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  • DE-54338 Schweich
  • 01/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-174720)

Integratives Schulprojekt


  • 2. Rundgang

    Gesamtplan, © EGN & DÄRR LANDSCHAFTSARCHITEKTEN

    Landschaftsarchitekten
    DÄRR LANDSCHAFTSARCHITEKTEN, Halle/Saale (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Franziska Krüger

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Eßmann l Gärtner l Nieper l Architekten GbR, Darmstadt (DE), Leipzig (DE)

    Erläuterungstext
    ERLÄUTERUNGSBERICHT

    STÄDTEBAU
    Die Topographie und die ökologische Situation sind Entwurfsgrundlage. Sie gliedern das Plangebiet wie selbstverständlich in überschaubare Teilgebiete. Die Bebauungsstrukturen und die Straßenführung folgen der Topographie. Bergkuppen, Täler und Siefen bleiben unbebaut und bilden das grüne Rückgrat mit der „grünen Mitte“ als Zentrum. Öffentlich nutzbare Freiflächen in den Stadtquartieren verzahnen sich mit der umgebenden Landschaft.
    Die Bildung von überschaubaren, identitätsstiftenden Nachbarschaften, die Mischung verschiedener Wohnformen und die Einbettung in einen differenzierten Grünraum werden als wesentliche Merkmale eines zukunftsfähigen Wohnquartiers gesehen.
    Die neuen Wohnquartiere gruppieren sich um unterschiedlich ausformulierte zentrale Plätze oder Quartiersmittelpunkte, kleine Nachbarschaften für die Bildung und Entwicklung von sozialen Kontakten. Hieran schließen sich differenzierte Wohncluster an, von grünen Fingern begleitet. Die grünen Finger weiten sich zu den Rändern auf und gehen fließend in den großen Freiraum über. Dementsprechend ist die Wohndichte von den dichteren, überwiegend dreigeschossigen Quartiersmittelpunkten bis zu lockeren, zweigeschossigen Gebäuden gestaffelt. Fünfgeschossige Gebäude betonen stadträumlich wichtige Eingänge wie z.B. am Einkaufszentrum.
    Die Quartiersmittelpunkte sind lebendige Zentrum der Begegnung aller Bewohner. Hier liegen Versorgungsangebote wie Bäcker, Metzger, Cafe usw. Um dem demografischen Wandel entgegen zu kommen, sind Angebote für altengerechtes und betreutes Wohnen integriert. Zentrale Pflegestützpunkte im gesamten Gebiet ermöglichen die Integration der betagten Bewohner, die über das ganze Quartiert verteilt in eigenen Wohnungen und funktionierenden Nachbarschaften leben.
    Die einzelnen Wohnquartiere haben jeweils eigenständige Strukturen. Sie lassen bezahlbares Mehrgenerationen- und Familienwohnen als Geschosswohnungsraum, verdichteten Eigenheimbau sowie in großer Zahl auch klassische Einfamilien- und Doppelhäuser in kleinen Nachbarschaften mit gemeinsamen Freiräumen zu.
    Die Steinbecker Straße verknüpft das kulturelle und kirchliche Zentrum des gewachsenen Ortes Nordsteimke und dem neuen sozialem Zentrum mit Bildungseinrichtungen wie Grundschule, Jugendklub, einer Kita und Familien- und Bürgerzentrum.
    In Verlängerung der Hehlinger Straße entsteht ein neues Wohnquartier unmittelbar angrenzend an das große bestehende Einkaufszentrum. Die Straßen begleiten Läden, Cafes usw. in den Erdgeschoss-Zonen. Hier sind auch generationsübergreifende Wohnformen ebenso wie ein Pflegestützpunkt mit Gesundheitszentren sowie eine Kita vorgesehen.
    Insgesamt entstehen ca. 2500 Wohneinheiten. Die städtebauliche Struktur zeichnet sich durch eine hohe Flexibilität der Wohntypologien aus und lässt andere Aufteilungen problemlos zu.

    FREIRAUM
    Erschließung
    Die Haupterschließung des Gebiets übernimmt eine Schleifenstraße mit zwei Anbindepunkten an die Nordsteimker Straße (L 3229) und einer Querung der Hehlinger Straße (K 111).
    Von dort aus erschließen Wohnstraßen das Gebiet. Sie sind nach dem Prinzip von „shared-Space“ gestaltet und für alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt nutzbar. In regelmäßigen Abständen sind sie an das übergeordnete Verkehrsnetz angebunden. Ihre Lage folgt im Wesentlichen den Verlauf der Höhenlinien.
    Entlang der Straßen sind Stellplätze kompakt in Gruppen zusammengefasst. Der übrige ruhende Verkehr wird auf den privaten Grundstücken untergebracht. An den Rändern des Gebiets, vor allem zu Nordsteimer Straße und zu den Verbrauchermärkten hin sind ausreichend Flächen für Car-Sharing-Stellplätze angeordnet.
    Nördlich des Plangebiets verläuft der Radschnellweg in die Innenstadt von Wolfsburg. Über mehrere Zufahrten ist er mit den Wohnquartieren verbunden.

