiere an der Allee zu nutzen.

    Die Haupterschließung bindet an die Marler Straße an, ein weiterer Knotenpunkt wird im Westen der Egonstraße angeboten. Die Führung der Hauptachse leitet zu einem östlichen Knotenpunkt an der Egonstraße, der höhentechnisch einen Einschnitt in das Gelände bedeuten würde. Dies scheint zugunsten einer Vermeidung von Eingriffen in die problematische Bodensituation fraglich.

    Einschätzung zu offenen Fragen bezüglich der angebotenen Umsetzung der Idee

    • Der Ansatz der Kommunikation zwischen den Modulen ist strukturell teilweise durchaus klar erkennbar, anteilig jedoch nicht nachvollziehbar, so z. B. das gegenüber an der Egonstraße von Wohnen mit Südgärten und der Gewerbebebauung oder im Bereich des isoliert wirkenden Altenwohnens gegenüber dem Wagenumlauf.
    • Das Prinzip der Module mit nach Innen orientierten Atmosphären kann nur dann schlüssig funktionieren, wenn der Wagenumlauf erhalten bleibt. Dies wird aller Voraussicht nach nicht der Fall sein.
    • Die Hauptverbindung zwischen den Modulen ist eine rein funktionale Straße und bietet wenig Anmutung --‐ die „Allee des Wandels“ sollte eher als identifikatorisches Rückgrat genutzt werden. Die Lage auf dem Wall wird kritisch beurteilt.
    • Die Wohnmodule liegen ohne Kontext zu dem neuen Quartier und wirken eher „banal“ als zu einer attraktiven Adresse entwickelt. Insbesondere ist keine adäquate Idee der Gartenstadt erkennbar. Die doppelten Maisonette werden eher kritisch beurteilt.
    • Die außerordentlich hohe Dichte im Westen (Technolgieorientiertes Gewerbe) scheint nicht realisierbar. Es handelt sich hierbei eher um eine hochurbane Dienstleistungsstruktur als um eine technologieorientierte Gewerbestruktur, die auch einen gewissen Anteil an Hallenflächen benötigt.
    • Die Einschätzung zur Wirtschaftlichkeit erscheint zu optimistisch gegenüber der vorhanden Marktnachfrage und den möglichen Marktpreisen.

    Daher entspricht die Arbeit nur anteilig den Anforderungen der Ausloberinnen!