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  • Engere Wahl


    Landschaftsarchitekten
    Stefan Kalckhoff Stadtplaner und Landschaftsarchitekt bdla, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: Zwischenräume Architekten + Stadtplaner GmbH, München (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die städtebauliche Konfiguration mit zwei Quartieren, gruppiert um einen linearen öffentlichen Raum, basiert auf einem schlüssigen Konzept. Der städtebauliche Entwurf folgt sowohl im Grundriss der Gesamtanlage wie auch in der Stellung der Baukörper konsequent dem Fußabdruck des Bestandsgebiets. Die Gebäudezeilen werden durch geschickt gesetzte Neubauten ergänzt, so dass im Ergebnis ein durchaus tragfähiger städtebaulicher Entwurf entsteht. Mit dieser konsequenten Bestandsorientierung wollen die Verfasser erreichen, dass die Geschichte des Ortes präsent bleibt und die in den Gebäuden gebundene graue Energie gesichert werden kann. Ob und inwieweit die Umnutzung und Aufstockung der tiefen Bürobauten zu überzeugenden Wohnungsgrundrissen führt und ob die Umnutzung bei einer wirtschaftlichen Gesamtbetrachtung zu realisierbaren Ergebnissen führt, kann im städtebaulichen Maßstab nicht abschließend beurteilt werden. Sollte dies nicht gelingen, zeigen die Verfasser in der Variante mit reduzierter Dichte auf, wie die Bestandsgebäude durch Neubauten ersetzt werden können.
    Durch die konsequente Ost-West-Orientierung der Wohnungsgrundrisse schaffen die Verfasser die Voraussetzung für eine gute Wohnqualität in den Quartieren. Allerdings erscheint der Abstand der nord-süd-gerichteten Gebäudezeilen für ein hochwertiges Wohngebiet etwas zu gering bemessen und ist aufgrund der Zwangspunkte im Gebäudebestand nicht veränderbar. Die Fugen zwischen den Wohnzeilen – im Wechsel als Erschließungs- und Grünhöfe gestaltet – öffnen sich sinnvoll zum zentralen Grünzug, über den das Siemenswäldchen schlüssig an den Platz vor dem Hochhaus herangeführt wird. So kann die attraktive grüne Mitte aus dem Wohnumfeld heraus erlebt und auf sicheren Wegen ohne die Überquerung von Verkehrsstraßen erreicht werden. Die Verbindung zwischen der grünen Mitte und dem Forum fällt – der Erhaltung des Gebäuderiegels am Hochhaus geschuldet – sehr eng aus und wird deshalb durch zwei Durchgänge in Erdgeschoss ergänzt. Diese Lösung vermag nicht vollends zu überzeugen, zumal hier ein eingeschränkter Windkomfort zu erwarten ist, der die Aufenthaltsqualität im Umfeld der Durchgänge einschränkt.
    Mit der Konzentration der öffentlichen Einrichtungen im direkten Umfeld des Hochhauses
    – dem Forum – treffen die Verfasser eine gute Entscheidung, um den öffentlichen Raum zu beleben. Der zweigeschossige Anbau im Süden erscheint als funktional plausible und architektonisch vertretbare Erweiterung der Nutzflächen. Zur Siemensallee im Süden werden die Zeilen mit Querriegeln geschlossen. Dieser Kunstgriff schirmt Bebauung und Freiräume gegen den Verkehrslärm ab und erzeugt hochwertige Innenräume. Im nördlichen Quartier wird die Verbindung aus dem Quartiersinneren zur grünen Mitte leider durch Gebäuderiegel verstellt. Der Versuch, den westlichen Quartierseingang mit einem
    Hochhaus zu akzentuieren, muss angesichts der Dominanz des Maurer-Gebäudes scheitern.
    Die Qualität der Freiräume überzeugt in der Durcharbeitung nur bedingt. So findet zum Beispiel die gute Idee des Forums keine Entsprechung in einem attraktiven Platzraum. Der Pavillon und die Zufahrten zu den Erschließungshöfen greifen in wertvollen Baumbestand ein. Die Verkehrserschließung über kurze Wohnstraßen ist plausibel.

    Insgesamt wird von den Verfassern ein qualitätvoller Beitrag angeboten, dem es bei insgesamt positiver Wohnqualität nicht gelingt, eine adäquate stadträumliche Prägnanz zu erreichen.