    Vegetationsstruktur
    Ziel der Gesamtkonzeption ist es, den Ortskern Nordsteimke mit dem neuen Planungsgebiet zu verbinden. Aus diesem Grunde wird nicht nur ein „Grünes Zentrum“ inmitten des Planungsraumes zwischen altem Ortskern und Neubebauung etabliert; ein Grünring umfasst das Wettbewerbsgebiet von Nordwest bis Südost und bildet ein Rückgrat gegenüber dem umgebenden Offenland und der stark befahrenen, überörtlichen Hauptverkehrsstraße L290.
    Die grüne Mitte im Zentrum des Planungsraumes entwickelt sich aus den bestehenden landschaftlichen Strukturen und Biotopen, die in diesem Bereich zu erhalten und zu schützen sind. Hier bildet sich gemeinsam mit den bestehenden Kleingartenstrukturen ein attraktiver Landschaftspark aus, der als Bindeglied zwischen den bestehenden Siedlungsflächen und dem neuen Wohnquartier fungiert und für alle Bewohner eine multifunktionale und generationsübergreifende nutzbare Freifläche bildet. Bewusst wird der neue Schulstandort in diesem Freiraum etabliert, um die Beziehungen zwischen einheimischen und zugezogenen Bewohnern zu stärken sowie die Akzeptanz der neuen „Grünen Mitte“ zu initiieren. Kinder- und Jugendspielbereiche, Sportanlagen sowie Parkflächen der Erholung gliedern sich in diesen großzügigen Landschaftsraum ein. Der Nordsteimker Graben, welcher ein wesentliches Freiraumelement dieses grünen Zentrums ist, bildet dabei eine große Naherholungsqualität. Deshalb wird dieser als grüne Achse für Fußgänger und Fahrradfahrer ausgebildet.

    Um diese grüne Mitte gruppieren sich die Quartiere. Zwischengelagerte Freiräume gliedern die einzelnen Bebauungsstrukturen. In den Einzelquartieren ordnen sich kleine Parkanlagen und Spielflächen. Ein attraktives, durchgängiges grünes Netz durchzieht die Einzelquartiere und verbindet die „Grüne Mitte“ mit den kleinen Parkanlagen zwischen der Bebauung. Es entsteht ein Geflecht aus ruhigen Parkanlagen, grünen Plätzen, Aktionszonen, halböffentlichen und privaten Grünflächen sowie begrünten Promenaden und Wegen, die auch die Quartiersränder einfassen und die Verbindung zu den benachbarten Baugebieten schaffen.
    Die gemeinschaftlich nutzbaren Freiräume sind zusammenhängend erlebbar und barrierefrei gestaltet.
    Der großzügige Grünraum dient somit nicht nur zur naturräumlichen Vernetzung, zur Regenrückhaltung, zur Versickerung und klimatischen Abkühlung und Durchlüftung des Gebietes, die Freifläche integriert auch Freizeit-, Erholungs- und Wegefunktionen.

    Geschütze Freiräume
    Alle gesetzlich geschützten Freiräume bleiben im Sinne des Bundesnaturschutzgesetztes erhalten. Im Sinne des Landschaftsrahmenplanes wird eine Vernetzung der Biotope Nordsteimker Graben und Hehlinger Bach gestaltet. Von einer Verlagerung von Biotopen wird in dieser Konzeptphase abgesehen. Alle Talbereiche der Gewässer im Planungsraum werden von Bebauung freigehalten. Alle notwendigen Abstände zwischen geschützten Freiflächen und zukünftiger Bebauung werden eingehalten.

    Regenwasser
    Anfallendes Regenwasser im nördlichen der Wasserscheide liegenden Bereich des Planungsraumes wird über den Nordsteimker Graben entwässert. Zur Regenrückhaltung wird der Feuerlöschteich genutzt. Ein weiteres Rückhaltebecken wird nordöstliches des Feuerlöschteiches am Nordsteimker Graben entwickelt. Grundsätzlich wird eine nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung angestrebt. Das anfallende Regenwasser wird weitestgehend am Entstehungsort genutzt bzw. versickert ggf. gespeichert. Gründächer werden in die Bebauungsstruktur etabliert, so das die Verdunstung von Regenwasser verstärkt wird. Erforderliche Überläufe werden an ein gebietsdurchziehendes Muldensystem angebunden, welches die Großzügigkeit des Landschaftsraumes und die vorhandene Topographie nutzt.

    Klimaschutz und Klimaanpassung
    Die Aufenthalts- und Wohnbereiche der Wohnungen sind überwiegend nach Süden oder Westen orientiert. Ausreichende Gebäudeabstände und eine sparsame Bepflanzung mit Laubbäumen vor den nach Süden und Westen ausgerichteten Fassaden erlauben auch im Winter eine Ausnutzung der passiven Solarenergie. Vor sommerlicher Aufheizung schützen der in die Gebäudehülle integrierte Sonnenschutz sowie begrünte Dachterrassen.
    Kompakte Baukörper mit einem günstigen A/V-Verhältnis tragen zur Energieeinsparung bei. Alle Gebäude entsprechen dem Niedrigenergie- bzw. Passivhausstandard. Die Energieversorgung für die urbanen Quartiersmittelpunkte kann mit Blockheizkraftwerken erfolgen. Die Einfamilien- und Stadthäuser erhalten Solaranlagen und Photovoltaikanlagen auf den Dächern und werden zusätzlich mit dezentralen regenerativen Energiesystemen versorgt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.