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  • DE Berlin
  • 09/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-6368)

Workshop "Park an der Spree"


  • Teilnahme

    Perspektive

    Landschaftsarchitekten
    LA.BAR Landschaftsarchitekten bdla, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Mitarbeiter Sandra Garscha Benjamin Boje

    Erläuterungstext
    Der Entwurf entwickelt sich aus den gegebenen bzw. gewünschten Rahmenbedingungen:

    - Erhalt der denkmalgeschützten East Side Gallery
    Erhalt des Kolonnenweges
    Erhalt bzw. Wiederherstellung der Topografie zwischen Mauer und Kolonnenweg
    Erhalt der vorhandenen Ufervegetation
    Verwendung der 80 Zierkirschen
    Feuerwehrzufahrt am Columbushaus
    Bau von 2 Schiffsanlegern
    Linearität

    Hinzukommend ist für uns von Bedeutung:

    Herausarbeiten der historischen Schichten und entwickeln einer hierfür angemessenen Gestaltungssprache.
    Stärkung der vorhandenen Elemente wie Exposition, Topografie und Vegetation
    Schaffung einer klaren Raumfolge von der Spree bis zur Mauer für Ruhezonen und aktive Betätigungen.
    Signifikanz und Imagebildung

    Diese gegebenen und selbst gesetzten Vorgaben bedenkend, schlagen wir einen in drei Zonen aufgeteilten Park mit linearer Ausrichtung vor.

    Uferzone
    Um die Ufervegetation zu erhalten, wird die von Stralau kommende Uferpromenade nicht an der Spree, sondern an der bestehenden Hangkante als Promenadenweg weitergeführt. Dies ermöglicht eine von Fuß- und Fahrradverkehr nicht beeinträchtigte ruhige Zone an der Spree. Holzdecks und der nach Süden exponierte Wiesenhang laden zum Sonnenbaden und zum Genießen des Ausblicks auf die Kreuzberger Uferseite ein.
    Die beiden Schiffsanlegestellen befinden sich im westlichen Parkteil.

    Trümmerband / Kirschenhain
    Der annähernd parallele Verlauf des neuen Promenaden- und des bestehenden Kolonnenweges ergibt ein 16 Meter breites und etwa 260 Meter langes Parkband. Es bildet nicht nur einen optischen und funktionalen Filter zwischen dem Spiel- und Liegewiesenbereich an der Mauer und der Uferzone, sondern stellt für uns das Herz und überörtlich signifikante Zeichen des neuen Parks dar. Seiner Gestaltung und Ausformulierung messen wir deshalb eine sehr hohe Bedeutung zu.

    Wir schlagen vor, den vorhandenen Oberboden in diesem Bereich bis auf die anstehenden Trümmerreste abzutragen, um die historische Schicht der Kriegszerstörung und Einebnung sichtbar zu machen. Je nach vorgefundener Situation (Bodenbelastung, Fundamentreste und andere „Fundstücke“ etc.) sehen wir verschiedene Möglichkeiten des Umganges mit dieser Fläche. Eine möchten wir hier näher behandeln. Geeignete Teile des Trümmerschutts werden
    auf die Korngrößen 2/8 bzw. 8/16 gebrochen und als Splitt- bzw. Schotterschicht wieder im Band eingebaut. Eventuell vorgefundene Fundamentreste können als Relikte im Band verbleiben. Das ca. 10 cm starke Schotterbett (8/16) auf Splittsubstrat (2/8) wird mit Wildstauden extensiv bepflanzt. Versuche an der FH Anhalt in Bernburg sowie Referenzprojekte in Leipzig und Strassfurt haben gezeigt, dass sich unter diesen Bedingungen dauerhaft attraktive und pflegeextensive Staudenfluren in urbanen Räumen kostengünstig entwickeln lassen.

    Die als Ausdruck der Freude über die deutsche Wiedervereinigung von der japanischen Bevölkerung geschenkten Zierkirschen werden ebenfalls in das Band gepflanzt. Sie bilden seinen vegetativen und besonders im Frühjahr attraktiven Rahmen. Auf den Trümmern des Krieges und der deutschen Teilung gepflanzt, erhalten die Kirschen einen adäquaten und die Geschichte des Ortes signifikant thematisierenden Standort.

    Das Band ist aber bei aller Symbolträchtigkeit kein museal-erhabener Ort. Eingestreute Plätze können für Spiel- und Freizeitangebote vorgesehen werden und stellen behindertengerechte Verbindungen zwischen den Wegen dar.

    Wiesenpark (Ersatzpflanzungen)
    Der Bereich zwischen dem Kirschband und der East Sid Gallery wird als weitgehend offener Wiesenbereich gestaltet. Die als Auflage des LBP Anlage 10.1 zu pflanzenden Bäume bilden hier räumliche Akzente.

    Parkeingänge
    Die derzeit noch ungewisse Planungssituation der Brücken und des Globe-Theatersmachen eine abschließende Aussage zur Gestaltung der Parkeingänge problematisch.

    Wir schlagen zwei Eingänge in den Park vor, einen am Columbushaus und einen an der zukünftigen Brommystraße.

    Eingang Columbushaus / Globe-Theater
    Der Bereich am Columbushaus wird seiner Bedeutung aufgrund der Nähe zum Ostbahnhof entsprechend als großzügiger wassergebundener Platz gestaltet. Die Feuerwehrzufahrt des Columbushauses kann hierüber erfolgen. Zur Andienung des Globe Theaters schlagen wir einen neuen Weg entlang der Mauer vor, um den Parkauftakt nicht zu zerteilen.

    Die uns vorliegende Planung des Theaters sieht eine Restaurantnutzung auf der Südseite des neuen Gebäudes vor. In Verbindung mit Außengastronomie könnte diese Nutzung die Attraktivität dieses Parkteils steigern und wird von uns positiv bewertet.

    Eingang Brommystraße
    Die Niveauunterschiede zwischen Bestandsgelände und die zur Mühlenstraße abfallende Brommystraße werden über kleine Mauersockel und eine Stufenanlage abgefangen. Der Kolonnenweg wird als Rampe an das neue Niveau herangeführt. Ein kleiner Platz bildet den Auftakt des „Trümmerbandes“. Die für die Öffnung der Brommystraße zu entfernenden Mauersegmente werden auf den Platz versetzt und markieren diese Partie des Parks.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.